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Terrorbekämpfung US-Visa bald nur noch bei Angabe von Social-Media-Konten

Wer ein US-Visum beantragen möchte, muss bald auch seine Accounts bei Twitter oder Facebook offenlegen. Davon wären Aupairs ebenso wie Manager oder Expats betroffen.
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Wer ein US-Visum möchte, könnte bald gezwungen sein seine Social-Media-Accounts der letzten fünf Jahre offenzulegen. Quelle: imago stock&people
US-Visum

Wer ein US-Visum möchte, könnte bald gezwungen sein seine Social-Media-Accounts der letzten fünf Jahre offenzulegen.

(Foto: imago stock&people)

Washington
Das US-Außenministerium will in Zukunft alle Visumsbewerber dazu verpflichten, ihre Daten aus sozialen Netzwerken offen zulegen. Das umfasst zum Beispiel Facebook- oder Twitter-Nutzernamen. Bewerber sollen zudem verpflichtet werden, auf Visaanträgen E-Mail Adressen und Telefonnummern zu nennen, die sie in den letzten fünf Jahren genutzt haben.

Eine entsprechende Regelung wird das Außenministerium in den kommenden Tagen veröffentlichen, ab dann gelten 60 Tage Zeit, in der die Öffentlichkeit zu dem Plan Stellung nehmen kann.
Wer aus Deutschland mit einem Touristenvisum in die USA einreisen möchte, wäre von der Änderung wohl nicht betroffen. Doch Zehntausende Aupairs, Manager oder Expats, die ein reguläres Visum zum Arbeiten benötigen, müssten ihre Identitäten in sozialen Netzwerken ebenso preisgeben wie etwa Wissenschaftler.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will künftig alle Visabewerber kritischer prüfen. Bislang gilt eine verschärfte Prozedur nur für einige Länder mit hauptsächlich muslimischer Bevölkerung. Von der neuen Regelung sollen nur wenige Visa-Bewerber, zum Beispiel aus diplomatischen Dienst, ausgenommen werden.

Diese Dinge sollten Sie unbedingt vor Ihrem Auslandsjob klären
Das haben Sie vor der Arbeit im Ausland zu tun
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Bevor es losgeht, gibt es ganz schön viel zu tun. Damit Sie nichts vergessen, haben Anne Jacoby und Florian Vollmers, deren Buch „Kapstadt statt Karstadt – So geht internationale Karriere heute“ kürzlich im Campus Verlag erschienen ist, eine große Checkliste für Sie zusammengestellt.

(Foto: Getty Images)
Visa, Zoll, Steuern, Dokumente
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Lesen Sie immer die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und informieren Sie sich über Visa und Zoll; Sie brauchen schließlich eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn Sie im Ausland arbeiten wollen. Genauso wichtig können ein Konto und ein neuer Handyvertrag sein, den Sie im Ausland abschließen. Was den Arbeitsvertrag betrifft, sollten Sie Sonderkonditionen verhandeln, denn das Leben im Ausland ist nicht nur für Ihren Arbeitgeber sehr teuer. Klären Sie vorab auch, wer die Kosten für Dokumente (Beglaubigungen, Übersetzungen, Gebühren) übernimmt und welche zusätzlichen Versicherungen Sie brauchen. Und sprechen Sie mit Ihrem Chef über eine Look&See-Reise – im Idealfall für die ganze Familie – vor der Entsendung.

(Foto: dpa)
Führerschein, Medikamente, Reintegration
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Beantragen Sie einen internationalen Führerschein und gegebenenfalls einen Studentenausweis. In den USA brauchen Sie irgendwann eine Driver’s License des jeweiligen Bundesstaats – hierüber informieren die US-bundesstaatlichen State Boards. Legen Sie außerdem eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern an, um ggf Bank- oder Kreditkarten sperren zu lassen und um die Botschaft oder wichtige Versicherungen schnell kontaktieren zu können. Schon vor der Abfahrt sollten Sie auch die Reintegration nach der Rückkehr mit dem Chef klären. Diabetiker und Allergiker sollten ausreichend Medikamente bzw. Rezepte organisieren.

(Foto: AFP)
Diese Dokumente gehören in Ihr Gepäck
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Reisepass, Impfpass, Personalausweis, Gesundheitspass, Brillenpass, Krankenversicherungsnachweis, internationaler Studentenausweis, wenn Sie studieren, internationaler Führerschein, Arbeitsvertrag, Kreditkarte, ggf. Visum, polizeiliches Führungszeugnis, Geburts- und Heiratsurkunde sowie relevante Unterlagen für die Schulen der Kinder. Sinnvoll vor allem für Krisengebiete: Testament, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht.

(Foto: ZB)
So organisieren Sie Ihren Umzug
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Verkaufen, kündigen oder vermieten Sie die Wohnung in Ihrem Heimatland unter. Möbel lassen sich in einem Mietlager oder bei Freunden unterbringen. Wenn Sie etwas mitnehmen möchten, erkundigen Sie beim Zoll nach den Formalitäten und informieren Sie Post, Banken, Finanzamt, Versicherungen, Einwohnermeldeamt, Kindertagesstätten und Schulen über die neue Adresse.

