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Theresa May Ungeordneter Brexit wäre "kein Weltuntergang"

Deutschland und Irland warnen vor einem ungeordneten Brexit. Die britische Premierministerin hält dieses Szenario zwar für unangenehm – aber machbar.
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Die britische Premierministerin will am liebsten einen
Theresa May

Die britische Premierministerin will am liebsten einen "weichen" Brexit.

(Foto: AFP)

LondonDie britische Premierministerin Theresa May dämpft Sorgen vor einem ungeordneten Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union.

Sollte es nicht gelingen, eine Vereinbarung über die Beziehungen zur EU nach dem Brexit zu erzielen, wäre das zwar kein "Spaziergang im Park", aber auch "kein Weltuntergang", sagte sie am Dienstag dem Sender Sky News zufolge vor ihrem Abflug nach Südafrika. Sie hoffe darauf, eine wirtschaftsfreundliche Vereinbarung zu finden. Es sei aber besser, die EU ohne Abkommen zu verlassen als mit einem schlechten Abkommen.

Deutschland und Irland warnten dagegen vor einem ungeordneten Brexit. Ein Austritt Großbritanniens aus der EU ohne eine Vereinbarung über die künftigen Beziehungen würde Nachteile für alle mit sich bringen, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas nach einem Gespräch mit seinem irischen Kollegen Simon Coveney.

Dieser erklärte, sein Land habe Notfall-Pläne für alle Eventualitäten entwickelt. Er sehe aber immer noch die Möglichkeit, zu einem geordneten und koordinierten Brexit zu kommen, der die negativen Folgen begrenze.

Dabei forderte er die Regierung in London auf, bei den Gesprächen auf die EU zuzugehen. Er begrüße, dass Großbritannien vor einem Monat detailliertere Vorstellungen vorgelegt habe, wie die Beziehungen zwischen EU und dem Land nach dem Brexit aussehen sollten, sagte Coveney. Damit gebe es zumindest eine Basis für weitere Gespräche.

"Ich hoffe, dass die britische Regierung in der Lage sein wird, diese Position über die Zeit noch weiterzuentwickeln", sagte der Ire. Am wichtigsten für die irische Regierung ist die Lösung der Grenzfrage zwischen Irland und Nordirland, die nach dem Brexit eine Außengrenze der EU wäre. Diese Frage gehört zu den größten Knackpunkten bei den festgefahrenen Brexit-Verhandlungen.

Die Furcht vor einem ungeordneten Brexit drückte den Kurs der britischen Landeswährung. Die britische Währung war mit 1,1016 Euro zeitweise so billig wie zuletzt vor einem Jahr. Das britische Finanzministerium wies einen Bericht des "Evening Standard" zurück, wonach die Regierung Notenbankchef Mark Carney diskret zum Bleiben für ein weiteres Jahr aufgefordert habe. "Wir erkennen den Bericht überhaupt nicht an", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der Zeitungsmeldung zufolge wurde Carney zum Bleiben aufgefordert, um während des Brexit Kontinuität zu gewährleisten. Seine Amtszeit endet am 30. Juli 2019. Chefredakteur des "Evening Standard" ist Ex-Finanzminister George Osborne, der den Kanadier Carney 2013 zur Notenbank geholt hatte.

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