Treffen in Mexiko Europa wehrt sich auf G20-Gipfel gegen Kritik

Zum Auftakt des G20-Gipfeltreffens sieht Kanzlerin Merkel auch andere Kontinente neben Europa in der Pflicht, das weltweite Wachstum zu stabilisieren. US-Präsident Obama drängt auf eine Stabilisierung des Finanzsystems.
Update: 19.06.2012 - 03:12 Uhr 17 Kommentare
Treffen der Mächtigen
Obama Mexico G20 Summit
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Die Fahrzeugkolonne von US-Präsident Barack Obama erreicht das Grand Los Cabos Resort. Dort traf sich Obama mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon. Der Mexikaner konnte als Erfolg verbuchen, dass sein Land eingeladen wurde, Teilnehmer der bislang neun Länder umfassenden Trans-Pazifik-Partnerschaft zu werden.

U.S. President Obama meets with Mexico's President Calderon in Los Cabos
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Gastgeber Calderon (rechts) sprach mit US-Präsident Obama unter anderem auch über das vom Amerikaner angestoßene neue Immigrationsrecht. Obama plant, junge illegaler Immigranten nicht länger aus den USA abzuschieben. „Das ist sehr angemessen“, so Calderon.

huGO-BildID: 26832330 European Council President Herman Van Rompuy (L) and European Commission President Jose Manuel Durao Barroso (R) arrive to give
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Doch das alles prägende Thema auf dem Gipfel war wieder einmal die europäische Staatsschuldenkrise. Vor allem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (rechts) wählte scharfe Worte gegen die rund um die Welt geäußerten Kritik an mangelhafter Krisenpolitik in Europa. Die Krise habe schließlich ihren Ursprung in den USA, erinnerte der Portugiese auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Ratspräsident Herman van Rompuy.

G20-Gipfel Merkel - Calderon
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Bundeskanzlerin Angela Merkel argumentierte ähnlich, etwa während eines Treffens mit dem mexikanischen Präsidenten Calderon. Zur Stärkung der Weltwirtschaft seien neben der Euro-Zone auch die anderen Top-Wirtschaftsmächte in der Pflicht. „Hier wird jeder Kontinent seinen Beitrag leisten müssen“, sagte sie vor Beginn des Gipfels. „Jeder hat hier beim Welt-Wirtschaftsgipfel seine Hausaufgaben auch noch zu machen.“

Mexico G-20 Summit
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Vor dem gemeinsamen Treffen aller Gipfelteilnehmer setzten sich die Länder in unterschiedlichen Konstellationen zusammen. So tagte etwa die BRICS-Gruppe, bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Im Tauziehen um die Aufstockung der Krisenmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellten die Länder Bedingungen. Sie verlangten unter anderem IWF-Reformen zu Ihren Gunsten, ehe sie die von ihnen erwarteten Beiträge zur Stärkung der Schlagkraft des Fonds leisten.

BRICS meeting in Los Cabos prior G20 summit
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Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff war die einzige Frau in dieser kleineren Runde. Der indische Premierminister Manmohan Singh (Mitte) und Chinas Präsident Hu Jintao (zweiter von rechts) erkannten an, auch zur Lösung der Schuldenkrise und den Spannungen auf den Finanzmärkten beitragen zu müssen. Aber sie drängten Europa auch zu dauerhaften und überzeugenden Schritten. Außerdem mit dabei: Südafrikas Präsident Jacob Zuma (rechts) sowie der russische Präsident Wladimir Putin (zweiter von rechts), der kurz darauf ...

U.S. President Barack Obama meets with Russian President Putin in Los Cabos
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... zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem amerikanischen Präsidenten aufbrach. Dabei sprachen sie vor allem über den Syrien-Konflikt, in dem die USA regelmäßig Russland kritisieren - etwa für vermeintliche Waffenlieferungen an die syrische Regierung. Er stimme mit Wladimir Putin überein, dass „wir ein Ende der Gewalt brauchen und einen politischen Prozess, um einen Bürgerkrieg zu verhindern“, sagte Obama nach dem Treffen mit dem russischen Staatschef.

Los CabosUS-Präsident Barack Obama hat sich nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) positiv zu den europäischen Krisenmaßnahmen geäußert.

"Der Präsident war ermutigt durch das, was er über die laufenden Diskussionen in Europa über die Wege zur Krisenbewältigung gehört hat", teilte ein Sprecher Obamas nach dem Gespräch am Montag am Rande des G-20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos mit. Obama und Merkel vereinbarten demnach, "eng zusammenzuarbeiten, um in Europa und weltweit das Nötige für eine Stabilisierung der Lage sowie für Wachstum und Arbeitsplätze zu tun".

Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, Deutschland und die USA setzten unter anderem auf eine engere Zusammenarbeit in Europa zur Überwindung der Krise. Obama und Merkel seien sich einig gewesen, "dass weitere Schritte zur politischen Integration notwendig sind". Die ursprünglich auf 30 Minuten angesetzte Begegnung kurz vor dem offiziellen Beginn des G-20-Treffens dauerte 45 Minuten.

Obama fordert vom Gipfeltreffen der G20-Industrie- und Schwellenländer, die Finanzmärkte in der Euro-Schuldenkrise endlich zu stabilisieren. Obama zeigte sich am Montag vor dem G20-Gipfel im Badeort Los Cabos erfreut, dass bei der Wahl in Griechenland die Euro-Befürworter gewonnen hätten. Aber es müsse mehr gegen die Euro-Schuldkrise getan werden, damit die Märkte wieder Vertrauen fassten.

