Tiananmen-Massaker in China „Die Kommunistische Partei wird nervös“

Die chinesische Regierung fürchtet den heutigen Jahrestag des Tiananmen-Massakers – und greift zu illegalen Methoden, um Demonstrationen zu verhindern. Die Internetzensur ist noch die harmloseste.
10 Kommentare

Gedenken an das Tian’anmen-Massaker

PekingDie chinesische Regierung schüchtert vor dem Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz Kritiker massiv ein und kontrolliert Medien und Internet strenger als üblich. Google ist landesweit kaum noch zugänglich. In Hongkong laufen unterdessen die Vorbereitungen für Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen.

Am 4. Juni jährt sich der Militäreinsatz in der Pekinger Innenstadt zum fünfundzwanzigsten Mal. Damals starben mehr als tausend Menschen, nachdem Studenten sechs Wochen lang auf dem Tiananmen-Platz für mehr politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit demonstriert hatten.

Seitdem ist klar: In China herrscht zwar wirtschaftliche Freiheit, doch die regierenden Kommunisten halten eisern an der Macht fest. Auch heute tut die Partei noch alles, um Kritik zu unterdrücken. In den vergangenen Tagen und Wochen hat die Polizei konsequent alle Akademiker, Journalisten, Künstler und Rechtsanwälte von der Straße geholt, die an den traurigen Jahrestag erinnern wollten – insgesamt rund 100 Personen.

Am Wochenende traf es den australisch-chinesischen Künstler Guo Jian, den die Polizei aus seiner Wohnung in einer Künstlerkolonie bei Peking verschleppt hat. Dem 52-Jährigen war es noch gelungen, von seinem Handy aus zwei Kurznachrichten abzusetzen. Freunden des Künstlers zufolge haben die Sicherheitskräfte ihm signalisiert, dass er in zwei Wochen wieder aus der Untersuchungshaft freikommt – mit gebührendem Sicherheitsabstand zu dem Jahrestag. Guo hatte zuvor ein Kunstwerk ausgestellt, für das er ein Modell des Tiananmen-Platzes mit Hackfleisch bedeckt hatte.


Die Polizei nutzt derzeit vor allem drei Instrumente, um Kritiker auf mehr oder minder legale Weise aus dem Verkehr zu ziehen. In den meisten Fälle verhaftet sie die Betroffenen unter dem Verdacht der „Unruhestiftung“ oder „Anstiftung zum Aufstand“ und steckt sie für mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Gegen besonders hartnäckige Dissidenten erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage, um sie von Gerichten zu langen Gefängnisstrafen verurteilen zu lassen. Eine dritte Gruppe steht lediglich unter Hausarrest.

Der 40-jährige Regimekritiker Hu Jia beispielsweise darf bereits seit dem 24. Februar seine Wohnung nicht verlassen. „Das steht im Zusammenhang mit der Mission zur Stabilisierung der Verhältnisse“, sagt Hu über Skype.
Der Ablauf dieser Polizeiaktion zeichnet unfreiwillig die Ereignisse vor einem Vierteljahrhundert nach, denn die geschichtsbewussten Chinesen nehmen Jahrestage oft als Anlass für Proteste. Die „Mission“ hat am 17. Januar begonnen, dem Todestag des reformorientierten KP-Chefs Zhao Ziyang.

„Die Niederschlagung der Proteste war ungewöhnlich brutal“
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10 Kommentare zu "Tiananmen-Massaker in China: „Die Kommunistische Partei wird nervös“"

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  • Jetzt hab ich schon gelesen....
    Die Kommunistische Partei der Merkel-Union wird nervös....

  • @dueffeldoffel

    wie ich schon geschrieben habe, dauert es sehr lange aus der anerzogenen Matrix auszubrechen, aber der zweite Teil (nicht jedoch der erste) ihres Postings macht Hoffnung.

    Im übrigen sehe ich sehr viel Polemik und persönliche Diffamierungen gegen meinen "Quatsch", aber wenig Sachargumente.

    Und ich möchte nocheinmal darauf hinweisen, daß wir uns nicht entscheiden müssen, welches Gift uns lieber ist. Das ist KEIN "entweder-oder". Wir können uns selber einen schmackhaften Drank brauen.

