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Troika-Besuch Griechen-Sparturbo soll EU-Partner besänftigen

Über Griechenland kreist mal wieder der Pleitegeier. Athen will den Bankrott noch abwenden - mit einer deutlichen Verschärfung des Sparkurses. Wird das die internationalen Geldgeber beeindrucken?
23.07.2012 - 14:12 Uhr 38 Kommentare
Regierungschef Antonis Samaras und sein Finanzminister Yannis Stournaras wollen auf den letzten Drücker sparen. Quelle: dapd

Regierungschef Antonis Samaras und sein Finanzminister Yannis Stournaras wollen auf den letzten Drücker sparen.

(Foto: dapd)

Düsseldorf/Berlin Griechenland läuft die Zeit davon - mal wieder. Im August muss Athen 3,8 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Geld, das die griechische Regierung noch nicht hat. Die Troika hält die Zahlungen im Moment zurück, bis sie sich selbst ein Bild von der Lage in Athen gemacht hat.

Zwar reisen die Vertreter der EU-Kommission, der EZB und des Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits am morgigen Dienstag nach Griechenland, doch sie haben schlechte Nachrichten im Gepäck. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Regierung von den rund 300 mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Maßnahmen 210 bisher nicht erfüllt.

Auf der einen Seite will die Regierung von Antonis Samaras bei den Gläubigern einen Aufschub von zwei Jahren für die Sparmaßnahmen erwirken. Die Troika schätzt die zusätzlichen Kosten für diesen Aufschub auf 10 bis 50 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite versuchen die Griechen jetzt, auf den letzten Drücker zu sparen.

Das soll vor allem im öffentlichen Sektor geschehen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" wird die Regierung diese Woche die Fusionen oder Schließungen von 20 Staatsbehörden bekanntgeben. So sollen zum Beispiel zwei staatliche Fair-Trade-Organisationen mit der griechischen Behörde für Export-Promotion zusammengelegt werden. In einer zweiten Welle könnten bis Ende August rund 200 weitere Organisationen zusammengelegt oder geschlossen werden.

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    "Wir fahren mit den Fusionen im öffentlichen Sektor fort und werden alle geforderten Kürzungen erfüllen, oder in einigen Fällen ähnliche Maßnahmen ergreifen, die mehr als doppelt so viel Wert sind, wie die von der Troika geforderten Maßnahmen", zitiert das Blatt einen hohen griechischen Regierungsbeamten.

    Damit würden die Pläne wieder angestoßen, die wegen des langen Wahlkampfs auf Eis gelegen waren. Eine Liste mit 120 öffentlichen Organisationen, die als Streichkandidaten gelten, gibt es schon länger. Doch bisher hat die griechische Regierung nur rund ein Dutzend davon wirklich geschlossen. Von der letzten Vereinbarung, bis Jahresende im öffentlichen Dienst 15.000 Stellen abzubauen, ist Griechenland bislang noch weit entfernt. Insgesamt sollen stufenweise 150.000 Staatsbedienstete entlassen werden.

    Geduld der Geldgeber schwindet
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    38 Kommentare zu "Troika-Besuch: Griechen-Sparturbo soll EU-Partner besänftigen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @delinix

      vom "7.Sinn" lassen sich die mächtigen Obermuftis nicht beeindrucken.

      Die Korrupten (Polit)-Mafioso grasen das Land ab, wie soll sich denn der GR Normalbürger gegen diese Mächtigen im Apparat wehren ?. Die machen ihn doch schon mit dem örtlichen Parteibüro platt, für weitere Drohungen stehen ihnen proteingeschängerte Glatzköpfe in dicken "Geländejeepies" zur Verfügung... So what...

      Für einen theoretisch denkbaren Neuanfang benötigt GR vmtl. 10 - 15 Jahre, schneller Sturm auf die Korruptinstitionen und deren nicht einfachen Entmachtung vorausgesetzt. Dazu ist die Bvölkerung bzw dieEU nicht im stande. Viel ( noch ) zu träge.

    • Wenn nach all den gebrochenen Zusagen die europäische Gemeinschaft Griechenland jetzt nicht den Stuhl vor die Tür setzt, dann wird sich bis ans Ende aller Tage jeder beliebige Strauchdieb berechtigt fühlen Guteuropa auszuplündern.

    • Als ob in Deutschland keine Steuern gezahlt werden müssen, nur weil Wahlkampf ist.
      Hat Griechenland eine Gewaltenteilung von Legislative und Exekutive?
      Alles wieder nur Beschlüsse und Versprechen und keine Taten. Es sind - außer meiner Sicht - nicht unbedingt die Sparmaßnahmen, sondern auch ganz entscheidend die Reformen.
      Für eine Unternehmensgrüdnung sollte man nicht 200 Genehmigungen und 5 Jahre brauchen, als ein Beispiel.

    • Der Regierungschef Antonis Samaras und sein Finanzminister Yannis Stournaras in Griechenland haben in den vergangenen Wochen und Monaten keine Maßnahmen ergriffen um das Sparprogramm nicht einmal ansatzweise zu realisieren.