Kanzlerin Merkel sieht zur Stärkung der Weltwirtschaft neben der Euro-Zone auch die anderen Top-Wirtschaftsmächte in der Pflicht. „Hier wird jeder Kontinent seinen Beitrag leisten müssen“, sagte sie vor Beginn des zweitägigen G20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos. „Jeder hat hier beim Welt-Wirtschaftsgipfel seine Hausaufgaben auch noch zu machen.“

Merkel verwies unter anderem auf die bisher nicht umgesetzten Zusagen bei der Neuordnung der Machtverhältnisse beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zugunsten von Schwellenländern sowie auf die weitere Finanzmarktregulierung.

Barroso: „Wir lassen uns hier von niemandem belehren“
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17 Kommentare zu "Treffen in Mexiko: Europa wehrt sich auf G20-Gipfel gegen Kritik"

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  • Das richtige wort hierfuer heisst Betrug .
    Subprime betrug in 2008/9 und jetz abwehrtungs betrug fuer die eigene wahlen zo dass Obama nach Europa kann zeigen wie blodt die da sind und wie schlau er ist.

  • mister Subprime.

    Bietchekoopen Sie haben es verstanden,erst schickten sie die triple A subprime nach Europa ,dan liefen de staatschulden der Euro laendern auf durch die Subprime recession, und jetz kommen die downratings weil wir massnahmen nehmen gegen zu hohe verschuldung.
    Amerika missbraucht Europa fuer eigen zwecken erst fuer betrug und zweitens fuer die whalen um uns bloedt dahr zu stellen.
    Dies

  • Die lieben G20-Teilnehmer vergessen etwas die Relationen. Was soll denn das kleine Deutschland alles in der Lage sein zu leisten? Für jede Milliarde, die Dtl. bürgt oder sonstwie bereit stellt, müßte beispielsweise China 16 Mrd., die USA 4 Mrd., Indien 15 Mrd., Indonesien 3 Mrd. und Brasilien 2,5 Mrd. aufbringen. Und diese Länder hängen mit ihrem Kinderspielzeug genauso an der Wirtschaftsentwicklung in Europa. Import und Export sind 2 Seiten einer Medallie.
    Keiner erwartet vom Zwerg Andorra, Spanien zu retten. Ebenso sind Deutschlands Möglichkeiten, für alle europäischen Schulden zu haften, begrenzt.

  • richtig, nach analysen von zerohedge sind die usa in einem zustand, dass sie nur noch 40% gesamtwirtschaftliches wachtsum aus 100% zusätzlicher staatsverschuldung erreichen. stimulation der us wirtschaft funktioniert gar nicht mehr.

  • ja, so ist es. endlich fangen die mal an klartext zu reden. ohne die sauereien - aufgeflogen 2007/2008 - wären deutschland und die anderen nordstaaten locker in der lage den süden aufzufangen. und nicht genug die gleichen akteure in uk und usa machen mit "nicht registriert gehandelten kreditausfallversicherungen" weiter "sauereien" gegen die eurozone. eine branche mit verantwortungslosen führungskräften in einem zustand, den mann/frau nur als aussersich betrachten kann.
    UND: endlich werden mal die machtfragen auch und insbesonder im sinne der sich massiv entwickelnden staaten angesprochen und hoffentlich wohl auch gelöst/beschlossen. eine klare realpolitische sprache ist ja wohl längst überfallig gegenüber uk und usa. die verantwortlichen führungspersonen sind bei ihrem tanz um das "goldene kalb" immer noch von sinnen. gut europäer, sehr gut china, sehr gut brasilien, sehr gut usw. endlich an das kernproblem: faire bedingenungen im handel- und finanzsystem.

  • Wir müssen nur an unsere Kompetenz in der Sache glauben, es gibt keine Besseren als uns, weder technologisch noch wirtschaftlich. WIR sind der Schrittmacher der Welt und garantieren Fortschritt.

    Und wer das W I R (in Deutschland) in Frage stellt hat die Funktion über die Einhütung der Intelligenz noch nicht verstanden !

  • Jetzt sagt Frau Merkel sogar den Kontinenten, was sie zu tun haben, so einen fähigen Bundeskanzler hatten wir noch nie. Bereits als Klimakanzlerin hat sie sich Kontinent-übergreifend eingesetzt. Nur blöd, wenn jetzt die Chinesen unsere Flieger beschlagnahmen. Was denken die sich eigentlich? Nur weil sie so knapp 17 mal mehr sind als wir, hätten sie auch was zu sagen, denken sie??

  • Obama, was erlauben sich? Der schlechteste US-Präsident aller Zeiten zwingt mich dazu, unseren beiden obersten EUdSSR-Kommissaren zustimmen zu müssen.
    *grusel*

    Die Politik hat in der Wirtschaft überhaupt nichts anzukurbeln oder zu "fixen". Die soll vernünftige Rahmenbedingungen schaffen und ansonsten den freihen Kräften der Marktwirtschaft die Arbeit überlassen.
    Obama ist ja wirklich schlimmer als Krugman.

  • Die Gelddruckerei Nummero 1 der gesamten Welt hat gesprochen. Sorry wenns nicht so traurig wäre, wäre es der Witz des Tages.

  • Man wird den Eindruck nicht los, dass von der US Seite her der Euro ganz gezielt zerschossen wird um für Investoren eine alternative zum maroden Dollar auszuschließen.
    Dass deren ständige Konjunkturprogramme mit der Notenpresse nachhaltig und langfristig nicht fruchten werden versteht sich von selbst.
    Schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme, wie endet das nochmal mit Drogensüchtigen die fortlaufend ihre Dosis erhöhen?


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