  • @Marco99
    da der Kommentator erfreulicherweise seinen Nutzernamen beibehält, liegt es am Ausprägungsgrad Ihrer masochistischen Neigungen, ob Sie diesen Quatsch freiwillig weiter lesen!

    In der Sache stimme ich Ihnen zu, auch ich würde mich für eine westliche Demokratie mit geschützten Menschen- und Freiheitsrechten entscheiden, wenn ich meine Heimat auszusuchen hätte. Für die Masse der weitgehend unpolitischen Bevölkerung in China ist allerdings kaum ein Unterschied in ihrer Lebensqualität wahrnehmbar. Ich vermute, mit dem wachsenden Wohlstand und gesicherten Lebensgrundlagen wird der Stellenwert dieser nicht materiellen Werte aber auch die Umweltschutzproblematik langsam an Bedeutung gewinnen. Dann wird sich zeigen, ob das chinesische System zu weiteren fundamentalen Reformen in der Lage sein wird. Ich bin diesbezüglich Optimist aber wer kann grundlegende wirtschaftliche oder politische Umwälzungen schon wirklich vorhersagen. Was die USA betrifft, so bin ich in einer äußerst pro amerikanischen Umgebung aufgewachsen, und muss nun langsam akzeptieren, dass dieses Bild so nicht zu stimmen scheint. In Sachen Umweltschutz, Irakangriff, Bespitzelung der ganzen Welt zur Terrorprävention :-) und Folter, wenn der Zweck die Mittel heiligt, hat sich bei mir eine Ernüchterung eingestellt, die mich nicht die USA wählen ließe, wenn ich unter den westlichen Demokratien aussuchen sollte, auch wenn diese ihre Freiheit zu einem großen Teil den USA historisch verdanken mögen. Vom amerikanischen Essen, den Autos und den fundamental-christlichen Spinnern, die die Evolutionstheorie ad acta legen wollen, will ich gar nicht erst sprechen. Aber natürlich bin ich auch im Falle der USA unverbesserlicher Optimist, was die Zukunft betrifft.
    China und Russland würde ich nie in einen Topf werfen, da sich beide Fälle politisch, wirtschaftlich, kulturell und geografisch extrem voneinander unterscheiden. Außerdem kenne ich mich mit Russland noch schlechter aus als mit China.

  • @EU-Kommissar_Kalle_Blomquist

    Die Matrix (von Geburt an eingetrichtert) ist bei den meisten Leuten noch zu stark. Die Loslösung davon dauert auch unter Eindruck von Fakten (z.B. NSA-Affäre) lange (Eigenerfahrung), weil man sein liebgewonnenes Weltbild ungern einfach so wegwirft.

    Das Problem ist, daß natürlich auch die "Obrigkeit" auf den Zusammenbruch der Matrix reagiert und zunehmend den Übergang vom derzeit bei uns herrschenden System Huxleyscher Prägung ("westliche Demokratie") zum alles kontrollierenden und überwachenden Orwell-Staat vorantreibt (verstärkt sichtbar seit 2001, dem Beginn des "War of Terror").

    Marco99 findet sich so vielleicht schneller in einem Staat nach chinesischer Prägung wieder, als ihm lieb ist - und zwar ganz ohne Chinesen.

  • @Marco99
    "Eine staatliche Geheimpolizei in Deutschland, die alles und jeden überwacht - ohne lästige demokratische Kontrolle durch die Judikative, ohne zivile Rechte, um dagegen vorgehen zu können..."

    Nur eine kurze Frage hierzu: Haben sie das Ausmaß der aktuellen NSA-Affäre überhaupt verstanden?

    Statt hier in allgemeines Gebrubbel zu verfallen, könnten sie sich ja mal ganz konkret mit den vorgebrachten Argumenten von "hafnersp" auseinandersetzen.

  • @Marco99

    Natürlich ist es unangenehmer mittels des Orwellschen Konzepts und eisernen Ketten gefesselt zu sein, als mittels Huxleys Konzept des glücklichen Sklaven, der nur durch seine eigene Dummheit gefesselt ist bzw. durch eine "Software"-Matrix.

