Top-Ökonomen warnen Griechenland-Krise könnte EU ins Chaos stürzen

Die politischen Endlos-Debatten über ein neues Rettungspaket für Griechenland nehmen kein Ende. Ökonomen warnen vor den Folgen, wenn zu spät und dann auch noch falsche Entscheidungen getroffen werden sollten.
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Proteste im Zentrum von Athen. Quelle: dapd

Proteste im Zentrum von Athen.

(Foto: dapd)

DüsseldorfFührende Ökonomen in Deutschland haben sich angesichts der komplexen politischen Gemengelage in der Griechenland-Frage skeptisch über die Zukunftsaussichten eines neuen Rettungspakets für den taumelnden Mittelmeerstaat geäußert. Gleichwohl halten einige von ihnen trotz der Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Schuldenschnitt für Griechenland für unausweichlich. „Man kommt wohl nicht um einen Schuldenschnitt herum, der aber, was die Sache so schwierig macht, nicht von der EU und ihren Staaten im Alleingang beschlossen werden kann, da die Hauptgläubiger nicht die Staaten, sondern private Anleger sind“, sagte der Leiter der Konjunkturabteilung des Rheinisch- Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn, Handelsblatt Online. „Eine solche geordnete Insolvenz setzt aber eine handlungsfähige Regierung in Athen voraus.“

Ähnlich äußerte sich der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner. „Griechenland ist pleite und wird um einen soliden Schuldenschnitt nicht umhin kommen“, sagte Fichtner Handelsblatt Online. „Schon aufgrund der Zinsbelastung wird das Land seinen Schuldenstand über die nächsten Jahre nicht nennenswert aus eigener Kraft reduzieren können, ganz zu schweigen von den fatalen gesamtwirtschaftlichen Wirkungen, die der Sparkurs der Regierung hat.“ Jetzt gehe es darum, schnell zu handeln: Private Gläubiger zögen sich mehr und mehr aus griechischen Staatsanleihen zurück. „Eine Pleite der griechischen Regierung wird daher mit jedem Tag teuerer für die europäischen Steuerzahler“, warnte Fichtner. Vor allem aber sei die griechische Bevölkerung angesichts der Aussichtslosigkeit der Situation nicht bereit, den Sparkurs der Regierung mitzutragen. „Ein schneller Schuldenschnitt dürfte die Aussichten für eine erfolgreiche Konsolidierung der Staatsfinanzen und die dringend notwendigen Strukturreformen in der griechischen Volkswirtschaft daher erheblich verbessern.“

Die EU-Kommission will mit einem Zwei-Stufenplan den drohenden Staatsbankrott Griechenlands vorerst abwenden. Währungs-Kommissar Olli Rehn sagte in Brüssel, er sei zuversichtlich, dass die Euro-Finanzminister sich am kommenden Sonntag bei ihrem Treffen auf die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von zwölf Milliarden Euro verständigen. Erst im Juli sollten die Ressort-Chefs dann über weitere Finanzhilfen für Griechenland entscheiden.

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58 Kommentare zu "Top-Ökonomen warnen: Griechenland-Krise könnte EU ins Chaos stürzen"

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  • Nicht länger schweigen
    Die Spezies Mensch muss sich erst die Finger verbrennen, bevor sie erfolgreich lernt - notfalls halt mehrmals. Wer bekannte Wahrheiten ausspricht, wie WM Rösler, löst quasi Schockwellen an den Märkten aus. Schon diese Tatsache alleine kündigt eine Katastrophe an.
    Dann lasst es krachen. Diese Sprache verstehen wir schließlich. So lernen alle wieder zu sparen, zum Glück dann auch die Finanzjongleure und andere Schmarotzer.
    Wenn eine "Entlassung" Griechenlands angeblich nicht möglich ist, dann muss dieses verfilzte Land eben "per Naturgesetz" aus der Euro-Zone fliegen.
    Vielleicht lernten dann noch andere dazu und folgende Generationen könnten sich glücklich schätzen.
    Herr Brüderle, Herr Rösler und Herr Bosbach haben das Wort. Herr Trittins peinliche Einlassungen durchschaut wohl jeder.

  • Wenn Geldueberweisungen huelfen, waere Hellas heute kerngesund.

    Hellas aber leidet an seiner eigenen, vor allem fehlenden Basisstruktur, in Oekonomie, Administration und Rechtsstaatlichkeit. Und diese Strukturmaengel lassen sich auch mit abermaligen Mrd.-Euro-Ueberweisungen ALLEIN nicht heilen.

