Terror und Flüchtlinge Obama lässt Erdogan doch nicht abblitzen

Der türkische Staatschef Erdogan besucht die US-Hauptstadt. Von Präsident Obama sollte er zu nächst aber kein bilaterales Treffen gewährt bekommen. Doch das Weiße Haus hat seine Meinung überraschend geändert.
Obama hat den türkischen Präsidenten doch noch zu getrennten Gesprächen empfangen. Quelle: AP
Kein Affont

Obama hat den türkischen Präsidenten doch noch zu getrennten Gesprächen empfangen.

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WashingtonUS-Präsident Barack Obama ist überraschend am Rande des Atomgipfels in Washington zu einem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammengekommen. Dabei sei es um die „US-türkische Zusammenarbeit in Fragen regionaler Sicherheit, Terrorabwehr und Migration“ gegangen, teilte das Weiße Haus am Donnerstagabend in der US-Hauptstadt mit.

Im Vorfeld des Gipfels hatte es geheißen, Obama werde Erdogan nicht wie andere Staatschefs zu getrennten Gesprächen empfangen. Dies war als Affront gegen Erdogan gesehen worden. Die Beziehungen zwischen den beiden traditionellen Verbündeten USA und Türkei sind derzeit unter anderem wegen der türkischen Militäroffensive gegen kurdische Kämpfer stark angespannt.

Lieber Obama als der Papst
Der Mann dem junge Menschen vertrauen
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„Einhundert Leute haben wir gefragt...“, so hieß es einst in der Quizshow „Familienduell“. Für die folgenden Erkenntnissen wurden ebenfalls Menschen befragt, allerdings deutlich mehr als einhundert: Jeweils rund 1000 Vertreter aus jedem G20 Staat stellten sich verschiedenen politischen Fragen, insgesamt 20.175. Zu verschiedenen Themen wurden sowohl alle Nationen befragt, als auch nur Vertreter bestimmter Länder.

So wollte man von den 3.440 Teilnehmern zwischen 18 und 24 Jahren wissen, „welchen allgemein bekannten Führungspersönlichkeiten“, Firmen-,, Regierungschefs und geistigen Führern, sie am meisten trauen würden. Der Sieger: Barack Obama, der das Vertrauen von 33 Prozent der Befragten genießt. Der US-Präsident verweist damit Bill Gates (22 Prozent) und Papst Franziskus (19 Prozent) auf die Plätze. Der einzig andere Staatsmann in der Liste, Russlands Präsident Wladimir Putin, holte 13 Prozent – ebenso wie Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg.

Angela Merkel, beliebt in aller Welt
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Und wie sieht es mit dem Vertrauen in Angela Merkel aus? Gar nicht schlecht, auch weltweit. Die Umfrage, diesmal ohne Rücksicht auf das Alter zeigt: Das meiste Vertrauen schlägt der Kanzlerin immer noch in Deutschland entgegen, 23 Prozent der Deutschen nennen sie als die Führungspersönlichkeit mit dem besten Leumund. Kaum schlechter die Zahlen in Brasilien und Südkorea: Jeweils 22 Prozent sprechen hier „Mutti“ ihr Vertrauen aus. In den USA sind es noch stolze 12 Prozent. Deutlich schlechter die Zahlen aus Russland und – Italien. Vertrauen in die Kanzlerin haben hier jeweils nur 7 Prozent der Befragten. Am schlimmsten ist es in Indonesien: Hier fühlen sich bei Merkel nur 6 Prozent gut aufgehoben.

Merkel an die Macht!
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Und es geht sogar noch weiter! Befragt, wen sie als am fähigsten erachten würden Europa aus der Krise zu führen, entscheiden sich die Befragten aus Großbritannien, Italien und Frankreich allesamt für die deutsche Bundeskanzlerin – und gegen das eigene Staatsoberhaupt. In nackten Zahlen: Großbritannien: 13 Prozent für Premierminister David Cameron – 31 Prozent für Angela Merkel. Noch deutlicher das Bild in Italien: Lediglich sechs Prozent würden ihr Vertrauen in Regierungschef Matteo Renzi setzen, 33 Prozent dafür in Angela Merkel. Und in Frankreich schließlich glauben zwar „nur“ 25 Prozent an die deutsche Kanzlerin. Doch nur 6 Prozent hielten François Hollande für einen tauglichen Krisenmanager.

