Timoschenkos Tirade gegen Putin „Dem Mistkerl in die Stirn schießen“

Ein Telefonmitschnitt bringt die ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko in Erklärungsnot: Sie beschimpft darin die Russen und äußert eine Morddrohung gegen Putin. Die brisanteste Aussage streitet sie jedoch ab.
Update: 25.03.2014 - 16:47 Uhr 22 Kommentare

KiewErneut lassen Aussagen der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko aufhorchen: Jüngst hatte sie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „ungefilterten Faschismus“ vorgeworfen, nun sagt sie in einem Telefonat, dass sie gerne zu einer vollautomatischen Waffe greifen würde, um dem Anführer der Russen („Mistkerl“) in die Stirn zu schießen. Und weiter: „Ich werde die ganze Welt (gegen Russland) erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.“

Der Unterschied: Während ihr Hitler-Vergleich in der Zeitung gedruckt nachzulesen war, sollte die Morddrohung geheim bleiben. Doch nun ist ein Mitschnitt des Gesprächs von Mitte März, das Timoschenko mit Nestor Schufritsch, einem langjährigen Weggefährten von der prorussischen Partei der Regionen geführt hat, an die Öffentlichkeit gelangt. Mittlerweile lässt sich das Telefonat auf Youtube anhören – inzwischen auch schon mit deutschen Untertiteln.

Der Russland-Berichterstatter der Unions-Bundestagsfraktion, Karl-Georg Wellmann (CDU),  kritisierte die Todesdrohungen scharf. Zugleich äußerte Wellmann die Hoffnung, dass Timoschenko im Fall einer Präsidentschaftskandidatur die Wahl am 25. Mai nicht für sich entscheiden wird. „Die Ukraine braucht eine Staatsführung, die besonnen das Land in die europäische Normalität führt“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Gute Beziehungen zu allen Nachbarn seien wichtig. „Solche Formulierungen entsprechen nicht europäischen Standards und sind nicht geeignet, das Vertrauen in Richtung EU und Russlands aufzubauen.“

Die 53-jährige Timoschenko, die für viele noch ein Symbol der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 ist, lässt sich in dem Gespräch zu einer wahren Hasstirade hinreißen. Eine Serie von Flüchen gipfelt am Ende des Telefonats in der Aussage, dass die acht Millionen Russen, die auf dem Territorium der Ukraine leben, mit Atomwaffen zu erschießen seien.

Mittlerweile hat sich Timoschenko zu der Veröffentlichung geäußert. Die Echtheit des Gesprächs bezweifelt sie nicht, wohl aber die Passage mit den Atomwaffen. Via Twitter entschuldigte sie sich für die Flüche und beklagte, dass die Passage über den Umgang mit den in der Ukraine lebenden Russen eine Montage sei.

Zwei Monate vor der Präsidentenwahl in der Ukraine – bei der Timoschenko wohl kandidieren wird – schlossen Kritiker nicht aus, dass der zunächst von russischen Staatsmedien aufgegriffene Mitschnitt ein Teil von Timoschenkos Wahlkampagne ist. Damit wolle sich die 53-Jährige, der immer wieder enge Bande mit Putin vorgeworfen werden, als Nationalistin beweisen und im antirussisch geprägten Westen des Landes Stimmen sammeln.

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22 Kommentare zu "Timoschenkos Tirade gegen Putin: „Dem Mistkerl in die Stirn schießen“"

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  • Wer von den "Kommentatoren" hat denn wirklich direkten Kontakt zur Ukraine? - wohl die allerwenigsten!!! - denn dann würde man wissen, dass die normale Bevölkerung das ganze bisherige System loswerden will - die Korruption, die unter dem Putin-Freund Janukowitsch ins uferlos stieg, die Oligarchen etc., die mit ihrem Geld gar keinen "armen" ehrlichen Politiker hochkommen lassen usw. Warum verschafft sich die EU nicht mehr Einfluss in der Ukraine, spricht mit der normalen Bevölkerung? Klar, mit dem lahmarschigen Bürokratenhaufen in Brüssel ist nicht viel zu holen! - und die neue Hurra-Errungenschaft für die Ukrainer gemäß Kommissarin V. Reding, nämlich EU-Fähnchen schwenken, dürfte wohl ein wenig zu dürftig sein!

  • Angelas feine Freundin . Jetzt wissen wir wie sie tickt !
    Nicht nur aus diesem Grund ist die Aufregung westlicher Politiker und Medien über das, was die Bürger der Krim »wollen«, nicht ganz verständlich. Die Kritik von Obama. Merkel und Co. richtet sich deshalb auch gegen Russland respektive Putin. Der Wille der Mehrheit der Krimbewohner wird dabei komplett unter den Teppich gekehrt. Noch bedenklicher ist es, dass sich der Westen völlig kritiklos einseitig auf die Seite der neuen, mehr oder weniger selbsternannten, Regierung in Kiew schlägt. wo man doch gerade erst mit deren Vorgängern Janukowitsch und Timotschenko reichlich negative Erfahrungen gesammelt hat.