      Um ehrlich zu sein, Griechenland kann nicht sparen, denn dann bricht der korrupte Wirtschaftskreislauf völlig zusammen. Insolvenz beantragen und neu Anfangen. Selbst in einer schwächeren Gemeinschaftswährung, dem „Südeuro“, würde die griechische Regierung ihre Partnerstaaten pausenlos verarschen.

    • Zitat:"Griechen-Sparturbo"

      In der Mathematik ist 0 x 1 eine "0" und 0 x 10 auch eine "0". D. h. ein verstärktes "nichts tun" ist nicht besser als nichts zu tun. Mehr muss man über "Griechen-Sparturbo" nicht sagen. Das ist bloß Show (unterstützt durch die EUdSSR, EUdSSR-Presse und linke Politiker in D) damit weiter Milliarden des Steuerzahlers nach Griechenland fließen, weil man es dort nicht schaffen will, die eigenen Reichen zu besteuern.

      Leute wie Horn und Trittin wollen den griechischen Millionären lieber eine zweite Yacht finanzieren, bevor deutschen Rentner ausreichend für Essen und Heizen im Winter haben, falls sie das Rentenalter in Deutschland überhaupt erreichen.

      Das nennt sich dann Solidarität.

    • 'Kapturak' sagt
      -----------------------
      Vor der Bundestagswahl kein Grexit, denn die Risiken für Frau Merkel wären unkalkulierbar.

      Daher: man wird die Griechen noch bis 2013 zappeln lassen.
      -----------------------

      Daraus wird wohl eher umgekehrt ein Schuh:

      Die Griechen haben es ja geschafft, seit März schon wieder um etwa 6 Milliarden am Plan vorbeizuschießen.

      Resultat: sie bräuchten mehr als bisher bereinbart, um die Pleite abzuwehren. So etwa 10 Milliarden pro Jahr.

      Und das heißt, ein drittes Rettungspaket würde gebraucht - Gesamtkosten ZUSÄTZLICHE 50 Milliarden oder so.

      Wenn Merkel das probierte, dann würde sich die CDU 2013 unter der 5%-Hürde wiederfinden.

      Ergo: Grexit ist essentiell für ihr politisches Überleben.

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      Und das so schnell wie möglich - jeden Monat kostet uns das muntere Völkchen mit dem einnehmenden Wesen so etwa eine Milliarde mehr. Unter Berücksichtigung der ELA.

    • +++ Kommentar von der Redaktion gelöscht +++

    • Dass die EU-Bürokraten fü weiterzahlen sind, ist ja klar. Es ist ja nicht ihr Geld, sondern das Geld der Steuerzahler in den gut wirtschaftenden Staaten. Die EU-Hofschranzen würden hingegen ihre Position potentiell gefährden, wenn Griechenland austreten müsste. Denn man bräuchte dann ja weniger Beamte in Brüssell.

    • Die Regierung hat eine bequeme Mehrheit, müssen sie die Macht der Gewerkschaften begrenzen, und wenn die hohe Vermögen haben, diese offen legen.
      Das hat dann diesselbe Neid-Wirkung wie die Diäten unserer Abgeordneten. Sind die Fernsehsender nicht bereit, richtig zu informieren, Rundfunkrecht reformieren und verpflichten.

    • So könnte die Kapitulation (frei nach Rokossowski) lauten:
      "Wir garantieren allen Politikern, Staatssekretären und Beamten, die den Widerstand aufgeben, Freiheit und Sicherheit sowie bei Finanzierungsende den Verbleib in Griechenland oder auf Wunsch der finanziell Betreuten in ein beliebiges anderes Land. Alle sich ergebenden griechischen Staatsangehörige behalten ihren Status, ihre Abzeichen und Dienstränge, die persönlichen Gebrauchs- und Wertgegenstände. Den führenden Politikern werden Urkunden und Stempel belassen. Den Politikern, Staatssekretären und Beamten, die sich ergeben, wird sofort einfache Behandlung verabreicht. Allen Arbeitslosen, Kranken und Rentnern wird ärztliche Hilfe zuteil. Wir erwarten Ihre schriftliche Antwort am 1. August 2012 um 15 Uhr 00 Minuten MESZ durch einen von Ihnen persönlich bevollmächtigten Vertreter, der in einem mit weißer Flagge kenntlich gemachten Personenkraftwagen zum staatlichen Rundfunk zu fahren hat. Ihr Vertreter wird am 1. August 2012 um 15 Uhr 00 Minuten von bevollmächtigten europäischen Beamten im Foyer des Staatsfernsehens erwartet. Sollte unsere Aufforderung zur Kapitulation von ihnen abgelehnt werden, so kündigen wir an, dass die Buchhalter der EZB und der EU-Kommission gezwungen sein werden, zum Zahlungsstopp der eingekesselten griechischen Banken zu schreiten. Die Verantwortung für deren Insolvenz tragen Sie."
      Fehlt nur noch die Unterschrift...

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