Ungeliebter Staatschef
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Überhaupt hat Frankreichs Präsident ein, vorsichtig ausgedrückt, kleines Vertrauensproblem. Einer Umfrage nur unter den tausend französischen Vertretern der G20-Umfrage zeigt: Die Führungspersönlichkeit der am meisten Vertrauen entgegengebracht wird ist: US-Präsident Barack Obama, der 34 Prozent der Stimmen holt. Ganz knapp dahinter: Der Dalai Lama, von 33 Prozent der Befragten als Vertrauenswürdig empfunden. Dagegen auf einem traurigen letzten Platz: François Hollande, der noch 9 Prozent der Franzosen überzeugen kann. Damit liegt Frankreichs Staatschef in der Gunst seiner Landsleute sogar noch hinter Russlands Präsident Wladimir Putin (12 Prozent).

Schlimme Zahlen für Jinping
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Skandal in China! Eine Umfrage unter 1000 Chinesen ergab: Lediglich 76 Prozent der Bevölkerung halten ihren Präsidenten, Xi Jinping (l.), auch gleichzeitig für den vertrauenswürdigsten Staatsmann der Welt. Ein Wert, der bei jeder deutschen Parteivorsitzenden-Wahl als Abstrafung gelten würde! Soviel steht fest: Kollegen Jinpings, wie Kim-Jong Un oder Erich Honecker, hätten solche demokratisch anmutenden Werte niemals durchgehen lassen. Und Recep Tayyip Erdoğan vermutlich umgehend den deutschen Botschafter einbestellt: Wie könne es sein, dass bei nur 76 Prozent eigener Beliebtheit, Angela Merkel unter den selben Befragten noch auf einen Wert von zehn Prozent komme? Und was hat der NDR damit zu tun?

Ungeliebt in der Welt ...
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Weltherrschaft – demokratisch wird das wohl nichts für Wladimir Putin. Bei der Frage, welche Führungspersönlichkeit sie geeignet für die Führung einer Weltregierung sähen, schneidet der Chef des immerhin größten Landes der Welt ausgesprochen schlecht ab: In 17 Ländern kommt Putin auf lediglich ein bis höchstens sieben Prozent der Stimmen. In zehn davon nur auf ein bis vier. Darunter Länder wie die USA, Japan, China, außerdem fast ganz Südamerika und Westeuropa. Lediglich in Italien ist der Mann mit dem austrainierten Oberkörper besser gelitten: 15 Prozent stimmen dort für ihn. Auf dem amerikanischen Kontinent schert Mexiko aus und gibt Russlands Präsidenten 12 Prozent. Der kann sich immerhin auf die eigenen Landsleute verlassen: 66 Prozent der Russen wollen Putin for World President.

... Held (fast) aller Russen
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Apropos Putin und die Russen: Weltweit wollen auch in keinem Land mehr als 66 Prozent der Bevölkerung den eigenen Regierungschef als Weltherrscher sehen! Also doch noch Platz Eins für den charismatischen Ex-Geheimdienstler. Auf Platz Zwei folgt dann China, wo sich gerade mal 62 Prozent Xi Jinping als König der Welt wünschen. In Indien auf Platz drei ist es schon nicht mehr die Hälfte: Nur noch 48 Prozent wünschen sich eine von ihrem Premierminister Narendra Modi regierte Weltbevölkerung. Immer noch mehr als in den USA und Deutschland allerdings: Nur 25 Prozent der US-Bürger finden, dass Barack Obama eine gute Wahl als Chef einer Weltregierung wäre – und nur 15 Prozent der Deutschen tun es bei Angela Merkel.

Zudem zeigte sich das Weiße Haus in den vergangenen Monaten immer wieder besorgt über Angriffe auf Meinungsfreiheit und Demokratie in der Türkei. Am Donnerstag musste die US-Polizei Leibwächter Erdogans und prokurdische Demonstranten trennen, die vor einer Rede Erdogans am Washingtoner Brookings-Institut aneinander geraten waren. Dabei gingen die türkischen Sicherheitskräfte auch gegen Journalisten vor.

  • afp
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