„Teufelskreis durchbrochen“ Griechen bitten um Erleichterung bei Hilfsauflagen

Die griechische Regierung sieht Erfolge bei der Krisenbekämpfung und will daher den Gürtel etwas lockerer schnallen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessere sich und das Vertrauen in den Finanzsektor nehme zu.
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In Brüssel ein gefragter Mann: Griechenlands Premier Antonis Samaras nach einer Ankunft auf dem EU-Gipfel. Quelle: AP/dpa

In Brüssel ein gefragter Mann: Griechenlands Premier Antonis Samaras nach einer Ankunft auf dem EU-Gipfel.

(Foto: AP/dpa)

BerlinGriechenlands Regierung sieht erste Erfolge im Kampf gegen die schwere Wirtschaftskrise. Man habe den Grundstein gelegt, um „den Teufelskreis aus Defizit und Rezession zu durchbrechen“, heißt es in einem Papier des griechischen Finanzministeriums, das dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt. Auf sieben Seiten listet es Zahlen auf, die eine Besserung der Lage belegen sollen, etwa bei der Haushaltskonsolidierung. So wird darauf verwiesen, dass der Staat im Januar einen Primärüberschuss von 415 Millionen Euro erzielt hat, ohne Berücksichtigung von Zinszahlungen.

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessere sich, heißt es in dem Papier. Das Vertrauen in den griechischen Finanzsektor nehme zu. Allein im Dezember seien die Einlagen bei den griechischen Banken um sechs Milliarden Euro gestiegen.

Angesichts der positiven Anzeichen soll die griechische Regierung in den Gesprächen mit der Geldgeber-Troika darauf dringen, einige Auflagen des Hilfsprogramms zu lockern. Nach Informationen des Handelsblatts hat Athen vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel vorübergehend deutlich zu senken. Das solle die Tourismusbranche in der Hochsaison stützen, hieß es. Zudem wäre es ein Signal an die griechische Bevölkerung, die seit drei Jahren unter dem Sparkurs leidet.

Die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) soll größere Zugeständnisse allerdings ablehnen. Die Finanzierung des Hilfsprogramms sei ohnehin „auf Kante genäht“, hieß es in Kreisen der Geldgeber. Die Troika war in den vergangenen zwei Wochen in Athen, um zu kontrollieren, ob die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche erfüllt sind. Die Gespräche wurden unterbrochen und sollen Anfang April fortgesetzt werden.

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36 Kommentare zu "„Teufelskreis durchbrochen“: Griechen bitten um Erleichterung bei Hilfsauflagen"

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  • UND in einem Drittel des Landes noch 80 % der Industrie abmontieren, wie in Ostdeutschland durch die Russen.

  • @ anonym
    ... nicht existente Wirtschaftsverständnis einerger...

    Sie sollten mal ruhig und gelassen von Nord nach Süd, von West nach Ost in EU- Hellas reisen.
    Wirtschaftsanalyse oder so. Gesellschaftsstrukturen erfassen Sie nur nach laengerer Aufenthaltsdauer.
    Recht schockierend, so die Bilder.

  • 'Das (nichtexistente) Geschichtsverständnis einiger Leute erzeugt bei mir Übelkeit und Erbrechen.'
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    So geht es mir bezogen auf das (nicht existente) Wirtschaftsverständnis (u.a. von Rechner)

  • 'eindimensional' sagt
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    hätte man deutschland nach beiden weltkriegen in ein solches korsett, wie es die griechen jetzt tragen müssen, gezwungen, stünden wir nicht dort, wo wir jetzt sind.
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    Hä?

    Hatten wir vielleicht bei anderen Geld gepumpt?

    Wenn Sie Griechenland die gleichen "Startchancen" wie Deutschland nach dem 2. Weltkrieg geben wollten, dann müßten Sie erst 'mal das Land in Schutt und Asche bomben, Mazedonien von Bulgarien besetzen, die dortige Bevölkerung vertreiben oder ermorden lassen und durch Abholzen der Olivenbäume (als gleichwertiger Ersatz für die Demontage der Düngemittelindustrie) eine Hungesnot erzeugen.

    ...

    Das (nichtexistente) Geschichtsverständnis einiger Leute erzeugt bei mir Übelkeit und Erbrechen.

  • "... und deutschland ist auch nicht das maß aller dinge. wir haben uns auch einiges vorzuwerfen..."
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    Das bestreite ich ja auch nicht, denn auch hier muß einiges verbessert werden. Aber ein Vergleich mit Griechenland ist m.E. nicht annähernd gegeben, da liegen dann doch schon noch Welten zwischen.

  • fast alle kommentare hier entstammen einer eindimensionalen betrachtung. wer andere internationale quellen hinzuzieht und mit griechen spricht, sowie selber einige zeit in griechenland war, würde niemals auf eine solche weltfremde und ignorante weise über griechenland herziehen.
    natürlich hat griechenland als staat und auch deren bevölkerung fehler gemacht, aber zu der heutigen krisensituation haben noch viele andere länder beigetragen. momentan leiden in griechenland überwiegend die falschen teile der bevölkerung (mittelstand und niedriger).
    hätte man deutschland nach beiden weltkriegen in ein solches korsett, wie es die griechen jetzt tragen müssen, gezwungen, stünden wir nicht dort, wo wir jetzt sind.

  • 'Fredi' sagt
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    Haben die Finanzverbrecher denn immer noch nicht genug am Leid der griechischen Bevölkerung verdient?
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    Lächerlich.

    Davon daß die "Finanzverbrecher" der "leidenden griechischen Bevölkerung" 100 Mrd Schulden erlassen haben ist Ihnen wohl nichts bekannt.

    Ein VERLUST von 100 Milliarden ist kein Gewinn.

    Mit diesem Geld (10.000 Euro pro Nase, plus weitere 20.000 Euro pro Nase die noch nicht zurückgezahlt oder erlassen wurden) hat es sich die "leidende griechische Bevölkerung" gut gehen lassen.

  • O-Ton Kleptokraten
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    Angesichts der positiven Anzeichen soll die griechische Regierung in den Gesprächen mit der Geldgeber-Troika darauf dringen, einige Auflagen des Hilfsprogramms zu lockern.
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    Eine wunderbare Logik:

    Die Medizin wirkt endlich - also bitte weniger davon.

    ...

    Die wichtigsten Schritte zur Sanierung ihrer Staatsfinanzen müßten die Griechen jetzt selbst tun:

    1. Endlich korrekt Steuern erheben und beitreiben.

    2. Schluß mir der Korruption.

    3. Abbau des byzanthinischen Beamtenapparats.

    Statt dessen richten sie Forderungen an andere:

    Noch mehr EU-Knete!

    ...

    Es ist mir unbegreiflich, daß die Hilfszahlungen noch nicht eingestellt wurden.

    Hier liegt ein schwerwiegender Fehler in der Mentalität vor, der konservativ nicht behandelt werden kann.

  • @ Wolfsfreund

    Und da ist in Griechenland reichlich zur Besicherung vorhanden!!!

  • @ wolfsfreund:
    gucke dir die top 30 an, dann bleibt von der EU nicht mehr viel übrig.

    also nicht ganz so vorschnell! und deutschland ist auch nicht das maß aller dinge. wir haben uns auch einiges vorzuwerfen...

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