  • also mir fallen unflätige worte ein
    wenn die in meine sinneswelt gerät
    aber es ist gut das nun jeder weis das sie durchaus agressiev also kein mandela ist und kann sich darauf einstellen
    (zitat von anderer stelle: ja sie ein hundsfot aber sie ist unser hundsfot)

    alles was östlich der wisła rang pöstchen und namen hat ist tötlich für unsere landesverteidiger
    deshalb handel mit dehnen ja,
    aber nur soviel, das jederzeit von woandersher der bedarf gedeckt werden kann
    erst dann wird die bevölkerung diese misthaken zum teufel jagen

  • SEHR INTERESSANT

    die sich als ukrainische Nationalistin posizionierende Tante hält den Dialog in RUSSISCH!!! Die Sprache ihrer Erzfeinde..

    Ich glaube der Westen hat kapiert, dass er aufs falsche Pferd gesetzt hat, und jetzt wird der Fehler korrigiert.

    Mal schauen, wer als nächster Kandidat in ihre Fußstapfen tritt..

  • Bei der ganzen Zensur frag ich mich manchmal, warum sich das Handelsblatt nicht selber zensiert. Immerhin auch persönlich geworden ggü. Herrn Putin.

  • Frau Timoschenko vor Einweisung in die Psychiatrie der Charite ?
    Wenn die Krise in der Ukraine überhaupt noch beigelegt werden soll, muss die derzeitige Marionettenregierung - mit Oligarchen und Rechtsradikalen als Regierungsmitgliedern - durch eine ukrainische Regierung abgelöst werden, die aus freien und fairen Wahlen hervorgeht.
    Frau Timoschenko ist als Präsidentin der Ukraine aufgrund ihrer eigenen Vorgeschichte völlig ungeeignet und hat zudem ihre Emotionen nicht unter Kontrolle, die einer Beilegung des Konfliktes im Wege stehen würden.
    Für eine Person, die einen heißen Konflikt zwischen Atom-Supermächten heraufbeschwören möchte, sollte in der Charite noch ein hübsches Plätzchen in der Psychiatrie frei sein.

  • O je, Handelsblatt. Es geht doch nicht um den Aufmacher (Morddrohung gegen Putin; diese wird täglich mehrfach ausgesprochen), sondern um einen Pogrom. Der in einem Berliner Krankenhaus einsitzende Blondzopf begeht zudem auf deutschem Boden eine Straftat nach § 130 StGB (Strafgesetzbuch): Volksverhetzung. Der Tatbestand der Volksverhetzung kann mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fünf Jahren bestraft werden, zumindest dann, wenn dadurch der öffentliche Frieden gestört wird. Nun gut, Merkels Frieden wird wohl nicht gestört, aber zumindest mein Frieden.
    Wie schon erwähnt, geht es doch gar nicht um Putin = 1 Ermordeter. Die Grundstimmung der kranken Ukrainerin drückt sich nicht einmal in der von ihr (zunächst) widersprochenen Aussage aus, alle in der Ukraine lebenden Russen mit Atomwaffen zu töten = 8 Millionen Ermordete, sondern in der alles bisher in den Schatten stellenden Bemerkung, der sie nicht widersprochen hat, dass von „Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt, … sobald ich es kann“ = 145 Millionen Ermordete.
    Liegt es am Tablettenmix der Berliner Charité oder raucht die erwachsene Dame nebenbei verdorbenes Kraut – oder, und das ist die plausibelste Erklärung, war die Oligarchin schon immer so?

  • Zitat : „Dem Mistkerl in die Stirn schießen“

    - Auf die Frage des Gesprächspartners, was man denn mit den 8 Mio. Russen jetzt machen soll, die in der Ukraine noch verblieben sind, sagte die Gasprinzessin wörtlich :

    die müssen mittels Atomwaffen vernichtet werden !

    Schöne Freunde hat sich Merkel da angelacht !

    Und die EUtopia unterzeichnet mit dieser Mafia "Assoziierungsabkommen" ...??

    Unfassbar, auf welchem Niveau die Politutopia gelandet ist !

  • Was soll man dazu sagen?

    Vielleicht: "Gebt ihr eine automatische Waffe."

  • ...ich gehe mal davon aus, dass jeder halbwegs politisch interessiete Mensch Helmut Kohn pardon Kohl ( und somit seine Mentalität ) kannte...

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