Treffen in Brüssel Euro-Gruppe legt Hilfszahlung auf Eis

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hält einen Aufschub der Hilfen für sein Land für ungerechtfertigt. Er betonte am Mittwoch, dass sein Land alle Verpflichtungen eingehalten habe. Trotzdem feilschten die Euro-Finanzminister vergeblich mit IWF-Chefin Lagarde um ein neues Maßnahmenpaket.
Update: 21.11.2012 - 08:56 Uhr 41 Kommentare
Auch nach dem Treffen sind für Finanzminister Wolfgang Schäuble und seine europäischen Amtskollegen noch viele Fragen offen. Quelle: AFP

Auch nach dem Treffen sind für Finanzminister Wolfgang Schäuble und seine europäischen Amtskollegen noch viele Fragen offen.

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Brüssel/Athen „Griechenland hat eingehalten, wozu es sich verpflichtet hat“, sagte Samaras am Mittwoch in Athen. „Unsere Partner müssen nun zusammen mit dem IWF ebenfalls tun, was sie sich vorgenommen haben. Technische Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Lösung rechtfertigen weder Nachlässigkeiten noch Verzögerungen“. Der Ministerpräsident warnte, von der Entscheidung über neue Milliardenhilfen hänge nicht nur die Zukunft seines Landes ab, sondern auch die Zukunft der gesamten Eurozone.

Die Euro-Gruppe hatte sich in der Nacht zu Mittwoch immer noch nicht auf eine Lösung für Griechenland einigen können. Die Finanzminister brachen am frühen Mittwochmorgen ihre Beratungen darüber ab, wie die Finanzierungslücken ihres Euro-Partners geschlossen werden sollen. Damit liegt auch die Auszahlung der nächsten Hilfstranche auf Eis.

EU-Finanzminister finden keine Lösung

Die internationalen Geldgeber vertagten ihre Griechenland-Verhandlungen auf Montag. „Da die Fragen so kompliziert sind, haben wir keine abschließende Lösung gefunden“, sagte Schäuble nach dem Verhandlungsmarathon. „Deswegen werden wir uns am Montag wieder treffen.“ Er nehme an, dass die Finanzlage Griechenlands daher kein Thema auf dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs werde.

Schäuble zufolge liegt „eine Reihe von Optionen“ auf dem Tisch, wie eine Finanzierungslücke im Hilfsprogramm für Griechenland geschlossen werden soll. Die Eurogruppe und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten sich schon in der vergangenen Woche nicht auf einen Plan zur Unterstützung Griechenlands einigen können.

Die Euro-Gruppe muss nach den Worten ihres Chefs Jean-Claude Juncker vor einer Einigung auf weitere Griechen-Hilfen noch technische Details klären. „Die Euro-Gruppe hat ihr Treffen unterbrochen, um weitere technische Arbeiten an einigen Elementen des Pakets zu erlauben“, erklärte Juncker am frühen Mittwochmorgen. Die Finanzminister wollten ihre Beratungen am Montag fortsetzen.

Seiner Erklärung zufolge hat Griechenland alle Zusagen erfüllt, für die als Frist das Euro-Gruppen-Treffen vorgegeben war. Die Beratungen der Finanzminister beschrieb er als „extensiv“, was in der Diplomatensprache in der Regel eine heftige Aussprache bedeutet. Die Euro-Gruppe sei jedoch damit vorangekommen, ein Maßnahmenbündel zu identifizieren, mit dem die Finanzierungslücken geschlossen werden könnten, sagte Juncker.

Da der Schuldensünder zwei Jahre mehr Zeit bekommen soll, um seine Sparziele zu erreichen, müssen neue Finanzlöcher gestopft werden. So könnten Zinsverbilligungen und das Weiterreichen von Zinsgewinnen an Griechenland helfen, die Lücke zu schließen, die bis 2014 rund 13,5 Milliarden Euro ausmacht.

Auch eine Laufzeitverlängerung der Hilfskredite des Krisenfonds EFSF um zehn Jahre war in Brüssel im Gespräch. Ein Schuldenschnitt für öffentliche Gläubiger ist hingegen unwahrscheinlich. Mehrere Euroländer lehnen dies ab, hieß es.

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41 Kommentare zu "Treffen in Brüssel: Samaras drängt auf die Milliarden-Hilfe "

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  • Samaras drängt auf EU-Hilfe
    =========================
    Ansonsten wäre Griechenland pleite und die urozone würde zerfallen.
    Die Warheit ist, Griecehland ist reich! E sitzt auf gigantischen Öl- und Gsvorräten in Höhe von 330-450Mrd€.
    Weiterhin gibt es noch andere Bodenschätze.
    "Die Existenz von Öl- und Gasvorkommen in das finanziel angeschlagene Griechenland ist keine Sensationsnachricht.
    Große Gold-, Uran-, Boxit(Aluminiumerz)-, Nickel-, Kohle- und Kupfervorkommen bleiben seit Jahrzehneten unerschöpft oder nur in Kleinstmengen abgebaut."

