Tourismus Türkei Russische Ferienflieger bekommen Benzin spendiert

Ankara reagiert auf die Rubelkrise: Weil die Russen die zweitgrößte Gruppe der Türkei-Touristen stellt, fürchtet die Regierung Massenstornierungen. Jeder Flieger aus Russland erhält künftig Zuschüsse für Flugbenzin.
Kommentieren
Neben Russland sollen auch Urlaubsflieger aus dem Nachbarland Iran von der türkischen Flugbenzin-Spende profitieren. Quelle: Reuters
Ministerpräsident Ahmet Davutoglu will Stornierungen verhindern

Neben Russland sollen auch Urlaubsflieger aus dem Nachbarland Iran von der türkischen Flugbenzin-Spende profitieren.

(Foto: Reuters)

IstanbulUm Massenstornierungen von Urlaubsreisen aus Russland zu verhindern, will die Türkei jedem russischem Ferienflieger in den kommenden zwei Monaten 6000 Dollar (5300 Euro) für Flugbenzin bezahlen.

Die Regierung habe sich zu dem Schritt entschlossen, weil befürchtet werde, die Rubelkrise könne die Zahl russischer Touristen einbrechen lassen, meldete die türkische Presse am Mittwoch. Ein deutlicher Rückgang bei Frühbuchungen für die diesjährige Saison habe die Regierung zu der Initiative veranlasst, hieß es in den Berichten.

Damit würden Stornierungen verhindert, wurde Ministerpräsident Ahmet Davutoglu zitiert. Die türkische Fremdenverkehrsbranche begrüßte den Schritt. Mit rund 4,5 Millionen Besuchern im Jahr stellen die Russen nach den 5,2 Millionen Deutschen die zweitgrößte Gruppe der Türkei-Touristen. Insgesamt zählte das Land im vergangenen Jahr knapp 37 Millionen Besucher.

Die kruden Äußerungen des Präsidenten
huGO-BildID: 40008566 TOPSHOTSTurkish President Recep Tayyip Erdogan poses inside the new Ak Saray presidential palace (White Palace) on the outskir
1 von 14

Er wettert gegen den Westen und gegen Israel, gegen das Assad-Regime in Syrien und gegen die kurdischen Kämpfer in Kobane. Von den Hoffnungen, die der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nach seinem Wahlsieg am 10. August weckte, ist nicht mehr viel übrig geblieben.

-
2 von 14

Er wettert gegen den Westen und gegen Israel, gegen das Assad-Regime in Syrien und gegen die kurdischen Kämpfer in Kobane. Von den Hoffnungen, die der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nach seinem Wahlsieg am 10. August weckte, ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Turkey's President Tayyip Erdogan talks with students of Tevfik Ileri Imam Hatip School during its opening ceremony in Ankara
3 von 14

Erdogans oft krude wirkenden Äußerungen rufen Spott bei Kritikern und zunehmende Sorge bei Bündnispartnern hervor. Vor dem Türkei-Besuch von Papst Franziskus warf Erdogan dem Westen vor, Muslime ausbeuten zu wollen.

Handout photo of Turkey's President Erdogan arriving to a welcoming ceremony during the visit of Russian President Putin (not pictured) at the Presidential Palace in Ankara
4 von 14

„Sie scheinen vordergründig unsere Freunde zu sein, aber freuen sich über unseren Tod und über den Tod unserer Kinder“, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu. Im Wahlkampf hatte Erdogan - noch als Ministerpräsident - Israels Politik mit der Adolf Hitlers verglichen.

huGO-BildID: 40427627 TO GO WITH AFP STORY BY DILEY GUNDOGAN(FILES) A file picture taken on August 8, 2014 shows a woman walking past a campaign pos
5 von 14

Für Aufmerksamkeit sorgte das Staatsoberhaupt auch mit seiner These, muslimische Seefahrer hätten Amerika bereits Jahrhunderte vor Kolumbus entdeckt. Ausgerechnet auf einem Frauengipfel in Istanbul riet er Frauen, sich auf ihre Mutterrolle zu konzentrieren, weil Gleichberechtigung im Arbeitsleben wider die „menschliche Natur“ sei.

Francis, Recep Tayyip Erdogan
6 von 14

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die mit ihr verbundenen kurdischen Kämpfer in Kobane setzte der Präsident mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gleich - obwohl er sich zugleich eigentlich um einen Friedensprozess mit der PKK bemüht.

Pope Francis, accompanied by Turkey's President Erdogan, reviews a guard of honour during a welcoming ceremony at the Presidential Palace in Ankara
7 von 14

Besonders ihre Rolle im Kampf um Kobane hat der Türkei internationale Kritik eingebracht - und Zweifel an der Bündnisfähigkeit des Nato-Partners gesät. Erst schloss Erdogan jedes militärische Vorgehen gegen den IS im benachbarten Syrien aus, dann war die Option doch auf dem Tisch.

Neben Russland sollen auch Urlaubsflieger aus dem Nachbarland Iran von der türkischen Flugbenzin-Spende profitieren. Die Zahl der iranischen Touristen in der Türkei war im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf 1,6 Millionen Menschen gestiegen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • afp
Startseite

0 Kommentare zu "Tourismus Türkei: Russische Ferienflieger bekommen Benzin spendiert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%