Treffen mit Kanzlerin Kroatien will den Euro nach EU-Beitritt

Kroatien will nach seinem EU-Beitritt auch rasch den Euro einführen. Ministerpräsident Zoran Milanovic rechne mit einer breiten Zustimmung in der Bevölkerung, sagte er bei einem Treffen mit Angela Merkel in Berlin.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic. Quelle: dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic.

(Foto: dapd)

BerlinDas künftige EU-Mitglied Kroatien hat seine Absicht betont, nach seinem Beitritt auch die Einführung des Euro anzustreben. „Wenn Sie die Bevölkerung heute fragen würden, gehe ich davon aus, dass die meisten Ja sagen würden“, sagte der kroatische Ministerpräsidenten Zoran Milanovic am Mittwoch nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

In dem Land, das am 1. Juli 2013 das 28. Mitglied der EU werden soll, seien ohnehin die meisten Sparguthaben in Euro. „Wenn wir uns in Richtung Eurozone bewegen, dann entspricht dies dem Trend, denn das Land ist in hohem Maße europäisiert.“ Sein Land werde die fiskalischen Voraussetzungen erfüllen.

Milanovic gab aber auch zu Bedenken, sein Land sei derzeit an einem Wendepunkt. Die proeuropäische Stimmung sei nicht mehr so groß wie noch vor zehn Jahren. Deshalb erhoffe er sich erhebliche Förderung aus den EU-Kohäsionsfonds. „Wir möchten der EU beitreten, weil wir uns einen Nutzen davon erhoffen.“

Bis auf Großbritannien und Dänemark sind alle EU-Mitglieder verpflichtet, den Euro einzuführen. Voraussetzung ist die Erfüllung etwa der Schuldenkriterien des Stabilitätspakts sowie eine zweijährige Übergangsphase. Die Schuldenkrise hat dazu geführt, dass Länder wie Polen derzeit keine Euro-Einführung anstreben.

Merkel ihrerseits lobte die Wirtschaftsreformen in Kroatien. Die Ratingagenturen hätten das Land hochgestuft, was ein Zeichen dafür sei, dass Kroatien den richtigen Weg eingeschlagen habe.

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6 Kommentare zu "Treffen mit Kanzlerin: Kroatien will den Euro nach EU-Beitritt"

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  • Den Beitritt hat sich dieses Land mehr verdient als die Meisten der zuletzt beigetretenen Mitglieder. Die Messlatte für den Beitritt wurde noch nie so hoch gesetzt. Der Nutzen ist das Hauptmotiv aller Mitglieder der EU. Natürlich ist das gekoppelt mit der Erarbeitung dieses Nutzens und nicht mit der auschliesslichen Erwartung des Nehmens. Die kroatische Mentalität ist eine Symbiose aus Ehrgeiz und Fleiß.

  • Wir Kroaten haben eigentlich eh schon den Euro weil unsere Kuna an den Euro gebunden ist. Das ist natürlich nicht gut für das Land. Wer da welches Interesse verfolgt? Keine Ahnung! Die Banken sahnen aber dadurch ordentlich ab. Wenigstens sind die Staatsschulden Kroatiens aber nicht so gross und die Banken im Land drohen auch nicht pleite zu gehen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • „Wir möchten der EU beitreten, weil wir uns einen Nutzen davon erhoffen.“

    Aus diesem Grund sind sie alle beigetreten, nur irgend jemand muss den Nutzen auch erarbeiten.

    Abgesehen davon, wenn die am 01.07.2013 beitreten, können sie den Euro erst 2 Jahre später einführen. Und bis dahin isr er sicher Geschichte.

  • Wie dumm muß ein Regierungs-Schef sein in dieser derzeitgen Euro-Krise von einem beitritt zu reden.
    Oder wollter er nur Angela beruhgien, weil er weiß, dass es den Euro nicht mehr lange geben wird?

  • Wenn die Kroaten sich für die Euro-Einführung entscheiden, werden sie es aus mehreren Gründen bedauern. Zum einen wird mit der Euroeinführung alles teurer für den Durchschnittsbürger werden. Euro ist Teuro. War ja bei uns nicht anders. Des weiteren wird auch Kroatien als Urlaubsland an Attraktivität verlieren, da dann auch im Tourismusbereich das Preisniveau merklich anziehen wird.
    Drittens würden die Kroaten mit dem Euro sich eine Währung einhandeln, die immer noch Schiffbruch erleiden kann, auch wenn -um es gnädig zu formulieren- die Flexibilitäten von Italo-Draghi den Laden momentan etwas stabilisiert haben. (Fragt sich nur, ob der Preis dieser Flexibilitäten mittelfristrig nicht furchtbar sein wird!) Hoffentlich dürfen die Kroaten über die Euro-Einführung wenigstens noch in einem Referendum abstimmen. Wir Deutsche wurden von politischen Führungskreaturen eines gewissen polarisierenden Zuschnitts ja gar nicht erst gefragt.

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