    Hier einige Links:
    http://www.grevenbroichtv.de/2583.html
    http://www.politaia.org/politik/europa/internationaler-finanzkrieg-gegen-deutschland-megabetrug-griechenland/
    http://www.deutschland.net/content/ungehobene-bodenschaetze-wie-arm-ist-griechenland-wirklich
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-10/griechenland-oel/seite-1

    Aber die griechische Regierung hat das immer geleugnet.
    In Griechenland gab es seit Jahren Berichte und Diskussionen darüber, in Deutschland wird darüber gechwiegen.
    Wir "retten" dafür die ach so armen Griechen.

  • @hafnersp

    Vielen Dank für die Adresse zu dem interessanten Artikel.
    Ich kannte bisher nur die Einzelheiten zu den Edel- und Industriemetall-Vorkommen. Die Internetadresse habe ich ja schon genannt.
    Ich habe bereits bei der "Wahlalternative 2013" unterschrieben und überlege jetzt ob ich diese Erkenntnisse dort publik machen sollte. Wäre mal ein Test wie einfallsreich und aktiv die Jungs sind.

  • @ulrich62
    Beschäftigen Sie sich mal hinsichtlich Partei Freie Wähler mit der jüngst geäusserten Kritik des bayr. SPD Landrats Adam (Kreis Regen-Bogen) an seiner Partei. Vielleicht geht Ihnen ein Licht auf.

  • Abgesehen von den Luftprognosen des IWF für Griechenland, die bis heute sich alle als zu optimistisch herausgestellt haben, sollten die Politiker doch einmal einen Mathematik- und einen Ökonomiekurs für Anfänger belegen, bevor sie sich mit so einem mathematischen und ökonomischen Schwachsinn in den Medien disqualifizieren.
    Der Schuldenstand relativ zum BIP beruht auf Luftprognosen des IWF, wobei das BIP sich auf einem Wert von 230 Mrd. EUR im Jahr 2020 sein soll. Bei diesem Wert sind aber die im Artikel erwähnten 24% nicht 50 Mrd EUR sondern 55,2 Mrd EUR. Das gilt auch für die anderen erwähnten relativen BIP Zahlen. Erklären sollte der IWF dann auch noch, wo das enorme Wachstum von 180 Mrd. EUR laut Prognosen im Jahr 2014 auf 230 Mrd EUR im Jahr 2020 herkommen soll. Denn wenn die Löhne und Preise auf einem wettbewerbsfähigen, geringeren Niveau wie heute in 2020 angekommen sind, werden die Produkte aus diesen Multiplikatoren, die das BIP bilden, nicht unbedingt grösser sein als heute - wahrscheinlich eher kleiner. Damit dürfte die komplette Milchmädchenrechnung Makulatur sein.

  • Es ist deutlich, dass in Griechenland einiges schiefläuft. Nur was ist die Lösung?
    Da ist die Frage schon berechtigt, wer ist faul und wer zahlt keine Steuern. Womit Sie sich damit absolut nicht betroffen fühlen sollten, aber dass es gewisse Elemente scheinbar gibt, die einem Erblühen der griechischen Gesellschaft im Wege stehen, ist schon deutlich. Erstarken geht nur im Lande selbst. Die Finanzinjektionen sind nur eine Scheinlösung. Ich bin mir sicher, dass der überwiegende Anteil der deutschen Bevölkerung hinter der griechischen Bevölkerung stehen wird, wenn man sieht, dass es die nötigen Anstrengungen im Lande gibt, um endlich gewissen parasitären Kräften in Gr den Kopf einzudrücken. Nur hat man halt den Eindruck, dass da wenig passiert, da das Volk gar nicht die Möglichkeit hat und der Norden dies sogar noch subventioniert.
    Mit parasitären Kräften meine ich dann zB die irgendwo versickerten Zahlungen der EU, die anscheinend nutzlos versandet sind, um mal ein Beispiel zu geben.
    Der von Ihnen geschilderte Zustand ist nicht gerecht und kontraproduktiv. Als Juristin dürften Sie jedoch die Möglichkeit haben etwas dagegen zu machen und dass es dringend nötig ist, braucht man ja nicht zu erwähnen.

  • Die Hellenen sollen sich selbst aus dem Sumpf ziehen, in den sie sich geritten haben!Der griechische Staat besitzt 4 Millionen Unzen Gold. Jeder Privatmann muss im Falle einer Insolvenz sein Vermögen verkaufen, bevor er von anderen Hilfe bekommt! Das sollte bitte schön auch für Staaten gelten.

