Tote bei Protesten Regierungschef will Ägypter besänftigen

Der neue Ministerpräsident Kamal al-Gansuri hat die Demonstranten um eine Chance gebeten. Doch die Proteste gegen die Militärführung reißen nicht ab - schon wieder gibt es Tote. Die EU fordert eine Untersuchung.
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Mit Härte geht das ägyptische Militär gegen die neu entflammten Proteste vor. Quelle: dapd

Mit Härte geht das ägyptische Militär gegen die neu entflammten Proteste vor.

(Foto: dapd)

Brüssel/KairoKurz vor Beginn der Parlamentswahlen bittet Ägyptens Führung um ein Ende der Proteste. Der neu ernannte Ministerpräsident Kamal al-Gansuri rief die Demonstranten in einem am Samstag in der Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ veröffentlichten Interview auf, ihm eine zweimonatige Chance zu geben. Doch erneut kam es in Kairo zu Ausschreitungen. Bei einer Sitzblockade vor dem Kabinettsgebäude wurde ein Aktivist getötet.

Nach Angaben von Augenzeugen kam es zur Eskalation, als Teilnehmer einer Kundgebung Steine auf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte warfen. Ein Demonstrant wurde demnach von den wegfahrenden Wagen überrollt. Der Sitzstreik hatte bereits am Freitag begonnen und richtete sich gegen die Entscheidung des Militärrats, al-Gansuri zum Ministerpräsidenten zu machen.

Al-Gansuri war schon unter Präsident Husni Mubarak von 1996 bis 1999 Regierungschef gewesen. Viele Ägypter sehen ihn daher als einen Repräsentanten des alten Systems. Die letzte Übergangsregierung hatte nach den jüngsten Massenprotesten ihren Rücktritt eingereicht.

Der Sitz des Kabinetts ist weniger als 500 Meter vom Tahrir-Platz entfernt, wo am Morgen noch Hunderte Demonstranten kampierten. Die Protestbewegung will, dass das Militär die Macht an eine zivile Interims-Regierung übergibt.

EU-Außenbeauftragte unterstützt Forderungen der Demonstranten
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1 Kommentar zu "Tote bei Protesten: Ägyptens Regierungschef will Volk besänftigen"

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  • Zitat:"Die EU fordert eine Untersuchung."

    Dieser illegale, korrupte Drecksmoloch sollte selbst mal Gegenstand einer Untersuchung werden.

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