Treibhauseffekt Altmaier fordert mehr Elan fürs Klima

Die Vereinten Nationen haben noch keine Antwort auf den Klimawandel gefunden. Zum Auftakt der Klimakonferenz kritisiert Bundesumweltminister Altmaier große Gesprächspartner - hofft aber ausgerechnet auf die USA.
Update: 26.11.2012 - 08:53 Uhr 23 Kommentare
Nimmt die internationale Gemeinschaft in die Pflicht: Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Quelle: dpa

Nimmt die internationale Gemeinschaft in die Pflicht: Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

(Foto: dpa)

BerlinHandelsblatt: Herr Minister, die Weltbank warnt vor einer Erwärmung um bis zu vier Grad, die UN-Klimakonferenzen schaffen kaum Fortschritte. Hand aufs Herz: Ist das Zwei-Grad-Ziel überhaupt noch realistisch?

Peter Altmaier: „Seriös kann das niemand sagen im Augenblick. Fest steht nur, dass wir im Moment weltweit einen ungebrochenen Boom erleben bei den CO2-Emissionen. Das hängt zusammen mit den Wachstumsraten gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern. Deshalb müssen wir alarmiert sein. Das aktuelle Tempo des internationalen Klimaschutzes ist absolut unzureichend, um das angestrebte Zwei-Grad-Ziel tatsächlich zu erreichen. Wir müssen versuchen, die Trendumkehr zu schaffen. In Deutschland haben wir sie schon erreicht, in anderen Regionen sind wir davon noch kilometerweit entfernt.“

Warum setzen Sie sich nicht dafür ein, dass die massiven Subventionen für Öl und Kohle weltweit stärker in den Ausbau von Wind- und Solarenergie umgelenkt werden?

Altmaier: „Wir sind in Deutschland dabei, die Kohlesubventionen endgültig auslaufen zu lassen - und haben insofern unsere Hausaufgaben gemacht. Ich erwarte aber international wenig Bewegung bei diesem Thema, deshalb hat es aus meiner Sicht mehr Sinn, sich auf den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien zu konzentrieren und die Voraussetzungen zu schaffen, dass diese in Ländern mit viel Sonne und Wind auch ohne Subventionen und Einspeisevergütungen wettbewerbsfähig werden. Dies würde auch enorme Exportchancen für die deutsche Solar- und Windbranche ermöglichen. Ich arbeite dafür an einem Club der Energiewende-Staaten. In dem Zusammenhang müssen wir uns auch intensiver mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien beschäftigen.“

Wäre die Schuldenkrise nicht gerade auch eine Chance, um auch in Europa den Ökoenergie-Ausbau voranzubringen?

„Wir haben ein Interesse daran, dass zum Beispiel in Griechenland völlig veraltete Dieselgeneratoren und Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzt werden können. Das würde neue Wertschöpfung für Griechenland bedeuten, aber auch mehr Umweltschutz und eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Im Augenblick kommen diese Projekte nicht ausreichend voran, weil sich die Diskussion immer noch um die notwendigen inneren Reformen in Griechenland und den Schuldenabbau dreht.“

Braucht es ein einheitliches Fördersystem für Ökostrom in Europa, wie es EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert?

„Wir brauchen in Europa keine Harmonisierung von Fördersätzen und Standards. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man künftig darüber nachdenkt, nicht verbrauchte Strukturfondsmittel einzusetzen, um private Investoren für mehr Investitionen in erneuerbare Energien zu gewinnen. Ich glaube, dass zum Beispiel die Solarenergie in Griechenland, aber auch in Spanien und Zypern, heute schon ohne Einspeisevergütung rentabel betrieben werden kann.“

Beim Klimagipfel soll die EU in Vorleistung treten und sich mit einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls zu weniger CO2-Emissionen verpflichten. Wie wollen Sie erreichen, dass große Verschmutzer wie die USA und China nicht die Hände in den Schoß legen?

