„Terror-Regime“ Klitschko wirbt um Spenden für die ukrainische Armee

Heftige Gefechte beenden die Hoffnung auf Entspannung in der Ukraine. Nun wirbt der neu gewählte Bürgermeister von Kiew, Boxweltmeister Witali Klitschko, um Spenden für die Armee. EU und USA setzen lieber auf Diplomatie.
Update: 28.05.2014 - 01:37 Uhr 13 Kommentare
Witali Klitschko im Gespräch mit Ukrainern. Der neue Bürgermeister von Kiew findet, auch die Bevölkerung soll für die ukrainische Armee spenden. Am Dienstag gab es schwere Gefechte mit Separatisten. Quelle: dpa

Witali Klitschko im Gespräch mit Ukrainern. Der neue Bürgermeister von Kiew findet, auch die Bevölkerung soll für die ukrainische Armee spenden. Am Dienstag gab es schwere Gefechte mit Separatisten.

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Donezk/Berlin/Washington/BrüsselDer neu gewählte Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, wirbt um Spenden für das ukrainische Militär. Klitschko sagte in einem gemeinsamen Interview der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) mit dem am Sonntag zum Staatspräsidenten der Ukraine gewählten Oligarchen Petro Poroschenko, neben der "größeren staatlichen Unterstützung für die Armee" würden auch "Spenden aus der Bevölkerung" benötigt.

Es dürfe nicht sein, so Boxweltmeister Klitschko weiter, dass die Soldaten "nicht einmal vernünftige Schutzwesten" hätten. Schließlich kämpften sie "für die Sicherheit aller Ukrainer".

Der von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung gesponserte Politiker der Partei Udar ("Schlag") sprach von einer "schweren Verunsicherung" in der Bevölkerung wegen der sich zuspitzenden Lage in der Ostukraine. Das "Terror-Regime, das sich in einigen Städten entwickelt hat, ist nicht akzeptabel", fügte Klitschko hinzu.

Auch der neu gewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko setzt auf das Militär. Seiner Darstellung nach herrscht in der Ostukraine der „Kriegszustand“. „Die Anti-Terror-Operation hat endlich richtig begonnen“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). „Wir werden diesen Schrecken "beenden, hier wird echter Krieg gegen unser Land geführt.“

Er sehe es als seine vorrangige Aufgabe an, die Ukraine zu retten. „Wir befinden uns im Osten in "einem Kriegszustand, die Krim wurde von Russland besetzt und es gibt eine große Instabilität. Wir müssen "reagieren.“

Dutzende Tote bei Gefechten in der Ostukraine

Eines der Ziele des Einsatzes der Regierungstruppen im Osten sei, die Separatistenführer festnehmen zu lassen. „Wir wollen "sie festnehmen lassen und vor ein Gericht stellen“, sagte Poroschenko. „Aber klar ist auch: Wenn schwer bewaffnete Kämpfer auf "unsere Soldaten schießen, dann muss sich unser Militär wehren.“

Beim Beschuss von Milizstellungen und Wohngebieten in ostukrainischen Städten durch Panzer und Artillerie der ukrainischen Armee gab es seit Montag mehrere Dutzend Tote. Das Militär führt seit Tagen eine sogenannte Antiterroroffensive gegen Gegner der Kiewer Regierung im Osten der Ukraine. Die regulären Truppen werden dabei von Einheiten der "Nationalgarde" unterstützt, die sich aus ultrarechten Kämpfern zusammensetzen.

Nach heftigen Gefechten mit prorussischen Separatisten haben ukrainische Regierungstruppen nach eigenen Angaben am Dienstag den Flughafen von Donezk zurückerobert. Bei den bislang heftigsten Kämpfen in der Ostukraine wurden nach Angaben des Bürgermeisters von Donezk 40 Menschen getötet. In den Sog der Auseinandersetzungen gerieten auch vier Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die offenbar von Separatisten festgehalten werden.

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13 Kommentare zu "„Terror-Regime“: Klitschko wirbt um Spenden für die ukrainische Armee"

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  • Was wird das denn, Klitschko sammelt Geld für das Blutvergießen an seine Landsleute???
    Jetzt hat er endgültig verspielt!
    Von der Bevölkerung werden weitere finanzielle Opfer zur Ermordung der Landsleute abverlangt?
    Wo sind die Milliarden der Oligarchen? Sicher irgendwo sicher im Westen deponiert. Wenn sie doch achso viel für ihr Land übrig haben, warum geben sie nicht Ihre Milliarden in die Staatskasse? Selbst für einen Kredit an ihren Staat haben sie das nötige Vertrauen...
    Hat Klitschko schon einmal daran gedacht, das was er damals von den Gegnern auf dem Maidan abverlangt hat:
    VERHANDELN, nun selbst zu praktizieren.
    Sehr bedauerliche Entwicklung dieser "Persöhnlichkeit", für mich ist er als Politiker und Bürgermeister nicht tragbar.

