Trotz EU-Kritik an Ungarn Deutsche Investoren lieben „Orbanistan“

Ungeachtet der heftigen Kritik an Viktor Orbán und der Flüchtlingspolitik der Regierung fühlen sich ausländische Unternehmen sehr wohl in Ungarn. Wegen des Booms droht dem Land sogar ein Mangel an Fachkräften.
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Deutsche Unternehmen, allen voran die Großinvestoren Audi, Mercedes-Benz, Bosch und Siemens, schätzen Ungarn als Produktionsstandort. Quelle: obs
Produktion in Ungarn

Deutsche Unternehmen, allen voran die Großinvestoren Audi, Mercedes-Benz, Bosch und Siemens, schätzen Ungarn als Produktionsstandort.

(Foto: obs)

BudapestWenn die rechtspopulistische Regierung unter Premier Viktor Orbán angegriffen, schlägt sie massiv zurück. Die Drohung des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn, Ungarn wegen seiner inhumanen Flüchtlingspolitik aus der EU auszuschließen, stößt in Budapest auf eine Welle der Empörung. Außenminister Péter Szijjárto nannte Asselborn ein „intellektuelles Leichtgewicht“. Seine Äußerungen seien „herablassend, arrogant und frustriert“.

Wenn es um ausländische Investoren – allen voran aus Deutschland – geht, redet die Regierung Orbán mit ihrem bekannt schlechten Verhältnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen mit Engelszungen. „Die vergangenen Jahre unserer bilateralen Beziehung waren extrem erfolgreich“, sagte der ungarische Wirtschaftsminister Mihaly Varga dem Handelsblatt. Mehr als 6000 Firmen, teilweise oder ganz im Besitz deutscher Unternehmer, beschäftigen nach Regierungsangaben mehr als 300.000 Menschen in Ungarn. „Deutsche Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der ungarischen Wirtschaft. Wir erwarten in der Zukunft weitere Investments deutscher Firmen.“

Die deutschen Unternehmen fühlen sich in dem osteuropäischen Land, das gerne als „Orbanistan“ verspottet wird, wohl. Denn Orbán und sein enger Vertrauter Varga rollen den Firmen den roten Teppich aus. Gabriel Brennauer, seit vielen Jahren geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer in Budapest, ist daher entspannt. „Geht es Deutschland gut, geht es auch Ungarn gut“, sagt der gebürtige Bayer. Man könnte sogar anfügen, noch besser. Denn das osteuropäische Land verzeichnete im vergangenen Jahr eine 2,9-prozentigen Steigerung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) Von so einem BIP-Wachstum kann Deutschland nur träumen.

Deutsche Unternehmen, allen voran die Großinvestoren Audi, Mercedes-Benz, Bosch und Siemens, schätzen den Standort. Doch es ist nicht nur die geographische Nähe zum Heimatmarkt, vor allem die niedrigen Unternehmenssteuern machen Ungarn zu einem attraktiven Investitionsstandort. Mit einer Unternehmensbesteuerung von nur 18 Prozent nach OECD-Angaben hat die rechtspopulistische Regierung unter Premier Viktor Orbán ideale Voraussetzungen für ausländische Investoren geschaffen.

Aber auch die kombinierte Einkommenssteuer mit ebenfalls 18 Prozent macht das Land der Magyaren zu einen begehrten Destination. „In Ungarn gibt es ein wirtschaftsfreundliches Umfeld, das zu einer deutlichen Erhöhung der Beschäftigung geführt hat“, lobt Frank Spengler, Leiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Budapest. Die ungarische Regierungspartei Fidesz und die CDU gehören jeweils zur Europäischen Volkspartei.

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  • Als Investitionsstandort dürfte ein Land wie Ungarn, welches nach dem erkennbaren Willen seiner Bevölkerungsmehrheit auch zukünftig von den negativen Auswüchsen muslimisch geprägter Parallelgesellschaften verschont zu bleiben wünscht, allemal attraktiver erscheinen, als eine zunehmend dem Terrorismus anheimfallende Türkei.

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