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Donald Trump

Der US-Präsident ignorierte die Warnungen.

(Foto: AP)

Taskforce berichtet von Widerstand Trump ignorierte lange konkrete Warnungen vor Coronagefahr

In New York scheint sich die Katastrophe glimpflicher zu entwickeln als befürchtet. Doch wird nun klar, wie lange der US-Präsident Warnungen ignoriert hat.
13.04.2020 - 19:41 Uhr Kommentieren

Washington Das Corona-Epizentrum New York City hat am Osterwochenende den mutmaßlichen Höhepunkt der Epidemie überstanden. Die Todeszahlen lagen dabei am unteren Ende dessen, was die Experten befürchtet hatten. Stand Montagmittag waren in der größten Stadt der USA 6 900 Patienten an einer Corona-Infektion verstorben.

Die Zahl der Patienten, die auf einer Intensivstation betreut werden müssen, ist laut am Karfreitag veröffentlichter Zahlen gesunken, auf 4 900 Patienten im Staat New York. Noch am 24. März hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo befürchtet, dass sein Staat auf dem Höhepunkt der Pandemie 40.000 Intensivbetten benötigen werde.

Sichtbarstes Symbol dafür, dass vor allem New York City glimpflicher davongekommen ist als befürchtet, war das eilig errichtete Behelfskrankenhaus im Javits Kongresszentrum. Hier wurden über Ostern nur einige Hundert Patienten behandelt, über 2 000 Betten standen leer. In vielen anderen Krankenhäusern war der Andrang zwar groß, doch der befürchtete Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist ausgeblieben. Auch gibt es bislang keine Berichte über schwere Coronafälle, für die im Ernstfall kein Beatmungsgerät zur Verfügung stand.

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Die strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, die in New York wie auch in den meisten anderen US-Bundessstaaten seit einigen Wochen gelten, haben schneller als in den Modellrechnungen vermutet ihre Wirkung gezeigt. Für eine pauschale Entwarnung ist es noch deutlich zu früh, anderen US-Ballungsräumen steht der Höhepunkt der Corona-Epidemie erst noch bevor.

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    Auf der politischen Ebene ist der Streit darüber neu entbrannt, ob Präsident Donald Trump zu spät auf Warnungen vor dem Virus reagiert hat. Zum Auslöser der Debatte ist Anthony Fauci geworden. Der 79-jährige Mediziner ist Mitglied der Corona-Taskforce des Weißen Hauses und tritt regelmäßig in deren US-weit übertragenen Briefings auf.

    Fauci genießt in den USA inzwischen Kultstatus, weil er als einer der wenigen in Trumps Umfeld bisweilen wagt, Aussagen des Präsidenten zu widersprechen. So auch am Osterwochenende in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Darin sagte Fauci über die Corona-Bekämpfung in den USA: „Sicher, hätten wir die Beschränkungen früher verhängt, hätten wir Leben retten können.“ Doch dagegen habe es „viel Widerstand gegeben“.

    „Ich werde Anthony Fauci nicht feuern, ich habe nur jemanden retweeted“

    Eine republikanische Politikerin aus der dritten Reihe verschickte daraufhin einen Tweet mit dem Hashtag „#FireFauci“ („feuert Fauci“). Diesen Tweet hat wiederum Donald Trump retweetet mit dem Zusatz „Sorry Fake News, it’s all on tape. I banned China long before people spoke up“ („Entschuldigung, aber das ist eine Falschmeldung, es ist alles aufgezeichnet, ich habe China ausgesperrt, lange bevor sich Leute gemeldet haben“).

    Die Aussage bezieht sich auf Trumps Kernargument in der Coronakrise: dass er gegen den anfänglichen Widerstand von Epidemie-Experten und Ökonomen bereits Ende Januar einen Einreisestopp gegen China verhängt und so die Ausbreitung des Virus in den USA entscheidend verlangsamt habe.

    Warnungen „alarmistisch“

    Unklar ist, ob sich Trump die Idee, Fauci zu entlassen, mit dem Retweet zu eigen gemacht hat. Der Präsident steht derzeit unter besonderem Druck. Am Sonntag hatte die „New York Times“ in einer umfangreichen Dokumentation aufgelistet, dass Trump mehrere frühzeitige Corona-Warnungen von Ministern und Beratern ignoriert habe.

    So habe unter anderem Trumps Gesundheitsminister Alex Azar den Präsidenten am 30. Januar an Bord von dessen Flugzeug „Air Force One“ angerufen, Trump habe Azars Warnungen aber als „alarmistisch“ abgetan.

    Bereits einen Tag zuvor hatte laut „New York Times“ Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro in einem Memo für den Präsidenten vor einer Corona-Pandemie mit einer halben Million Toten und billionenschweren Schäden für die Wirtschaft gewarnt. Doch erst Mitte März hatte das Weiße Haus Empfehlungen für landesweite Kontaktbeschränkungen erlassen.

    Mehr: Trumps Auftritte sind schwer zu ertragen – dennoch trifft er auch richtige Entscheidungen.

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