Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Tech-Konzerne Wie US-Behörden digitale Giganten regulieren wollen

Nachdem Facebook, Amazon und Google über Jahrzehnte lasch reguliert worden sind, soll jetzt verstärkt gegen die Tech-Monopole vorgegangen werden.
Kommentieren
Eine US-Behörde untersucht, ob die Amazon-Plattform Marketplace Wettbewerber benachteiligt. Quelle: AFP
Amazonchef Jeff Bezos

Eine US-Behörde untersucht, ob die Amazon-Plattform Marketplace Wettbewerber benachteiligt.

(Foto: AFP)

Wenn Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch im US-Kongress erscheint, erwarten ihn kühle Fragen zur Kryptowährung Libra. Es wird nicht sein letzter Besuch auf dem Capitol Hill sein. Denn nachdem die digitalen Giganten über Jahrzehnte lasch reguliert worden sind, stehen die Topkonzerne der Westküste inzwischen vor einem Mehrfrontenkrieg.

Bundesbehörden arbeiten Hand in Hand, und der US-Kongress untersucht Datenmissbrauch und Marktdominanz. US-Präsident Donald Trump legte nahe, das Weiße Haus wolle gegen „die schlechte Situation“ rund um Tech-Monopole vorgehen.

Auf Regierungsebene sind das Justizministerium und die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) verantwortlich, beide Häuser teilen sich die Durchsetzungsbefugnis kartellrechtlicher Angelegenheiten. Die FTC untersucht zum Beispiel, ob die Amazon-Plattform Marketplace Wettbewerber benachteiligt.

Und im Juli verpflichtete die Behörde Facebook zu einer Strafe in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica. Das inzwischen aufgelöste britische Beratungsunternehmen hatte Informationen von 87 Millionen Nutzern unzulässig weitergegeben.

Die Kongressabgeordneten von Demokraten und Republikanern sind sich bei dem Thema einig wie selten. Senatoren und Abgeordnete untersuchen, ob die Übernahmen von WhatsApp und Instagram durch Facebook gegen Gesetz verstoßen haben, ob Amazon Drittanbieter diskriminiert und ob der Haftungsschutz von Plattformen wie Reddit und Google zeitgemäß ist.

Überalterte Gesetze

Immer wieder wird es zum Problem, dass Gesetze, die im Tech-Sektor angewandt werden, aus dem letzten Jahrhundert stammen. „Was bedeutet es, wenn Amazon ins Lebensmittelgeschäft einsteigt oder Google in selbstfahrende Autos investiert? Die Grenzen von Marktdominanz sind immer schwieriger zu definieren“, sagt der Informationsökonom Marshall Van Alstyne, der an der Boston University lehrt.

Amazons Gründer und Chef Jeff Bezos wird von Trump regelmäßig angegriffen. Bezos gehört die Zeitung „Washington Post“, die Trumps Politik oft kritisiert. Auch die Demokraten haben die digitalen Riesen als Wahlkampfthema entdeckt.

Die Parteilinke Elizabeth Warren gilt als radikale Kritikerin des Silicon Valleys und fordert die Aufspaltung großer Tech-Konzerne. Ihr Ziel wird laut einer YouGov-Umfrage von fast zwei Dritteln der US-Bürger geteilt. „Sie merzen die Konkurrenz aus, benutzen private Informationen für Gewinne und schwächen die Demokratie“, sagt Warren über die Tech-Giganten.

Kürzlich ließ Warrens Kampagne eine Werbung auf Facebook schalten, in der absichtlich falsch behauptet wurde, Zuckerberg sei ein Trump-Fan. Die Anzeige sollte auf Desinformation im Netz aufmerksam machen. Zuckerberg selbst scheint Warrens Aufstieg zu beunruhigen. „Wenn jemand versucht, etwas so Existenzielles zu bedrohen, geht man auf die Matte und kämpft”, sagte er in einer internen Sitzung, von der im Oktober Aufnahmen öffentlich wurden.

So fundamental wie Warren will kein anderer demokratischer Präsidentschaftskandidat gegen die Tech-Riesen vorgehen, doch sämtliche Bewerber befürworten eine schärfere Regulierung. Das ist ein spürbarer Umschwung im Vergleich zu 2008, als Facebook geschickt genutzt wurde, um Barack Obama ins Weiße Haus zu bringen. Jetzt stellen sich die Tech-Riesen auf einen langen Kampf ein: 2019 geben sie Rekordsummen für Lobbying in Washington aus.

Mehr: Für viele Konsumenten macht sich der Online-Marktplatz schleichend unverzichtbar. Die Folgen für den Wettbewerb sind immens.

Startseite

Mehr zu: Tech-Konzerne - Wie US-Behörden digitale Giganten regulieren wollen

0 Kommentare zu "Tech-Konzerne: Wie US-Behörden digitale Giganten regulieren wollen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.