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„Troika Laudromat“ Geldwäschesystem soll Milliarden Euro aus Russland in den Westen gebracht haben

Ein Geldwäschenetzwerk hat Berichten zufolge litauische Banken für seine Zwecke eingespannt. Es geht um ein perfides System falscher Entschädigungen.
Update: 04.03.2019 - 20:00 Uhr Kommentieren
Nach Medienberichten sollen rund 190 Millionen Euro durch Geldwäsche aus Russland auf deutsche Konten gekommen sein. Quelle: dpa
Geldwäscheorganisation

Nach Medienberichten sollen rund 190 Millionen Euro durch Geldwäsche aus Russland auf deutsche Konten gekommen sein.

(Foto: dpa)

MoskauMehrere Milliarden Euro sollen nach Berichten eines Recherchenetzwerkes über ein kompliziertes Geldwäschesystem aus Russland in den Westen gelangt sein. Rund 190 Millionen Euro davon gingen auf deutsche Konten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Bankunterlagen und Dokumente am Montag berichtete. Die Unterlagen seien unter anderem dem Recherchenetzwerk „Organized Crime and Corruption Reporting Projekt (OCCRP)“ zugespielt worden. Die Dokumente seien von mehr als 20 Medienhäusern mit dem Titel „Troika Laundromat“ ausgewertet worden.

Darunter waren demnach 1,3 Millionen Banküberweisungen, Verträge und Rechnungen. Betroffen seien vor allem zwei Banken aus Litauen. Eine Stellungnahme der beiden Banken lag zunächst nicht vor. Die angeführten Fälle sollen schon einige Jahre zurückliegen.

Das Recherchenetzwerk hatte 2014 den Fall „Russian Laundromat“ - zu Deutsch der „russische Waschsalon“ - öffentlich gemacht. Dabei sollen in den Jahren 2012 bis 2014 Milliardenbeträge aus Russland ins Ausland geschafft worden sein. Damals soll eine leitender Manager einer lettischen Bank eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Affäre hat höchste Kreise erreicht.

Im aktuellen Fall seien unter anderem innerhalb weniger Tage zahlreiche Verträge mit anderen Firmen geschlossen worden, hieß es in dem Bericht. Diese seien jedoch widerrufen und Entschädigungen in Millionenhöhe gezahlt worden. In anderen Fällen sei Geld an angebliche Briefkastenfirmen oder andere Bankkonten überwiesen und wieder zurückerstattet worden.

Involviert sei vor allem eine russische Investmentfirma, die vor einigen Jahre von einer Bank übernommen wurde. Der damalige Leiter dementierte dem Onlineportal Meduza zufolge, illegale Geschäfte getätigt zu haben. Man habe alle Regeln befolgt, die damals auf dem globalen Finanzmarkt existiert hätten, sagte er nach Angaben des Portals Ende Februar zu Journalisten in Moskau.

Dem Bericht der „Süddeutschen“ zufolge ist auch eine Wohltätigkeitsorganisation des britischen Thronfolgers Prinz Charles, namens Prince of Wales' Charities betroffen. Prinz Charles soll in die Entscheidung über die Annahme der Spenden nicht eingebunden gewesen sein: Ein Sprecher des Palasts in London teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, die Organisation agiere hinsichtlich sämtlicher Fundraising-Entscheidungen unabhängig vom britischen Thronfolger.

Ein Sprecher der Wohltätigkeitsorganisation sagte, die betreffenden Stiftungen hielten sich bei ihren Prüfungsabläufen an entsprechende Richtlinien und gesetzliche Vorgaben wie Anti-Geldwäschegesetze. „Im Fall der genannten Beispiele gab es während dieser Abläufe keine Warnsignale.“ Vorwürfe gegen einzelne Personen seien erst lange nach der Beendigung ihres Engagements aufgekommen und hätten daher nicht berücksichtigt werden können.

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  • dpa
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