    @ donolli:
    Sie scheinen die Lieferverträge mit Gazprom ja explizit zu kennen? Sie können das gleiche Verhalten mal ja mit Ihrem Gasversorger ausprobieren, Jahrelang Gas beziehen und nicht bezahlen und dann bei einer Preiserhöhung sagen, ich zahle die Altschulden nur, wenn du die Erhöhung zurücknimmst. Ich denke Sie würden in diesem Fall spätestens im Winter mit Holz heizen.

  • Sie haben ja keine Ahnung, davon aber offenbar mehr als genug. Was interessiert GAZPROM die Entscheidung in Stockholm, die drehen den Gashahn zu und gut ist. Die Russen haben sich schon um ein Gerichtsurteil aus Texas seinerzeit im Zusammenhang mit der Zerschlagung von Chodorkowskis Imperium einen Sch... gekümmert. Frohlocken ist also neben der Spur! Die derzeitige Herangehensweise, die Schulden zu bezahlen und mit GAZPROM zu verhandeln, ist allemal erfolgversprechender. Heute läuft die Frist übrigens ab ...

  • Die 40 to. Gold (im Wert von ca. 2 Milliarden US-$) sind die Anzahlung auf die Kosten (5 Milliarden) für die "westliche" Sicherstellung der Souveränität der Ukraine und deren Einbindung in den Westen!

  • Offensichtlich hat Washington nicht die Absicht, im Dialog mit Russland eine Lösung zu finden.

    Wir befinden uns seit 2009 inmitten eines gewaltigen Wirtschafts- und Währungskriegs, der auch ein Goldkrieg ist. Von den Massenmedien totgeschwiegen, stehen sich das westliche Bankenkartell um die private Fed und die aufstrebenden Nationen um die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gegenüber und kämpfen um jeden einzelnen Barren Gold.

    Nach Syrien wurde auch die Ukraine zu einem Spielball im erbitterten Machtkampf zwischen Ost und West, bei dem es nicht um Menschen geht, sondern um geostrategisches Kalkül und um Ressourcen wie Öl, Gas und Gold. Es geht beim Ukrainekonflikt um die Weltherrschaft, denn die Ukraine ist die Verbindung zwischen Russland und Europa - und die wollen bestimmte Kräfte in den USA mit allen Mitteln zerstören. Aus Sicht des Fed-Kartells muss eine friedliche Einheit aus Russland und Europa verhindert werden.

    Dafür scheint Washington offenbar bereit, einen Krieg gegen Russland anzuzetteln – oder will man nur für eine Weile von den massiven Problemen in der Weltwirtschaft und im Schuldgeldsystem ablenken?

    Auf jeden Fall war eine der ersten Amtshandlungen der vom Westen eingesetzten ukrainischen Marionettenregierung, die Goldreserven des Volkes, rund 40 To., im März 2014 still und heimlich vom Flughafen Boryspil aus nach New York zu schaffen!

    Für dieses "Geschenk" an die private Fed erhielt die Ukraine im Gegenzug umgehend Kredite vom IWF. Die Fed braucht solche "Goldspritzen" ganz dringend, denn ihre Tresore sind leer!
    All das Gold anderer Nationen, das hier zur Sicherheit eingelagert war, ist weg.
    Es wurde verleast, verborgt, verkauft. ( Auch unser Gold )

    Die Zentralbanken der größten westlichen Nationen wie den USA, Großbritannien und Deutschland, haben nicht annähernd so viel Gold, wie sie behaupten – vermutlich haben sie gar keines mehr.

    Es wird gelogen und getäuscht, es tobt ein Informationskrieg.

  • Da wird die Ukraine wahrscheinlich zusätzlich wegen ständigem Gasdiebstahl verknackt.

  • Immer wieder das gleiche, Oligarchen, Funktionäre und Politiker machen sich auf Kosten der Bevölkerung die Taschen voll und Vitali fällt dazu nur ein, der Bevölkerung weitere Hilfsgelder für bessere Ausrüstung zur Ermordung eines Teils der freiheitliebenden Bevölkerung abzuschwatzen.
    Im Prinzip ist es nichts anderes, als hier im Westen auch. Der Gott Mammon steht nach wie vor über allem.

  • ...der ihnen sowieso komplett fehlt!

  • Mitr sind "Politamateure" lieber, die ehrlich versuchen etwas zu tun, als irgenwelche korrupte und moralisch verkommene "Profipolitiker"!

  • Jazenjuk hat die richtige Antwort auf die Gasdrohungen der Russen:
    Er bringt den Gasvertrag vor den internationalen Gerichtshof, dann müssen alle Karten auf den Tisch und das wird oberpeinlich für Gazprom werden und eine Gsamtrechnung wird gemacht werden!

  • Was dieser "Haudrauf-Spezialist" braucht, ist nicht mehr Geld für den Krieg, sondern mehr Grips für den Frieden!

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