Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Toter US-Student Eltern von Warmbier widersprechen Trump – US-Präsident sorgt für Empörung

Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim im Fall des nach Haft in Nordkorea verstorbenen US-Bürgers Otto Warmbier verteidigt – und damit heftige Reaktionen ausgelöst.
Update: 01.03.2019 - 17:19 Uhr Kommentieren
Warmbier war nach knapp eineinhalb Jahren Haft in Nordkorea schwer gezeichnet in die USA zurückgekehrt und bald darauf gestorben. Quelle: dpa
Otto Warmbier mit Polizisten bei seinem Prozess 2016 in Pjöngjang

Warmbier war nach knapp eineinhalb Jahren Haft in Nordkorea schwer gezeichnet in die USA zurückgekehrt und bald darauf gestorben.

(Foto: dpa)

Washington/HanoiUS-Präsident Donald Trump hat mit seiner Verteidigung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un im Fall des verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier Empörung ausgelöst. Warmbiers Eltern widersprachen Trump und machten den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un für den Tod ihres Sohnes verantwortlich.

„Kim und sein teuflisches Regime sind für den Tod unseres Sohnes Otto verantwortlich“, hieß es in einer Mitteilung von Fred und Cindy Warmbier, die mehrere US-Medien am Freitag verbreiteten. „Keine Ausreden oder überschwängliches Lob können daran etwas ändern“, hieß es darin weiter.

Trump hatte nach seinem Gipfel mit Kim in Hanoi gesagt, er gehe davon aus, dass der nordkoreanische Machthaber nichts von der Inhaftierung Warmbiers in dem Land gewusst habe. Warmbier war nach knapp eineinhalb Jahren Haft in Nordkorea schwer gezeichnet in die USA zurückgekehrt und bald darauf gestorben.

„Er sagt mir, dass er nichts davon wusste, und ich werde ihn beim Wort nehmen“, sagte Trump über Kim. „Was geschehen ist, ist furchtbar. Ich glaube wirklich, dass ihm (Warmbier) etwas Furchtbares geschehen ist, und ich glaube wirklich nicht, dass die oberste Führung davon etwas wusste.“

Trump deutete an, dass Kim nicht über alle Gefangenen in seinem Land Bescheid wissen könne. „Großes Land, viele Leute. Und in diesen Gefängnissen und diesen Lagern hat man viele Leute.“

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus, der Demokrat Adam Schiff, hatte die Äußerungen des republikanischen Präsidenten bereits am Donnerstagabend „abscheulich“ genannt.

Schiff kritisierte auf Twitter, dass Trump das Dementi Kims akzeptiert habe – wie es der US-Präsident in der Vergangenheit auch bei anderen Diktatoren gemacht habe. Auch Nancy Pelosi, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, kritisierte: „Irgendwas ist falsch mit Putin, Kim Jong Un – aus meiner Sicht sind das Schurken – denen der Präsident Glauben schenkt.“

Auch Trumps frühere Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, schlug sich auf die Seite von Warmbiers Hinterbliebenen, die davon ausgehen, dass ihr Sohn in Nordkorea gefoltert wurde. „Die Amerikaner wissen von der Grausamkeit, die Otto Warmbier durch das nordkoreanische Regime erfahren hat. Unsere Herzen sind bei der Familie Warmbier, ihrer Stärke und ihrem Mut. Wir werden Otto niemals vergessen.“

Der republikanische Senator Rob Portman – der seit dem Geschehen rund um Warmbier mit der Familie in Kontakt steht – mahnte Gerechtigkeit an. „Wir sollten Nordkorea niemals damit davonkommen lassen, was sie ihm angetan haben.“

Der demokratische US-Senator Mark Warner schrieb auf Twitter: „Die Diktatoren der Welt haben die Botschaft bekommen: Du kannst mit allem davonkommen, solange du danach Donald Trump belügst.“ Warners Partei- und Senatskollege Tim Kaine äußerte sich ähnlich.

Warmbier war wegen des angeblichen Diebstahls eines Propagandaposters in einem Hotel in Nordkorea 17 Monate lang inhaftiert worden. Im Januar vergangenen Jahres hatte Trump noch „die Diktatur“ in Nordkorea für die Inhaftierung verantwortlich gemacht.

Ein US-Bundesgericht hatte im vergangenen Dezember entschieden, dass Nordkorea für die Folter und den Tod Warmbiers verantwortlich gewesen sei. Das Gericht verurteilte die Regierung in Pjöngjang zur Zahlung von mehr als 500 Millionen Dollar an Warmbiers Familie. Vollstreckt werden kann das Urteil allerdings nicht.

Der zweitägige Gipfel Trumps mit Kim in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi war am Donnerstag vorzeitig und ohne Ergebnis beendet worden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • ap
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Toter US-Student - Eltern von Warmbier widersprechen Trump – US-Präsident sorgt für Empörung

0 Kommentare zu "Toter US-Student: Eltern von Warmbier widersprechen Trump – US-Präsident sorgt für Empörung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.