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Taiwans Wirtschaftsminister Deng „Chinas Wirtschaft ist groß, aber nicht transparent“

Taiwans Wirtschaftsminister spricht im Interview mit dem Handelsblatt über den Protektionismus in Chinas, der den freien Handel schädigt. Er fordert, den Einfluss des Staates stärker zu begrenzen.
18.09.2015 - 11:47 Uhr
Der 63-Jährige ist seit Dezember 2014 Wirtschaftsminister von Taiwan. Er will die Wirtschaft seines Landes wettbewerbsfähiger machen und die Handelsbeziehungen ausweiten. Deng studierte Jura in Taipeh und Washington D.C. Bevor er Wirtschaftsminister geworden ist, arbeitete er bei der Welthandelsorganisation, war Direktor des Amtes für Außenhandel und Vize-Entsandter in den USA. Quelle: Reuters
John Chen-Chung Deng

Der 63-Jährige ist seit Dezember 2014 Wirtschaftsminister von Taiwan. Er will die Wirtschaft seines Landes wettbewerbsfähiger machen und die Handelsbeziehungen ausweiten. Deng studierte Jura in Taipeh und Washington D.C. Bevor er Wirtschaftsminister geworden ist, arbeitete er bei der Welthandelsorganisation, war Direktor des Amtes für Außenhandel und Vize-Entsandter in den USA.

(Foto: Reuters)

Der demokratische Inselstaat Taiwan hat über Jahrzehnte vom rasanten Aufstieg seines großen Nachbarn China profitiert. Aber jetzt spürt das Land, wie sich das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verlangsamt – ausgerechnet kurz vor der Entscheidung der US-Notenbank über eine Zinswende. Taiwans Wirtschaftsminister John Chen-Chung Deng empfängt im Konferenzsaal in seinem Ministerium zum Interview, legt sein Jackett ab und streift seine Hemdärmel nach oben.

Minister Deng, die US-Notenbank erwägt die Zinswende, China schwächelt, Ökonomen warnen vor einem „perfekten Sturm“: Wie groß sind die Gefahren für die Wirtschaft?

So pessimistisch sehen wir die Lage noch nicht. Aber auch wir spüren den Druck. Unser Wachstum hat sich von 3,3 Prozent im ersten Quartal auf 0,8 Prozent im zweiten Quartal verlangsamt. Der wichtigste Grund dafür ist die international schwächere Nachfrage. Insbesondere das langsamere Wachstum in China schlägt durch. Das ist ein Warnsignal, aber bedeutet noch nicht zwangsläufig eine Krise.

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