  • @kschulz
    Hier noch der Link zu den Gasvorkommen:
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/tid-28152/erdgas-und-rohstoffe-sitzen-die-griechen-auf-immensen-reichtuemern_aid_862431.html
    Und hier meine Interpretation zur Tatsache, daß diese bedeutenden Tatsachen (englisch: game changer) in Deutschland jahrelang medial verschwiegen wurden und großenteils noch wird (siehe Handelsblatt - und nein, 1-2 unbedeutetende Alibi-Artikelchen z.B. über Goldvorkommen reichen nicht):
    Der Plan der internationalen Banken und Rohstoffkonzerne sieht wohl so aus
    1. Schulden der Griechen bei den Großbanken auf Schulden beim europäischen Steuerzahler "umschulden" (das ist großenteils schon passiert, passiert weiter: nächste Tranche für die "liefernden" Griechen)
    2. Schuldenschnitt beim Steuerzahler (bzw. "seinen" Bailout-Programmen) - das wird gerade vorbereitet, indem man darüber "diskutiert". Kommt vielleicht erst nach der Bundestagswahl.
    3. Verhandlung der Öl-Multis/USA/Israel mit den griechischen Politclans über die Nutzung der Rohstoffe bei maximalen Bestechungsgeldern und minimalen offiziellen Lizenzgebühren.
    4. Langfristig: Neue Kredite der Banken für den entschuldeten griechischen Staat (das ist dann wieder ein schönes Geschäft).

  • Da wäre ich mir nicht so sicher, ob Monti es so toll findet, Rajoy, Irland, Portugal, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Österreich...muss ich weitermachen? Jeder Cent, den man Griechenland bereitstellt, muss ja in der Zwischenzeit vom eigenen Munde abgespart werden und bringt die heimische Lage noch mehr unter Druck.

    Kurz es fehlt an Mut, diesem Totentanz ein Ende zu bereiten. Letztendlich wird es doch kommen. Da kein Land den Spielraum hat, Griechenland für die nächsten Dezennia zu finanzieren.
    Zumal die Unzufriedenheit in allen Ländern ständig steigt und Tendenzen der Radikalisierung in jegliche Richtung, sei es religiös wie zB. islamistisch, faschistisch oder Richtung Kommunismus deutlich wahrnehmebar sind. Dies lässt nichts gutes vermuten für die weitere Entwicklung, da man zu feige ist, endlich den Stecker zu ziehen und wie ein zweijähriges Kind trotzig jeglicher Vernunft auf seinem Spielzeug beharrt.

  • Ich habe vor 5 Jahren in Deutschland gelebt und als promovierte Juristin um die 2.000 Euro pro Monat verdient. Leider haben wir die Entscheidung getroffen nach Griechenland zurueckzukommen. Heute verdiene 849 Euro pro Monat mit 12 Stunden Arbeit. Mit den neuen Sparmassnahmen wird von meinem Gehalt 84.62 Euro plus 56.00 abgezogen, d.h. ich werde netto 708.38 Euro verdienen. Da ich den Vergleich zwischen Griechenland und Deutschland machen kann, erlaube ich mir folgende Aussage zu machen. Im Privatsektor arbeitet man in Griechenland wesentlich mehr fuer ganz wenig Geld. Da ich angeblich einen "hohen Gehalt" bekomme, erhalte ich auch kein Kindergeld.
    Am Ende des Jahres habe ich auch noch um die 1000 Euro Steuer gezahlt. Ich frage mich wer faul ist und wer keine Steuer zahlt, wie manche Europaeer meinen?
    Noch manche Daten:
    Fuer eine 80 qm Wohnung zahle ich 600 Euro Grundsteuer (seit 2 Jahre).
    Fuer ein A-Klasse Auto zahle ich 280 Euro Kfz-Steuer.
    Ausserdem haben wir 23% MwSt.
    Vielen Dank!!!

  • TEIL 2:
    Herr Latsis, der 2010 kurz vor dem Rettungspaket #1 seinen Unternehmenssitz von dem Nicht-EU Land Schweiz nach Luxemburg(!) verlegt hat und als ehemaliger Besitzer von HELLENICPERTOLEUM und diverser Beteiligungen im Energiehandel taetig ist sollte Hier ebenso in Betracht gezogen werden wie die Herkunft des Herrn Samaras. Ein Spross der Familie Benaki, welche mit Reederei, Brokerage und weiteren passenden Beteiligungen ein Privatvermoegen von ca 2,6 Milliarden Ero angehaeuft hat. Und in diesem Kontext spricht man von einem insolventen Hellas und droht mitVerwerfungen fuer die gesamte Eurozone/ EU, sollte der griechische Schuldendienst und Haushalt nicht weiter alimentiert werden? Wann setzen WIR diesem Betrug in nie dagewesenem Umfang und der fortgesetzten Veruntreuung europaeischer Steuergelder ein Ende? Bundesregierung, IWF und die EU Granden sollen von o.g. Fakten nichts wissen? Ein Witz!

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