Telefonat Obama lädt Merkel nach Washington ein

US-Präsident Obama hat Kanzlerin Merkel ins Weiße Haus eingeladen. Der Zeitpunkt ist clever gewählt: Offenbar will er kommende Woche neue Beschränkungen von Spähangriffen auf ausländische Regierungschefs bekanntgeben.
Update: 09.01.2014 - 02:00 Uhr 9 Kommentare
Obama und Merkel im September in St. Petersburg: Wiedersehen in Washington? Quelle: ap

Obama und Merkel im September in St. Petersburg: Wiedersehen in Washington?

(Foto: ap)

WashingtonNach dem Skandal um die Überwachungsprogramme des Geheimdienstes NSA hat US-Präsident Barack Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Besuch in Washington eingeladen. Obama habe Merkel bei einem Telefonat am Mittwoch zur Bildung ihrer neuen Regierung gratuliert und der Kanzlerin eine „baldige“ Genesung nach ihrem Ski-Unfall gewünscht, erklärte das Weiße Haus. Ob auch die NSA-Affäre Thema des Gesprächs war, wurde nicht mitgeteilt. Beide Staatschefs tauschten sich in dem Telefonat über die politische Agenda des laufenden Jahres aus.

Obama lud die Kanzlerin zudem nach Washington ein, wo sie das letzte Mal im Juni 2011 zu Gast gewesen war. Merkel nahm die Einladung nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert an. Obama war im Juni des vergangenen Jahres in Berlin zu Besuch. Der Merkel-Besuch in der US-Hauptstadt könnte den Angaben zufolge „in den kommenden Monaten“ stattfinden. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

Wenige Stunden nach dem Gespräch wurde bekannt, dass Obama voraussichtlich in der kommenden Woche neue Beschränkungen von Spähangriffen auf ausländische Regierungschefs bekanntgeben werde, hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen. Ebenso erwogen würden Änderungen an der Überwachung von Telefondaten von US-Bürgern durch den Geheimdienst NSA.

Das Telefonat zwischen Obama und Merkel habe sich unter anderem um das geplante transatlantische Freihandelsabkommen und den NATO-Gipfel im September in Großbritannien gedreht, erklärte das Weiße Haus. Obama und Merkel würden sich darauf freuen, die „gemeinsamen Interessen“ beider Länder voranzubringen.

Seit Juni sind durch die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden eine Reihe von Spähaktivitäten der NSA und verbündeter Geheimdienste ans Licht gekommen, die das Verhältnis zwischen Washington und Berlin belasten. So überwachte die NSA nicht nur massenhaft E-Mails und Telefonate von Menschen rund um die Welt, sondern soll unter anderem auch das Handy von Merkel abgehört haben.

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9 Kommentare zu "Telefonat: Obama lädt Merkel nach Washington ein"

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  • Genau so ist es: der NSA Laden in Wiesbaden ist der Lackmustest, der zeigt, ob die Figuren in Berlin für das deutsche Volk oder für die Besatzer arbeiten.

  • Nur keine Panik!
    Oerbarmer will mit Merkel nur ein "Selfi" machen! Anschließend überreicht er ihr ein Pflichtenheft.

  • Vieleicht kommen jetzt die Brieftauben zur kommunikation ( wie bei der Mafia in Italien ) wieder in Mode. Die Kanzlerin ist unwichtig! Internationale Firmen werden Ihre Kommunikationstechnik umstellen. Für die Amis ist Snowden ein nicht mehr zu kompensierendes finanzielles Fiasko. Und das ist auch gut so....

  • @Mazi

    Die Kanzlerakte und Geheimverträge gibt es sicherlich. Es ist aber auch egal. In den etablierten Parteien macht niemand Karriere, der nicht frühzeitig zu verstehen gibt für das westliche Ausland und den Konzernen zu arbeiten. Auch für das "Sieben der Demokratie" sind hier CIA und NSA im Einsatz.

    Das ist bereits eine Unterschrift unter eine Kanzlerakte, bevor jemand überhaupt Kanzler/in ist.

  • @Mazi

    Die Kanzlerakte ist ein Relikt der frühen Besatzungszeit.

    Heute, nachdem nur die Politiker ein Chance "nach oben" haben, deren Unterwürfigkeit frühzeitig geprüft und getestet wurde, braucht man dieses Formular nicht mehr. Man hat ja schließlich noch die Presse im Sack und Bundes-Gold auch nach wie vor unter Kontrolle.

    Bei dieser Art "Polit-Köter" erlaubt man auch, dass diese ab und zu mal bellen. Aber mehr auch nicht! Wenn trotzdem ...siehe Fall Möllemann!

  • Bla bla bla. Hier soll eine Vasallen-Regierung als "echte" Regierung verkauft werden. Zeitgleich läuft das gigantische Abhörzentrum der NSA-Stasi in Wiesbaden weiter wie bisher. Ohne jede Konsequenz.

  • Es ist üblich, dass der Kanzler bzw. die Kanzlerin unmittelbar nach Regierungsbildung in die USA fliegt.

    An anderer Stelle wird behauptet, dass der Regierungschef dort die sogenannte "Kanzlerakte" unterschreibt.

    Was an den Gerüchten?

  • Nach dem Skandal um die Überwachungsprogramme des Geheimdienstes NSA hat US-Präsident Barack Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Besuch in Washington eingeladen. (Zitat)
    Dort schenkt Obama ihr ein neues Handy und alles ist wieder gut mit Fr. Merkel?

  • Einladung? Ja klar, so kann man das auch nennen! Immer schoen politisch korrekt! Mal shen wie weit so ne Journailie wie das HB und Andere damit kommen? Man wird sich erinnern!

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