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Terror in Dänemark Polizei stürmt Internetcafé und nimmt Verdächtige fest

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Vilks bereits mehrfach bedroht

Attentate in Kopenhagen - mutmaßlicher Täter erschossen

Der dänische Geheimdienst PET erklärte nach der ersten Attacke, die Umstände der Tat legten nahe, dass es sich um einen Terrorakt handle. Polizeisprecher Jørgen Skov sagte, möglicherweise habe der Attentäter einen ähnlichen Anschlag geplant wie die beiden Terroristen, die Anfang Januar beim Angriff auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris zwölf Menschen erschossen hatten. Das Blatt hatte mehrfach Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Viele Muslime lehnen Terror ab, halten Bilder Mohammeds aber für eine Gotteslästerung.

An der Konferenz im Stadtteil Østerbro zum Thema „Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit“ nahm auch der französische Botschafter in Dänemark, François Zimeray, teil. Er twitterte nach den Schüssen, er sei noch am Leben. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve machte sich am Sonntag von Marokko aus auf den Weg in die dänische Hauptstadt.

Der Vermummte mit roter Mütze wurde von einer Überwachungskamera in Tatortnähe gefilmt. Quelle: dpa
Von der Polizei verbreitetes Fahndungsfoto

Der Vermummte mit roter Mütze wurde von einer Überwachungskamera in Tatortnähe gefilmt.

(Foto: dpa)

Der 68-jährige Vilks ist mehrfach bedroht worden, nachdem er 2007 den Propheten Mohammed als Hund karikiert hatte. 2010 versuchten zwei Brüder, Vilks’ Haus in Schweden anzuzünden. Im vergangenen Jahr wurde eine Frau im US-Staat Pennsylvania zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie versucht hatte, Vilks zu töten. Wenn der Künstler in Dänemark ist, steht er unter Polizeischutz.

Vilks sagte der AP, er gehe davon aus, er sei Ziel des ersten Attentats gewesen. „Welches anderes Motiv könnte es geben? Es ist möglich, dass es durch (die Terrorattacke auf) ‚Charlie Hebdo‘ inspiriert wurde.“

Staats- und Regierungschefs aus ganz Europa verurteilten die Attacken und versprachen Dänemark Unterstützung. Auch die USA erklärten, bei den Ermittlungen helfen zu wollen.

Netanjahu ruft Juden zur Auswanderung auf

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Juden in Europa nach den Terroranschlägen von Kopenhagen zur Auswanderung in den jüdischen Staat aufgerufen. „Juden wurden auf europäischem Boden ermordet, nur weil sie Juden waren“, sagte Netanjahu am Sonntag während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. „Diese Terrorwelle wird weitergehen.“

Er wende sich an die Juden in Europa: „Israel ist eure Heimstätte.“ Auf die Anschläge in Paris im Januar, bei denen auch vier Juden getötet worden waren, hatte Netanjahu bereits mit einem ähnlichen Aufruf reagiert.

Derweil steht die jüdische Gemeinde in Kopenhagen unter Schock. Ein 37-Jähriger jüdischen Glaubens war getötet worden, der wegen einer Bar Mitzwa vor dem Gotteshaus Wache hielt. „Ich bin schockiert. Alle sind schockiert“, sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Dan Rosenberg Asmussen, dem dänischen Fernsehen.

„Das ist das, was wir immer befürchtet haben. Und das, wovor wir die ganze Zeit gewarnt haben, dass es in Dänemark passieren könnte.“

Dänemarks Premierministerin Helle Thorning-Schmidt spricht angesichts der Anschläge von einem
Zwei tote Zivilisten und mehrere Verletzte

Dänemarks Premierministerin Helle Thorning-Schmidt spricht angesichts der Anschläge von einem "zynischen Akt des Terrors".

(Foto: dpa)

Schockiert zeigte sich auch der dänische Zeichner Kurt Westergaard (79). „Das ist ja ganz furchtbar“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Vielleicht konnte man es erwarten nach dem, was in Paris geschah, aber es ist doch ganz nah. Mein erstes Gefühl war: Ich wurde ganz wütend.“

Die Mohammed-Karikaturen, die Westergaard für die Zeitung „Jyllands-Posten“ zeichnete, lösten 2005 gewaltsame Proteste in der islamischen Welt aus. Mehrfach waren Westergaard und die Zeitung in den Jahren darauf Ziel von Anschlägen.
Er fühle sich seit dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mehr bedroht, sagte der 79-Jährige. „Und so ist es auch, glaube ich, mit all meinen Kollegen.“ Bedroht zu werden, sei ein absurder Gedanke. „Journalisten, Zeichner und Karikaturisten arbeiten natürlich weiter“, sagte Westergaard. „Man kann sie nicht verhindern, aber man kann ihnen natürlich drohen, und das macht auch einen sehr tiefen Eindruck.“

Den schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks, dem die Schüsse in Kopenhagen offensichtlich galten, habe er mehrmals getroffen. „Er ist ein sehr scharfer Karikaturist, und man kann ihn auch nicht stoppen“, sagte Westergaard.

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