(Foto: dpa)
Versicherungen, Mitgliedschaften, Haustiere
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Klären Sie mit allen Versicherungen den Status ab und denken Sie bei Abonnements über eine Kündigung nach oder lassen Sie den Vertrag ruhen; insbesondere Internet, Telefon, TV, Radio, GEZ, Strom- und Gas-/Wasserversorger. Wenn Sie ein Haustier haben, organisieren u.a. Einfuhrbestätigungen, Impfungen, Quarantäne und den Transport. Not least: Feiern Sie Ihre Abschiedsparty!

(Foto: Getty Images)
Das ist zu tun, wenn Sie zurück nach Hause wollen
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Lassen Sie sich im Ausland erworbene Qualifikationen anerkennen und holen Sie Bestätigungen über geleistete Sozialversicherungsbeiträge und die Dauer des Aufenthalts ein. Verhandeln Sie ggf. die Übernahme von Maklerkosten und eine Kostenpauschale für den Umzug – Unterstützung gibt es dabei auch von einem Relocation Service. Ändern Sie wieder die Adressen bei Post, Banken, Finanzamt & Co. und klären Sie den Status mit allen Versicherungen und Verträgen (Internet, Telefon, TV, Radio etc.) ab.

Rund 15 Millionen Ausländer bewerben sich jedes Jahr um ein Visum für die USA. Die neue Regelung würde alle Bewerber treffen, unabhängig davon ob sie in die USA einwandern wollen, oder nur eine Aufenthaltserlaubnis möchten.
Das Außenministerium schätzt, dass circa 710.000 Einwanderer von der Gesetzgebung betroffen wären, zusätzlich 14 Millionen Bewerber, die in den USA studieren oder arbeiten möchten. Informationen aus Sozialen Medien wurden bisher nur von Bewerbern verlangt, die sich zuvor in Gebieten aufgehalten haben, die von Terrororganisationen kontrolliert werden. In diese Kategorie vielen bisher jedes Jahr circa 65.000 Menschen.

Nach der Phase der öffentlichen Beteiligung an dem Plan muss der Haushaltsausschuss das neue Programm auf Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit prüfen. Sollte dieser das Verfahren genehmigen, bekämen Bewerber sämtlicher Visumstypen eine Liste von Sozialen Medien vorgelegt. Für die abgefragten Plattformen müssten dann alle eventuell genutzten Accounts der letzten fünf Jahre angegeben werden. Außerdem sollten Antragsteller freiwillig Angaben zu Plattformen zu machen, die nicht auf der Liste zu finden sind.

Im vergangenen Jahr gewährten die US-Konsulate in Deutschland fast hunderttausend Nicht-Einwanderungsvisa. Dazu zählen zum Beispiel Visa des Typ „L-1“ für Mitarbeiter, die von deutschen Unternehmen in die USA entsandt werden. Im vergangenen Jahr erhielten mehr als 4.000 Deutsche ein solches Visum. Fast 20.000-mal stellten die USA im Haushaltsjahr 2017 J-1-Visa etwa für deutsche Aupairs aus und etwa 26.000-mal B1/B2-Visa für Geschäftsreisende.
Bereits auf bisherigen Visaanträgen ist ein Feld für die Angabe zu Accounts in sozialen Netzwerken vorgesehen. Allerdings trägt diese Zeile im Antragsformular DS-160 den Zusatz „optional“.

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3 Kommentare zu "Terrorbekämpfung: US-Visa bald nur noch bei Angabe von Social-Media-Konten"

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  • Nicht dass ich unbedingt in die USA möchte, aber dann wäre es für mich unmöglich. Ich kann mich noch erinnern, welchen Aufstand es in D 1987 zur Volkszählung gab. Dabei wurden die Daten anonym abgefragt. Heute geben die Menschen ihre Daten freiwillig her, mit vollem Namen. Orwell hat sich um einige Jahre geirrt, dafür ist er zu kurz gesprungen. Einige seiner Vorstellungen werden heute schon übertroffen. Warum soll ich eigentlich Geld in ein Land tragen, dass mich so behandelt?

  • Ich musste schmunzeln als ich das las, denn ich habe schon vor ca. 10 Jahren prophezeit dass es so kommen würde. Ich mache jetzt noch eine Prophezeiung: Irgendwann wird man verpflichtet sein ein Smartphone mit sich zu führen und man wird als 'Terrorist' verdächtigt werden wenn man das nicht tut. Oder man löst das Problem einfach indem man Bargeld abschafft und man ohne Smartphone einfach nicht mehr bezahlen kann. Jedenfalls wird man dafür sorgen, dass man jeden auf Tritt und schritt überwachen kann und man wird diejenigen die versuchen sich der Generalüberwachung zu entziehen, bestrafen.

    Übrigens: Ich habe gar keinen Twitter Account, ebenso wenig einen Facebook Account o.ä. Ich habe nicht einmal ein Smartphone. Also könnte jemand wie ich gar nicht in die USA einreisen. Es sei denn, man legt sich solche Accounts ausschliesslich aus solchen Gründen an und gestaltet die entsprechend und pappt da USA Fahnen und Bilder von Donald Trump rein.

  • Ob man so die russischen Trolle draußen halten kann?
    Naja, ein Versuch ist es Wert.