Tod von Boris Nemzow Kreml macht Mord-Aufklärung zur Chefsache

General Igor Krasnow gilt als Experte für nationalistische Verbrechen und leitet nun die Sonderkommission zum Mord an Oppositionsführer Boris Nemzow. Unterdessen meldete sich Außenminister Lawrow zu Wort.
Update: 02.03.2015 - 14:08 Uhr 11 Kommentare

Heftiger Protest gegen Putin

MoskauNach dem kaltblütigen Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow haben die Moskauer Behörden einen Sonderermittler eingesetzt. General Igor Krasnow, ein Experte für die Aufklärung von Verbrechen mit nationalistischem Hintergrund, soll eine zwölfköpfige Sonderkommission in dem Fall leiten, wie russische Medien am Montag berichteten. Kritiker fürchten, dass die Tat nie aufgeklärt wird - wie frühere Attentate auf andere Kremlgegner.

Die Personalie Krasnow dürfte Hinweise auf die Stoßrichtung der Ermittlungen geben, meinten Kommentatoren. Demnach könnte der Fall Nemzow möglicherweise als Tat von Nationalisten gesehen werden, die aus Hass auf die prowestliche Opposition gehandelt haben könnten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Andere Theorien der Ermittler schließen einen Zusammenhang mit der Ukraine-Krise oder eine Tat islamistischer Extremisten nicht aus.

Die Stadt Moskau wies Medienberichte zurück, nach denen zahlreiche Kameras der Videoüberwachung zur Tatzeit abgeschaltet gewesen seien. Alle funktionierten, hieß es. Die Aufnahmen würden ausgewertet. Zuständig dafür seien die Ermittlungsbehörden. Für die Ergreifung des Täters setzten die Behörden eine Belohnung von drei Millionen Rubel (rund 45.000 Euro) aus.

Der 55-jährige Nemzow, ein bedeutender Gegner von Präsident Wladimir Putin, war am späten Freitagabend mit vier Schüssen in den Rücken auf einer Brücke in Kremlnähe getötet worden. Nemzow starb am Tatort. Der Täter entkam unerkannt. Putin teilte mit, es werde alles für die Aufklärung des „zynischen Mordes“ getan.

Beisetzung auf Prominentenfriedhof
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Tod von Boris Nemzow - Kreml macht Mord-Aufklärung zur Chefsache

11 Kommentare zu "Tod von Boris Nemzow: Kreml macht Mord-Aufklärung zur Chefsache"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Entfesselter Hass
    ----------------
    Wer gegen Putin ist, ist schon so gut wie tot.
    Die russische Opposition wird verleumdet und schikaniert. Nach dem Mord an Boris Nemzow geht es ums nackte Überleben.

    Und Warlord Putin ist natürlich unschuldig an dem Mord. Das sagen jedenfalls die Grünlinge und die Linken.

    Die "Putinversteher" sehen das natürlich naturgemäß anders.
    Für sie ist Warlord Putin "ein lupenreiner Demokrat"! Und Boris Nemzow war ein "Vaterlandsverräter".



  • >> The people of the USA contrary to the Constitution have no power, it actually turned into stupid biomass which is convinced that only the USA know what is democracy and only Americans are capable to provide the respect for human rights and freedom to the rest of the world >>

    https://www.facebook.com/ardzhil.turner/posts/1606208636278301:0

  • Es ist klar, dass durch den Tod des Kreml- und Putin-Kritikers Nemzow die russische Regierung keine Staatstrauer anordnen wird, ja vielleicht sogar auf dem Standpunkt steht, "Einer weniger".

    Aber wie naiv muss man sein, um zu glauben, das hat Putin angeordnet.
    Wenn er diesen Kritiker hätte weghaben wollen, hätte er dies erstens schon früher und zweitens vor allen Dingen viel geräuschloser und unspektakulärer ausführen lassen können.

    Es muss die Frage gestellt werden, wem nutzt diese Aktion? Der russischen Regierung? Eher nicht.
    Es geht um eine Destabilisierung Russlands und wer hat vor einiger Zeit, dies als Goal ausgegeben?