    Schwerverletzte gehoeren auf den OP-Tisch in einer Intensiv-OP-Umgebung, und von Fachaerzten versorgt.
    Wer solchen Verletzten mit Pflastern und Schmerztabletten helfen wollte, den nennte man wohl nicht einmal mehr Hilfssanitaeter, sondern naive Gesundungshoffer oder Kurpfuscher.

  • Was für eine lustige Headline, besonders der Gebrauch des Konjunktivs zeugt von Humor (oder naiver Ahnungslosigkeit). Zunächst mal: Die EUdSSR braucht niemenden, der sie ins Chaos stürzt, denn sie IST das Chaos. Sprechen wir aber von einer erhöhten Taktung und Qualität der chaotischen Zustände, so können wir den Konjunktiv beruhigt ad Acta legen: Diese Krise WIRD die EU in ein noch größeres Chaos stürzen, mit wirtschaftlich und politisch sehr teueren Folgen. Das erkennt man daran, wie das politische Spitzenpersonal denkt und agiert (falls überhaupt): Realitätsfern, kurzsichtig, egoistisch und teilweise fremdgesteuert. So wird weder Griechenland, noch der Euro oder gar die Eu "gerettet", sondern allenfalls - wieder mal - durchsichtige Interessen der Eurokraten und des Großkapitals bedient. Ich sehe das inzwischen positiv, denn es erfüllt mich mit der Hoffnung, dass der ganze vermurkste EU-Laden bald auseinanderfliegt - weggespült von zunehmenden Bürgerprotesten oder schlicht gescheitert an den ökonomischen Fakten sowie der eigenen Inkompetenz, angemessen auf die selbstgemachte Krise zu reagieren. Allein der Umstand, dass Merkel, Barroso, Juncker und Co allen Ernstes eine "europäische Wirtschaftsregierung" für die heilbringende Patentlösung halten, zeigt, wie weit weg diese Menschen von jeder Realität sind - Bunga-Berlusconi und die Genies der griechischen Regierung (welcher auch immer) an den Schalthebeln unserer Wirtschaftspolitik, und alles wird gut? Kriegt man die Droge, die man rauchen muss, um derartigen Unfug zu glauben und zu verbreiten, eigentlich auf Krankenschein? Unfassbar!

  • Die Hauptursache der wirtschaftl. Probleme in Europa ist neben der Staatsverschuldung die ökonomische Fehlkonstruktion Euro selber!
    EU mit Euro nebst Transfermechanismus ESM zerstören die soziale Marktwirtschaft und gleichzeit auch die demokratische Grundordnung weil die EU Despokratie durch die Hintertür die schrittweise Entmachtung der freien Länder und deren demokratisch gewählten Regierungen anstrebt, was resultierend einer Entmachtung des Souveräns gleichkommt.
    Die Fehlkonstruktion EUro mit ihren dysfunktionalen Eigenschaften versklavt alle freien Völker Europas, indem sie die einen zu Almosenempfängern degradiert und die anderen ausplündert.
    Die EU Diktatwährung ist ein destruktives Konstrukt welches Europa mittelfristig zerstören wird.
    Eine einheitliche Währung für Volkswirtschaften mit so unterschiedlicher Produktivität, Ausrichtung, Leistungs- fähigkeit und bereitschaft ist ökonomisch gröbster Unsinn.
    Eine Währung hat die wichtige Funktion, Ungleichgewichte in den Außenbilanzen zwischen einzelnen Volkswirtschaften auszugleichen. Der Euro vernichtet dieses Basiselement. Deshalb muß die Anpassung über die Realwirtschaft, sprich Löhne und Preise, erfolgen. Die Folge sind Rezession, Wegbrechen der Staatseinahmen, Abhängigkeit der schwächeren Ländern von permanenten Transferleistungen.
    Der Euro ist ein frankensteinsches Monstrum, welches nur durch die Politik und unvorstellbare Mengen an Subventionen, siehe ESM, künstlich am Leben erhalten wird.
    Und dies alles zu Lasten des Steuerzahlers!
    Ein Europa der freien Völker und auch Deutschland braucht keine Währungsunion um erfolgreich zu sein, im Gegenteil.
    Der Euro und auch die (teils kriminelle) EU Organisation in der derzeitigen Form ist ein Krebsgeschwür im Körper Europas welches entfernt werden muß.
    Die europäische Währungsunion ist gescheitert, nur will es keiner der verantwortlichen EU Fanatiker zugeben.
    Viele Fachleute haben schon vor der Euro Einführung gewarnt und alle diese Probleme vorausgesagt

