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Terror im Jemen IS bekennt sich zu blutigen Moschee-Anschlägen

Das Chaos im Jemen wird immer größer. Schiitische Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit dem Präsidenten. Jetzt werden sie in der Hauptstadt Sanaa zum Ziel von blutigen Anschlägen.
Update: 20.03.2015 - 18:41 Uhr 3 Kommentare
Bei dem Angriff auf zwei Moscheen in Sanaa kamen mindestens 55 Menschen ums Leben. Quelle: Reuters
Verletzte nach dem Anschlag

Bei dem Angriff auf zwei Moscheen in Sanaa kamen mindestens 55 Menschen ums Leben.

(Foto: Reuters)

Sanaa/Kairo Bei einem der blutigsten Terrorakte in der Geschichte des Landes haben Selbstmordattentäter im Jemen mindestens 137 Menschen mit in den Tod gerissen. Jeweils zwei Männer sprengten sich während des traditionellen Freitagsgebets kurz nacheinander in zwei schiitischen Moscheen der Hauptstadt Sanaa in die Luft. Jemenitische Medien berichteten von mindestens 345 Verletzten. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Anschlägen. Damit stürzt das Land in ein immer größeres Chaos.

TV-Bilder zeigten die verwüsteten Moscheen Badr und Al-Chaschusch, in denen zugedeckte Leichen auf dem Boden lagen. Die Anschläge erfolgten nach demselben Muster, wie die Nachrichtenseite Barakish.net berichtete. Jeweils ein Attentäter sprengte sich bei den Sicherheitskontrollen am Eingang der Moscheen in die Luft, jeweils ein weiterer Extremist stürmte in die Gebäude und zündete Sprengstoffgürtel.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die blutigen Anschläge scharf. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, die Tat sei „ein weiterer zynischer Versuch, Hass und Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen anzuheizen“.

Die Anschläge galten den schiitischen Huthi-Rebellen, deren Anhänger die beiden Moscheen vor allem nutzten. Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten. Die Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi.

Die Huthis brachten in den vergangenen Monaten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, auch das Parlament lösten sie auf. Der Präsident floh im Februar ins südjemenitische Aden.

Vier „Ritter“ hätten sich in den Moscheen der „Ungläubigen“ in die Luft gesprengt, heißt es in einer IS-Botschaft, die im Internet kursierte. Die Anschläge seien erst der Anfang einer „kommenden Flut“, wird weiter gedroht. Der IS bekannte sich auch zu einem weiteren Anschlag in der Huthi-Hochburg Saada im Norden des Landes.

Zunächst ließ sich nicht überprüfen, ob das IS-Bekennerschreiben echt ist. Die Terrormiliz hatte sich in dieser Woche bereits zu dem Attentat auf das Nationalmuseum in Tunis bekannt. Sollte der IS hinter den Anschlägen stehen, wäre es das erste Mal, dass er im Jemen mit einer solchen Tat in Erscheinung tritt.

Bislang galt das arme Land im Süden der Arabischen Halbinsel als Hochburg eines mächtigen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der IS und Al-Kaida vertreten zwar eine ähnliche Ideologie - sie sind aber miteinander verfeindet und kämpfen um die Vorherrschaft im globalen Heiligen Krieg. Weitere IS-Gräueltaten könnten das Chaos in dem ohnehin schon instabilen Land weiter verschlimmern.

Auch der Machtkampf zwischen den Huthis und Präsident Hadi ging am Freitag weiter. In Aden bombardierten erneut Kampfflugzeuge den Amtssitz des Präsidenten. Die Lage in der Stadt sei so angespannt wie noch nie, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bereits am Donnerstag hatten Kampfjets Hadis Amtssitz in Aden angegriffen. Der Staatschef warf den Hutis vor, sie hätten zusammen mit Vertretern des „alten Regimes“ einen Putsch gegen ihn versucht. Die Rebellen sind mit dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih verbündet, der 2012 nach Massenprotesten zurückgetreten war.

  • dpa
  • ap
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3 Kommentare zu "Terror im Jemen: IS bekennt sich zu blutigen Moschee-Anschlägen"

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  • Keine andere Ideologie besitzt das Privileg, trotz seiner nicht endenden Blutspur, von unseren Medien stets in Schutz genommen zu werden. Seit Jahren ist „relativieren“, „verharmlosen“ oder gar „verschweigen“ die gängige Methode. Wir sehen jeden Tag neue Beweise dafür, wie diese Ideologie die Herzen vieler Menschen vergiftet. Selbstverständlichkeiten einer aufgeklärten Welt werden in vielen Ländern völlig ausradiert und auch in Europa macht sich wieder eine mittelalterlich anmutende Denkweise breit. Nur wenn wir dieser Ideologie kritisch auf den Zahn fühlen, können wir die Gefahr bannen. Mit Schönreden und Verharmlosen erreicht man, wie man wieder sehen kann, das Gegenteil.

  • Wieviel dumpfe Engstirnigkeit braucht es für so eine Aussage?

  • Wenn die Muslime keinen aus dem Westen umbringen können, dann machen sie es unter sich.

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