  • Eine interessante Sichtweise zum Thema :

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1606208569611641&set=a.1447599465472553.1073741827.100006675391676&type=1&theater

  • Was an dem Mordfall mysteriös ist
    ---------------
    [i]Aufgebrachte Nationalisten, rivalisierende Oppositionelle, Islamisten, Geschäftskonkurrenten oder Wladimir Putin? Wer hinter dem Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow steckt, bleibt vorerst vollkommen offen. Einzelheiten zu den Umständen seines Todes, die zunehmend bekannt werden, hinterlassen mehr Fragen als Antworten. Während einerseits einige Indizien auf einen ausgeklügelten Auftragsmord hindeuten, zeugen andere von einer fehlerhaft ausgeführten Tat.

    Das sind die Umstände, die Rätsel aufgeben und Grund für Spekulationen liefern:
    ■ Überwachungskameras zur Tatzeit nicht in Betrieb
    ■ Kehrfahrzeug versperrt die Sicht auf den Mord
    ■ Begleiterin von Nemzow bleibt unverletzt
    ■ Der Täter benutzte alte Munition unterschiedlicher Hersteller

    Quelle: Stern
    http://www.stern.de/politik/ausland/boris-nemzow-was-an-dem-mordfall-mysterioes-ist-2177064.html

  • Kameras am Kreml waren ausgeschaltet
    --------------
    Die Kameras am Kreml, in der Nähe der Stelle, wo der Kremlkritiker Boris Nemzow ermordet wurde, waren abgeschaltet. Medienberichten zufolge hatten sie repariert werden müssen.

    So ein Zufall aber auch. Und "zufällig" wurde in dieser Nacht Boris Nemzow erschossen.

    In der Nacht, in der Boris Nemzow auf einer Brücke gegenüber dem Kreml ermordet wurde, waren die Kameras an der russischen Regierungszentrale ausgeschaltet. Wie die russische Zeitung Komersant schreibt, seien die Kameras am Freitagabend wegen Reparaturarbeiten ausgeschaltet gewesen. Ansonsten hätten alle Kameras in Moskau funktioniert, berichtet „Komersant“ mit Berufung auf Angaben der Nachrichtenagentur „Ria Novosti“ weiter.
    Sergej Devjatov, der Leiter des „Föderalen Sicherheitsdienstes“, der für die Sicherheit des Präsidenten zuständig ist, sagte einem Moskauer Radiosender am Montag, alle Kameras, die von seinem Dienst betrieben werden, hätten funktioniert. Sie hätten den Mord nicht aufgezeichnet, weil sie auf die Kremlmauer und nicht auf die Brücke gerichtet seien, so Devjatov. Die Brücke falle nicht in die Zuständigkeit des FSO, sagte er.

    Ja was denn nun? Mussten sie repariert werden oder funktionierten sie?
    Dort gibt es nicht nur einige Kameras sondern hunderte, welche jeden Schritt aufnehmen.

  • Alles was man Putin anhängen kann ist Frieden fördernd So auch ein Mord an einem sogenannten Putingegner Hier scheut man sich auch nicht nachzufragen was das

  • Herr Vittorio Queri@
    dass die Interessenslage eher bei der ukrainischen Junta und westlichen Geheimdiensten zu suchen wäre....
    Wurde mich nicht wundern, nach den Heckenschützen auf dem Majdan.

  • Frau Merkel verlangt die Aufklärung! Und was mit deutschen Opfer in Deutschland, Will Sie hier keine Aufklärung? Schon der Berliner Poizeipräsident hat doch gefordert, Ermittlungen nur bei "95%" Aufklärungschancen. Sind Ausländer bessere menschen???

  • Es wimmelt vor Ungereimtheiten
    --------------
    Die Stadt Moskau wies Medienberichte zurück, nach denen zahlreiche Kameras der Videoüberwachung zur Tatzeit abgeschaltet gewesen seien. Alle funktionierten, heißt es. Die Aufnahmen würden ausgewertet.

    Am Kreml gibt es nicht nur einige sondern hunderte Überwachungskameras.
    Dort wird jeder Schritt gefilmt.
    Aber zu dem Mord gibt es keine Hinweise auf den/die Täter.

    Russland verbittet sich Einmischung in Nemzow-Ermittlungen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%