„Die 2. Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Abkommen halte ich für essenziell, damit von Doha ein Signal des Fortschritts ausgeht. Wir müssen uns aber im Klaren darüber sein, dass wir damit nur den kleineren Teil der weltweiten CO2-Emissionen erfassen. Deshalb brauchen wir ein weltweites Abkommen, das alle Treibhausgase ausstoßenden Länder umfasst, ab dem Jahre 2020. Das muss in den nächsten zwei Jahren verhandelt werden. Dafür brauchen wir einen klaren Fahrplan in Doha. Wir brauchen aber gleichzeitig in der Zwischenzeit bis zu einem neuen Vertrag höhere Selbstverpflichtungen von Nicht-Kyoto-Staaten als es diese bisher gibt.“

„Deutschland hat bisher alle Zusagen eingehalten“
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23 Kommentare zu "Treibhauseffekt: Altmaier fordert mehr Elan bei Klimagesprächen"

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  • Der 3 Punkte Plan unserer Politik
    1. CO2 freie Atomkraftwerke abschalten (enteignen)
    2. CO2 intensive Gas-/Kohlekraftwerke bauen
    3. sich auf Weltklimakonferenzen als Held feiern lassen

  • Unhaltbare Behauptungen
    Die Niederländisch Königliche Akademie der Wissenschaften (KNAW) beschloss am 5.2.2010, Klarheit in die Klimadebatte zu bringen und „den IPCC Bericht einer kritischen Analyse zu unterziehen.“ Zu dem Eklat war es gekommen, weil im IPCC Bericht stand, die Niederlande lägen zur Hälfte statt zu knapp 15% unter dem Meeresspiegel und drohten überschwemmt zu werden. Das Britische Parlament hatte schon am 22.1.2010 eine Untersuchungskommission gefordert und die Regierung Indiens ersetzt den IPCC durch eine eigene unabhängige Klimaforschung. Auslöser hierfür war die IPCC-Behauptung, die Gletscher des Himalayas würden binnen 35 Jahren abschmelzen. Grundlage für die Behauptung waren eine Schülerarbeit und die von 350 auf 35 Jahre verkürzte vage Vermutung eines russischen Forschers. Als ähnlich unbegründet erwies sich die Behauptung, die Klimaerwärmung könnte bis 2020 die Erträge der Landwirtschaft in Afrika halbieren. Auch die von den Gremien aufgebauschte „hockey stick“-Grafik, nach der es heute wärmer als in den letzten 1300 Jahren sein soll, erwies sich später als betrügerischer Statistik-Trick. Sie war im Hinblick auf die mittelalterliche Wärmeperiode, als es rund 1°C wärmer war als heute und die Wickinger auf Grönland „Grünland“-Ackerbau betrieben, heftig, aber zunächst erfolglos kritisiert worden. Auch die Polkappen schmelzen nicht wie behauptet ab. Das “National US Snow and Ice Data Center” der USA in Colorado, das dies bisher massenwirksam behauptet hatte, vollzog am 10.1.2010 eine Kehrtwende und bestätigte, dass das Eis in den nördliche Polarregionen in den letzten beiden Jahren extrem – nämlich um 26% – zugenommen hat, und kündigte sogar einen „globalen Trend in Richtung Abkühlung für voraussichtlich die nächsten 20 oder 30 Jahre“ an.

  • Hi Thyphus...ich gebe es auf. Sie haben, wie andere Oekologen auch die Mathematik neu erfunden.

    Vandale

  • @Vandale

    Die Landwirtschaft berechnet Düngergaben immer auf Tonnen oder Kilogramm pro Hektar.

    Die Urankontamination beträgt also 20 Gramm pro Hektar.

    In jedem Schrebergarten oder bei der Rasendüngung werden die Werte nach oben hin abweichen.

    Mit Mathematik hat dies also nichts zu tun, sondern eher mit Agrarbewirtschaftung. Bitte informieren Sie sich vorher, bevor sich Intepretationsfehler einschleichen.

  • Ich darf Sie einfach nur mal auf einen weiteren Artikel aufmerksam machen, welche Ammenmärchen Herr Altmaier mit einem Zwei-Grad-Ziel verbreitet.

    Gibt es überhaupt eine Welttemperatur? :D

    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/eu-vor-dohakatar-die-einsamkeit-der-klima-phantasten/

  • Hi Thyphus...ich nehme an, Mathematik ist wirklich nicht Ihre Stärke.

    Eine Uraneintrag von 20g/m2 pro Jahr im Ackerboden würde bei einer Urankonzentration von 30g/to im Phosphat einen Düngereinsatz von 570Kg Phosphatdünger pro Jahr und m2 bedingen. Das wäre eine 40-60cm dicke reine Phosphatschicht. Darunter würden die Pflanzen ersticken. Meinen Sie nicht, dass das ein klein wenig übertrieben ist.

    Die Ökoreligion beruht meistens auf recht einfachen Schwindeleien. Eine einfache Plausibilitätsrechnung bringt eigentlich fast alle Ökolegenden, ob Uranmunition, Waldsterben, Ungelöste Endlagerfrage, Klimaschwindel, zum Einsturz.