    Alle Systeme nutzen übrigens beide Konzepte, nur unterschieden in der jeweiligen Mischung der jeweiligen Anteile. Schwarz-Weiß-Denken ist hier völlig unangebracht.

    Aber man sollte auch nicht so tun, als wäre diese Blöcke die beiden einzigen Alternativen, aus denen man wählen und denen man sich unterwerfen müßte. Man sollte China und Rußland auch nicht überschätzen, die haben durchaus auch ihre eigenen Probleme.

    Es gibt hier kein Entweder-Oder. Deutschland und Europa können auf eigenen Füssen stehen in einer multipolaren Welt.
    Deutschland und Europa haben ihre eigene Interessen und diese sollten wir wahrnehmen, nicht die Interessen anderer, vor allem nicht, wenn sie unseren widersprechen oder uns - wenn alles schiefgeht - sogar in Kriege stürzen.

  • "alles Verschwörung, ist eigentlich alles zensiert vom Templerorden und den Mondlandungs/911/Chemtrail/Rosswell/ElvisLebt-Organisatoren"

    Sie haben die Bilderberger vergessen!

  • Ich frage mich nur, wie man bei diesem schönen Beispiel, immer wieder auf die Idee kommt, dass dieses Verhalten der chinesischen Regierung nur den politischen Bereich betreffen.

    Die Wirtschaft in China ist auch in der Hand der Parteikader und vor allem sind die veröffentlichten Wachstumszahlen für die Regierung hochpolitisch!

    Und so hat man 7% Wachstum, selbst wenn andere Wirtschaftsindikatoren für die Industrie eine Rezession sehen (was aber natürlich nach einem Monat bei der Meldung der nächsten Zahl sofort immer korrigiert wird).

  • @SuRai

    Alles hängt zusammen und ist EINE Strategie der USA ihre Dollar-Dominanz und "full spectrum dominance" (Weltherrschaft) zu sichern (siehe unter anderem Brzezinski).

    Jetzt bildet sich gerade ein Block, der sich dem entgegenstellt, sich aus dem US-System herauslöst und damit wird es gefährlich. Manchmal sind Politiker in ihre Memoiren ehrlich:

    „Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte.“
    Churchill zu Lord Robert Boothby, zit. in: Sidney Rogerson, Propaganda in the Next War, Vorwort zur 2. Auflage 2001.

    Genau das versuchen Rußland, China und Verbündete in Asien und Südamerika gerade ebenfalls und die USA fährt dagegen einen versteckten Weltkrieg (im Zeitalter der Atombomben ist ein heißer Krieg nicht empfehlenswert) - verschleiert von der von ihnen gesteuerten Politik und Presse. Dagegen hilft nur Transparenz und hierzu will ich meinen "Ameisen"-Beitrag liefern:

    "There is not a crime, there is not a dodge, there is not a trick, there is not a swindle, there is not a vice, that does not live by secrecy." Joseph Pulitzer

    Was ich davon habe? Ruhm, Ehre, Millionen-Bonus von "Putin"! Ganz bestimmt!

    Nein, ich lebe in einem mitteleuropäischen Land, dessen Regierung von einer Besatzungsmacht (bzw. deren Strippenzieher in der Hochfinanz) permanent dazu gezwungen wird, gegen sein eigenen Interessen zu handeln, um die Weltherrschaft des Dollars und der Anglo-Amerikanischen Eliten zu erhalten.

    Dagegen liefere ich meinen "Ameisen"-Beitrag. Eine Ameise alleine ist nichts, aber wenn diese sich zusammenschließen, kann sie nichts aufhalten. Man sieht das schon einmal daran, daß die deutsche Presse mittlerweile ihre Anti-Rußland Kriegshetze auf Eis gelegt hat und lieber über die Vorgänge in der Ostukraine (oder wo es sonst heißt wird - vielleicht bald China?) schweigt.

  • Oh, Putins Scherge ist wieder am Werk -- bei allem und jedem Thema läßt sich für ihn trefflich eine Verbindung zur Ukraine ziehen und die USA für alles Übel der Welt verantwortlich machen. Nur mal aus Interesse, welche Lobby vertreten Sie denn und was bringt das so ein?

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