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Toralf Haag im Interview Voith-Chef zu Handelshemmnissen: „Den Ankündigungen Pekings müssen nun auch Taten folgen“

Toralf Haag ist mit dabei auf Merkels China-Reise. Beim Thema Hongkong plädiert der Voith-Vorstandschef für eine gemeinsame friedliche Lösung.
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Haag ist Vorstandschef des Technologieriesen Voith. Quelle: © argum
Toralf Haag

Haag ist Vorstandschef des Technologieriesen Voith.

(Foto: © argum )

Toralf Haag ist mit an Bord der Kanzlermaschine nach Peking. Er ist Vorstandschef des Technologieriesen Voith aus Heidenheim mit rund 20.000 Mitarbeitern, darunter rund 2500 in China. Im Gespräch mit dem Handelsblatt knüpft er große, aber auch realistische Erwartungen an die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Herr Haag, Voith hat in China mehr als 20 Niederlassungen mit über 2.500 chinesischen Mitarbeitern. Was erwarten Sie sich von der Reise der Kanzlerin nach Peking?
Ich erwarte mir weitere Impulse zur Öffnung des Marktes in China.

Was meinen Sie damit konkret?
Wir sehen Voith in China als chinesisches Unternehmen in deutschem Besitz und setzen darauf, im Land einen gleichberechtigten Marktzugang zu erhalten, genau so, wie Unternehmen in chinesischem Besitz ihn heute genießen.

Welche Bereiche betrifft das?
Dies betrifft zum Beispiel das Corporate- und Social-Credit-System, die transparente und faire Berücksichtigung bei öffentlichen Ausschreibungen und eine transparente Cyber-Sicherheitsgesetzgebung, die ausländische Marktteilnehmer nicht schlechter stellt.

Hat sich der Zugang zum chinesischen Markt positiv in den letzten Jahren verändert ?
Die chinesische Regierung hat aus unserer Sicht einige wichtige Schritte zum Abbau von Investitions- und Handelshemmnissen angekündigt. Allerdings müssen den Ankündigungen nun auch Taten folgen.

China hat ein umfassendes Bewertungssystem für Firmen geschaffen. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem droht Punktabzug. Wie geht Ihr Unternehmen damit um?
Für uns ist bei der Beurteilung von regulatorischen Maßnahmen immer wichtig, ob sie zu mehr Transparenz und Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer führen oder nicht und ob der bürokratische Aufwand Geschäftsaktivitäten spürbar erschwert oder nicht. Vor diesem Hintergrund beobachten wir die Planungen der chinesischen Regierung derzeit sehr aufmerksam.

Wie China seine Bürger auf Schritt und Tritt verfolgt

Wie sollte sich die Kanzlerin in der Frage zu Hongkong positionieren?
Wir sind sicherlich nicht in der Position, der Kanzlerin oder der Politik hierzu Ratschläge zu geben. Uns beschäftigen vor allem die mehr als 600 deutschen Unternehmen in der Stadt und ihre rund 40.000 Mitarbeiter. Die deutsche Business-Community ist ein integraler Bestandteil der Hongkonger Wirtschaft. Deshalb hoffen wir, dass alle Parteien besonnen agieren und gemeinsam eine friedliche Lösung erarbeiten können, um Vertrauen und Stabilität wiederherzustellen. Die Basis hierfür bildet aus unserer Sicht die chinesisch-britische gemeinsame Erklärung zu Hongkong.

Werden Sie ein Geschäft bei der Reise abschließen?
Wir planen, im Rahmen der Kanzlerreise eine Absichtserklärung mit unserem Partner CRRC, dem größten Hersteller von Schienenfahrzeugen der Welt zur Vertiefung unserer Zusammenarbeit bei der Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen zu unterzeichnen, um die Kooperation im Bereich der Elektromobilität voranzutreiben.
Herr Haag, vielen Dank für das Interview.

Mehr: BGA-Präsident über Merkel in China: „Sie hat immer wieder Unbequemes angesprochen“.

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