Terror im Irak Mehrere Tote bei Anschlag in Bagdad

Bei einem Autobombenanschlag auf einem Großmarkt in Bagdad sind mehrere Menschen getötet worden. Das IS-Sprachrohr Amak berichtete nach der Tat, dass der Anschlag den Schiiten in dem Stadtteil gegolten habe.
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Selbstmordanschlag auf Gemüsemarkt – 13 Tote in Bagdad

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Gemüsemarkt in Bagdad sind am Sonntag mindestens 13 Menschen getötet worden. Der Attentäter sei mit einem Auto durch ein gesichertes Tor des Marktes im Osten der irakischen Hauptstadt gefahren und habe eine Bombe gezündet, als Sicherheitskräfte das Feuer auf ihn eröffneten, sagten Polizisten. Mehr als 50 weitere Menschen seien verletzt worden.

Zu dem Anschlag in dem vorwiegend von schiitischen Muslimen bewohnten Bezirk Dschamila bekannte sich die sunnitische Islamisten-Miliz IS. Sie hat als Reaktion auf eine Armee-Offensive auf ihre letzte irakische Hochburg Mossul zuletzt vermehrt Anschläge Bagdad und anderen Orten verübt. Erst am Donnerstag waren bei einem Attentat mit einer Autobombe in einem Schiitenviertel Bagdads mindestens sechs Menschen getötet worden.

Was aus einem Ort wird, in dem der IS gewütet hat
Das letzte Mahl
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Auf dem Boden in der dreckigen Küche steht die wohl letzte Mahlzeit der IS-Bombenbastler von Baschika. Eine Kanne und zwei Töpfe, einer leer, im anderen ein verschimmelter Eintopf. Kelle und Löffel liegen unbenutzt daneben. Die Köche, Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat, sind wohl tot. Hinterlassen haben sie versteckte Sprengsätze, die überall in der nordirakischen Geisterstadt darauf lauern, zu töten.

Ausgeklügeltes Tunnelsystem
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Die Erde türmt sich überall in dem einst von Christen bewohnten Haus. Denn die Dschihadisten mischten im dunklen Badezimmer zwischen Eimern und Apparaten nicht nur die Chemikalien für Bomben. Sie gruben während ihrer Herrschaft über Baschika seit 2014 auch einige Tunnel. Wo die hinführen? Das weiß niemand. Die Kämpfer der Terrormiliz sollten in einem Haus verschwinden und an ganz anderen Orten wieder auftauchen können.

Geruch von Curry in der Luft
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Ismael Abdel Rahman lebte in Baschika und ist nun als Besucher wiedergekommen. Er will seiner Familie zeigen, was von ihrem Haus und dem Gewürzladen übrig geblieben ist. Niedergeschlagen steht er vor den verbogenen Türen. Es riecht immer noch nach Kurkuma und Curry, aber der Verkaufsraum ist durchwühlt und chaotisch. „Es war zu viel Schmerz, als ich kam und den Laden so gesehen habe“, sagt der Mann.

Geisterstadt
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Die Straße ist leer. Genau wie jeder Platz, jedes Haus und auch die Kirche des Ortes, deren Scheiben eingeschmissen sind, das Innere verwahrlost. Es herrscht absolute Stille, die nur zeitweise durch das Grollen des Himmels unterbrochen wird: Kampfjets, die Bomben auf das nahe Mossul werfen, in dem der IS noch immer einen Großteil des Stadtgebietes kontrolliert.

Bürokratie à la IS
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Sie beschmierten die Wände mit Filzstift: „Entweder der Sieg oder sterben mit Gottes Willen“ steht dort geschrieben. In einer Schublade findet sich ein Papier. „Erlaubniskarte“ steht drauf, und daneben „Islamischer Staat“. Ein Kämpfer reichte damit einen dreitägigen Urlaub ein. Ein Stempel zeigt an: Der Bitte wurde stattgegeben. Bürokratie à la IS.

Herrscher über eine leere Stadt
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Seit November ist die IS-Herrschaft vorbei. Mit der Offensive der irakischen Armee und seiner Verbündeten auf Mossul wurde auch das nahe Baschika von kurdischen Kämpfern eingekreist und schließlich erobert. Wohl mehr als 100 IS-Kämpfer wurden getötet. Sie hatten über eine leere Stadt geherrscht. Die Bewohner, vor allem Jesiden und Kurden, waren geflohen, kurz bevor die Extremisten die Stadt überrannten. Nun ist sie zerstört.

Explosives Vermächtnis
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0 bis 40 Prozent der Häuser seien zerstört, erzählt General Bahram Jasin von den kurdischen Peschmerga, die ihr Lager am Stadtrand aufgebaut haben. Und Gefahr bestehe weiterhin: „Wir haben eine Karte gefunden, die die Sprengfallen des IS zeigt. Auf dieser einzigen Karte sind 2010 Sprengsätze eingezeichnet.“ Die Räumung wird Monate dauern. Aber ob die ehemaligen Bewohner dann zurückzukehren wollen, ist fraglich.

Der IS hat in den vergangenen Monaten im Irak massiv an Boden verloren. Im Oktober haben Regierungstruppen mit Luft-Unterstützung westlicher und arabischer Verbündeter eine Offensive auf die Extremisten in der Millionenstadt Mossul gestartet. Nach anfänglichen Erfolgen war der Angriff vor einem Monat ins Stocken geraten. In den vergangenen Tagen konnten die die Regierungstruppen aber wieder Geländegewinne vermelden.

Am Samstag rückten sie bis auf wenige Hundert Meter an den Tigris heran, der durch die Stadt im Norden des des Landes fließt. Bisher kontrollieren die Regierungstruppen gut die Hälfte von Ost-Mossul. Der Westteil auf der anderen Seite des Tigris ist aber weiter in der Hand der Islamisten. Sie wehren sich mit Selbstmordanschlägen und Heckenschützen gegen die Armee-Offensive. (Reporter: Ahmed Rasheed, bearbeitet von Christian Götz, redigiert von Klaus-Peter Senger.

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