    Vandale

  • ...„Ich verfolge die Entwicklung in den USA mit Blick auf die intensive Förderung von Schiefergas und die damit verbundenen starken Energiekostenreduzierungen mit großer Aufmerksamkeit."...
    Das kann ich mir vorstellen. Weil es für einen Öko-Hanswurst von der CDU, einschließlich Klimakanzlerin natürlich schwieriger wird zu erklären, dass die Energiekosten in den USA für einige Jahre niedriger werden, während sie bei uns immer weiter steigen.
    Das passt nicht in die Planung.

  • @Energieelite

    Das Kyoto-Protokoll wurde seinerzeit vornehmlich von Staaten unterschrieben, die finanziell vlöllig verschuldet sind. Der deutsche Staat hat Schulden von 1,7 Billionen Euro und weitere 7 Billionen Euro für Pensionsverpflichtungen der Beamten zu schultern!

    Die Deutschen werden sich niemals gegen Ökosteuern auflehnen, denn sie haben Angst vor dem Klimawandel, dernur durch immer höhere Steuern bekämpft werden kann.

    Zur Info: Al Gore arbeitet an einem weiteren Film, der noch viel krasser werden soll, als der erste Film. Folglich werden wir danach noch viiiiiel mehr Angst haben als bislang und brav alle Steuern zahlen! :-)

  • @Vandale

    Keine Ahnung woher Sie Ihre Zahlen nehmen, aber der Anteil der Phosphatdüngung liegt gegenwärtig auf einem Niveau, dass zu ca. 20 Gramm Uraneintrag pro Jahr. In 5 Jahren kommen so locker 100g zusammen.

    Bei der heutigen Intensiv-Nutzung mit einer permanenten Maisfruchtfolge verlangen die Böden intensive Düngungsgaben. Wir reden also von einer verstärkt auftretenden irreversiblen Kontamination der Böden und vor allem des Oberflächen und Grundwassers.

    Gartenfreunde, die gerne nach dem Motto viel hilft viel verfahren und nicht richtig dosieren, tragen ebenfalls dazu bei.

    Nicht nachvollziehbar ist, weshalb das Landwirtschafts- und Verbraucherministerium hier keine Aufklärung betreibt. Sie stimmen mir sicherlich zu, dass ebenso wie der Umweltminister auch eine Frau Aigner in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben maßlos überfordert sind.

  • Hallo Leute!

    Herr Altmaier muss sich politisch opportun äußern, denn er möchte doch nicht in Ungnade bei der Klimakanzlerin fallen und ausgetauscht werden.

    Zur Erinnerung: Frau Merkel hatte das auf Lügen basierende Kyoto-Protokoll 1997 unterschrieben!

    Also muss auch die Umsetzung mit deutscher Gründlichkeit erfolgen und als Vorbild für die Welt gelten.
    Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie wenig in den deutschen Medien über die wohl GIGANTISCHSTE LÜGE in der Menschheitsgeschichte berichtet wird.
    Jeder halbwegs naturwissenschaftlich gebildete Mensch durchschaut, was hier abläuft.
    Bei dem allgemeinen Bildungsniveau der deutschen Bevölkerung hat die Klimakanzlerin jedoch leichtes Spiel.

    Insoweit gilt- wie bereits vor 60 Jahren - die Grundformel "Angst bewegt die Massen!". Oder anders (moderner) formuliert: "Mit Angst lässt sich Geld verdienen!".
    Die politische Propaganda und Gehirnwäsche beginnt sogar schon in Schulen, wo der "einzigartige Film" von Al Gore gerne gezeigt wird und selbst Unterrichtsbücher mit dem Klimawahn infiltriert sind.
    Übrigens, Al Gore kaufte sich für rund 4 Mio. Dollar eine Villa auf Seehöhe in San Francisco, obwohl nach eigener Aussage der Meeresspiegel steigt. Die 4 Mio. Dollar könnten aus Gewinnen stammen, die er mit seinem eigenen Unternehmen erwirtschaftete, das mit Klimazertifikaten handelt... ;-)

    Ich bin gespannt, wie es hier bei uns in Deutschland weiter geht. Eines ist sicher, die Klimalüge wird uns hunderte Milliarden kosten und unseren Wohlstand drastisch reduzieren!
    Wer sich weiter informieren möchte dem seien Youtube-Beiträge von Hartmut Bachmann, Dr. Wolfgang Thüne und Lord Christpher Monckton empfohlen.

    Mfg
    Klimakiller

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