  • Die aktuellen Auswirkungen der Zerstörung der griechischen Volkswirtschaft durch die EU-diktierte Sparpolitik zeigt sich am dramatischsten an der Explosion der Arbeitslosigkeit welche in einem Jahr um 39% gestiegen ist.
    Ohne Abwertung kommt Griechenland nie wieder auf die Beine. Dazu gibt es keine tragbare Alternative.
    Griechenland muß vom Joch der EU und der Diktatwährung befreit werden und wieder die ursprüngliche und einzig richtige Währung einführen. Die damit verbundene Abwertung zum Euro würde so die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen. Danach wird das Land sehr schnell wieder regenerieren, so aber wird es mit immer neuen Krediten weiter in die Schuldenfalle und in ein jahrzehntelanges Siechtum getrieben. Von welchem nur die Gläubiger mit ihren (risikolosen, weil "Rettungschirmgarantierten") Hochzinsanleihen profitieren.
    Wenn EU Technokraten wie Juncker, Trichet, Rehn und Konsorten den Mund auf macht kommen, wie schon in der Vergangenheit, sowieso nur Lügen und die Wahrheit verdrehende Verschleierungen heraus.
    Die einzige Sorge welche die scheinheilige EU Bürokratie aus Brüssel umtreibt ist die Angst um ihre eigene Existenz und Pfründe weil die EU Ideologen befürchten ihr trojanisches Pferd EUro und ihre im Aufbau begriffene EUDSSR Despokratie könnten Schaden nehmen.
    Ebenso verhält sich die EZB welche in schon krimineller Art und Weise Recht gebrochen (Euro Verträge) und sich mit dem Kauf von Ramsch Anleihen selbst in eine Position gebracht hat, mit der sie die eigene und die Währungsstabilität gefährdet. Dehalb ist auch die Europäische Zentral Badbank aus höchst eigennützigen Gründen gegen eine Umschuldung Griechenlands, auf Kosten der Menschen dieses Landes, nur um u. a. eigenes Fehlverhalten zu vertuschen und kaschieren.
    Die Hauptursache der wirtschaftlichen Probleme in Europa ist die ökonomische Fehlkonstruktion Euro selber!

  • POPPER wollte wohl sagen, dass sich ein Restaurant nicht beschweren soll, wenn die Gäste kein Geld dabei haben. Denn immhin essen sie zumindest. Ohne jemanden der isst, geht es schließlich auch nicht. Wer bezahlt ist damit noch nicht geklärt...aber da fragen wir am besten Juncker, Barroso und andere EUdSSR-Verbrecher in Brüssel. Die werden schon eine Lösung finden (illegaler Rettungsschirm).

  • dann entsteht eine richtig tolle gesellschaft! vielfältig, egoistisch, egozentrisch, sozial, frei, liebenswert, unmoralisch, verachtenswert, widerlich, widerstandsfähig, willig, unwillig, vergänglich, herzlich, gelehrig, unbelehrbar - lebenswert. ziemlich einfach.

  • och nö! meinen sie das ernst!? dieses gutmenschen gelaber und kritischer bürgermüll ist überholt - tun sie doch bitte was! vor allem wenn sie glauben das alles so böse, hinterhältig und verschworen ist. stehen sie auf und handeln sie. über das forum hier erreichen sie nichts - außer das ihnen gleichgesinnnte hinterhersabbern. sie haben hohe ansprüche entwickelt, sind aber satt und träge. ihnen fehlt echte motivation undd inspiration um die dinge in die hand zu nehmen. kritische bürger werden ernst genommen, aber über foren wie diesen, sicher nicht. da muss schon mehr kommen.

  • Die Zukunft, für die EU, sieht nicht Rosig aus.

    Nigel Farage - Europas Neue Weltordnung !

    http://www.youtube.com/watch?v=weqAwZuHbB4&feature=channel_video_title

  • Die Zukunft, für die EU, sieht nicht Rosig aus.

    Nigel Farage - Europas Neue Weltordnung !

    http://www.youtube.com/watch?v=weqAwZuHbB4&feature=channel_video_title

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