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Thailand Wirtschaft beunruhigt über Eskalation der Gewalt

Die aktuelle Eskalation der blutigen Unruhen in Thailand hat die Sorge vor massiven Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes und den Rückzug ausländischer Investoren verschärft. Viele Unternehmen schlossen am Freitag ihre Büros in Bangkoks zentralem Geschäftsviertel aus Sorge vor einer Ausweitung der gewalttätigen Zusammenstöße zwischen den Sicherheitskräften und den regierungsfeindlichen Demonstranten, darunter deutsche Firmen wie BASF.
  • Helmut Hauschild
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Die Gewalt eskaliert in Thailand. Quelle: ap

Die Gewalt eskaliert in Thailand.

(Foto: ap)

NEU-DELHI. Der Touristikkonzern Tui stornierte alle Reisen nach Bangkok bis Ende Mai, nachdem das Auswärtige Amt dringend vor Besuchen von Thailands Hauptstadt gewarnt hatte.

"Wenn die Situation in Thailand weiter eskaliert, dann ist das ein Anlass zu großer Sorge", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Werner Schnappauf, dem Handelsblatt. Die Wirtschaft brauche ein sicheres Umfeld.

Martin Klose von der Kanzlei Rödl & Partner, die viele deutsche Unternehmen in Thailand berät, riet Investoren zu Vorsicht bei einem Engagement in dem einst für Firmenansiedlungen beliebten Land. "Der Konflikt darf nicht zu einem Dauerbrenner werden, sonst reagieren Unternehmen abgeschreckt", warnte Klose. Die Regierung sei durch die Unruhen praktisch gelähmt, wichtige Entscheidungen ihres Konjunkturprogramms zum Ausbau der Infrastruktur lägen deshalb auf Eis.

Laut Thailands Finanzminister Korn Chatikavanij hat das Land bereits einen halben Prozentpunkt Wirtschaftswachstum durch die seit Wochen andauernden Proteste verloren. Sollten der Konflikt bis Jahresende nicht gelöst sein, könnte die Wachstumseinbuße auf zwei Prozentpunkte ansteigen, sagte Korn. Die optimistische Prognose von Thailands Zentralbank, das Bruttoinlandsprodukt werde dieses Jahr um 5,8 Prozent steigen, ist damit Makulatur, obwohl das Land jüngst noch einen starken Anstieg der Exporte verzeichnet hat.

Zunehmend besorgt reagieren auch die Nachbarländer in Südostasien. Der Generalsekretär der Gemein-schaft Südostasiatischer Staaten (Asean), Surin Pitsuwan, warnte vor einem "Vertrauens- und Imageverlust" für die Region, sollten die Unruhen in Thailand nicht bald beendet werden. "Wir haben der Regierung von Premierminister Abhisit unsere Befürchtungen mitgeteilt", sagte Surin dem Handelsblatt. Das Land brauche innere Reformen, um die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden. Die indonesische Handelsministerin Mari Pangetsu mahnte zu einer friedlichen Lösung des Konflikts.

Thailand ist ein politisch zentrales Mitglied der Asean-Gemeinschaft, deren zehn Staaten bis 2015 einen Binnenmarkt nach Vorbild der Europäischen Union schaffen wollen. Indonesiens Handelsministerin äußerte sich zuversichtlich, dass der Zeitplan durch die Unruhen in Thailand nicht gefährdet werde. Zugleich betonte sie jedoch mit Blick auf Thailand, dass Asean auch ohne einzelne Mitglieder auf dem Weg zu einem Binnenmarkt voranschreiten könne, sollten diese politisch handlungsunfähig sein.

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