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Tourismus Den Kanaren droht nach der deutschen Reisewarnung eine wirtschaftliche Katastrophe

Explodierende Corona-Infektionszahlen in ganz Spanien lassen die Besucherzahlen einbrechen. Die Reisewarnung trifft die Kanaren zur Hochsaison.
03.09.2020 - 15:10 Uhr Kommentieren
Reisen auf die Kanarischen Inseln werden diesen Winter schwierig Quelle: imago images/Westend61
Die kanarische Insel La Gomera mit dem Teide auf Teneriffa im Hintergrund

Reisen auf die Kanarischen Inseln werden diesen Winter schwierig

(Foto: imago images/Westend61)

Madrid Die Aussichten für die spanische Konjunktur verdunkeln sich zunehmend. Das Land gehört mit einem Anteil des Tourismus von zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung ohnehin zu den Nationen, die besonders unter der Coronakrise leiden.

Doch anders als in Reisedestinationen wie Italien oder Griechenland explodieren dort seit Mitte Juli die Corona-Infektionen und haben zu zahlreichen Reisewarnungen und Quarantänevorschriften für Spanien-Rückkehrer geführt. Bereits im Juli kamen 75 Prozent weniger ausländische Touristen nach Spanien als im Vorjahr.

Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen auf die Kanarischen Inseln und damit vor der letzten Region, die davon bislang ausgenommen war. Für die Inseln ist das ein schwerer Schlag: Deutsche Urlauber machen 18 Prozent aller Touristen aus und sind die zweitgrößte Gruppe nach den Briten.

London hatte Mitte Juli eine Quarantäne für alle Spanien-Rückkehrer verhängt. Deutschland warnt vor Reisen in Gegenden, die innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 neue Infizierte pro 100.000 Einwohner zählen. Auf den Kanaren lag die Zahl am Mittwochabend bei 93.

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    Die Reisewarnung kommt zu einem unglücklichen Zeitpunkt: Die Kanaren sind das einzige europäische Sonnenziel im Winter. Ihre Hochsaison beginnt jetzt gerade, und der Tourismus macht 35 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung aus, ähnlich wie auf den Balearen.

    Tui sagt Reisen auf die Kanaren ab

    Der Reiseverband DRV kritisierte die Entscheidung. Es seien nicht alle Inseln, sondern nur die Städte auf Gran Canaria und Teneriffa von den steigenden Infektionszahlen betroffen. Die Kanaren seien für die nächsten Wochen gut gebucht, weil viele Urlauber nach der Reisewarnung für die Balearen auf die Kanaren umgebucht hätten.

    Der Reiseveranstalter Tui erklärte auf Anfrage, dass er seine Reisen auf die Kanaren bis einschließlich 12. September absagt. Gäste können umbuchen. Man gehe davon aus, dass sich die Lage auf den Kanaren bald bessere und die Reisewarnung aufgehoben werden könne, heißt es bei Tui.

    Auch die kanarische Tourismusministerin Yaiza Castilla gab sich zuversichtlich, die Lage in den kommenden zwei Wochen mit verschärften Kontrollen wenden zu können. Sie fordert PCR-Tests in Herkunfts- und Zielländern, um bei Touristen Vertrauen zu schaffen und Regierungen bewegen zu können, die Inseln doch als sicher einzustufen. Ihre Regionalregierung arbeitet mit Reiseveranstaltern und Arbeitgebern vor Ort an einem Plan für solche Tests.

    Deutschland hat allerdings gerade seine Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten verschärft: Bislang wurden sie kostenlos an deutschen Flughäfen getestet. Ab dem 1. Oktober aber sollen alle Rückkehrer fünf Tage in Quarantäne und erst dann einen PCR-Test absolvieren, um zu sehen, ob sie noch ansteckend sind. Ohne Test gilt eine 14-tägige Quarantäne.

    Der spanische Hotelier-Verband CEHAT fordert von Madrid einen Notfallplan für die Branche. Durch das starke Gewicht des Tourismus ist auch die spanische Konjunktur insgesamt gefährdet. „Es sieht so aus, als würde der Einbruch stärker ausfallen als ursprünglich erwartet“, meint Juan Ignacio Pulido, Tourismusexperte an der Uni in Jaén.

    Die spanische Regierung erwartet bislang ein Minus von 9,2 Prozent in diesem Jahr. Wirtschaftsministerin Nadia Calviño erklärte jüngst, sie rechne im dritten Quartal mit einem je nach Branche ungleichen, aber insgesamt starken Wachstum von zehn Prozent.

    Mehr: Einbruch im Tourismus belastet spanischen Arbeitsmarkt.

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