Trump-Attacke „Wir werden die Medien zur Rechenschaft ziehen“

Wegen kompromittierender Berichte kritisierte Donald Trump die US-Geheimdienste scharf. Im CIA-Hauptquartier gibt er sich nun freundschaftlich. Schuld hätten allein die Medien. Sein Sprecher setzt noch einen drauf.
Update: 22.01.2017 - 17:26 Uhr Kommentieren

„Journalisten gehören zu den unehrlichsten Menschen auf dem Planeten“

Langley/WashingtonZum Auftakt seiner Präsidentschaft hat Donald Trump seinen „Krieg“ gegen große US-Medien mit einem Frontalangriff verschärft. Er warf ihnen vor, böswillig die Zahl der Zuschauer bei seiner Vereidigung als zu niedrig dargestellt und Konflikte zwischen ihm und den Geheimdiensten „erfunden“ zu haben. Trump ging sogar so weit, den von ihm kritisierten Medien mit ungenannten Konsequenzen zu drohen und ließ dafür seinen Sprecher Sean Spicer eigens vor Journalisten auftreten. Beschuldigte Medien nannten die Vorwürfe falsch und verwiesen auf Beweise, die Trumps Vorwürfe klar widerlegen würden.

„Es wird in den Medien viel über die Verantwortung der Medien geredet, den Präsidenten rechenschaftspflichtig zu machen“, sagte Spicer am Samstag. „Und ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass dies keine Einbahnstraße ist. Wir werden die Medien ebenfalls rechenschaftspflichtig machen. Das amerikanische Volk hat Besseres verdient.“

Die Angriffe am ersten vollen Amtstag des Präsidenten erfolgten vor dem Hintergrund von Massendemonstrationen gegen ihn – mit Zahlen, die der „New York Times“ zufolge ebenfalls auf mehr Zulauf bei Anti-Trump Demos hinwiesen, als bei seiner Vereidigung.

Trump stieß sich unter anderem an zunächst in Tweets verbreiteten Fotos, die den Publikumsandrang bei der Vereidigung Trumps und der seines Vorgängers Barack Obama vor acht Jahren zeigen – mit einer Fläche, die im Fall Obama dicht bevölkert, bei Trump dagegen teilweise menschenleer ist. Spicer führte die Unterschiede am Samstag unter anderem auf neue weiße Flächenbedeckungen bei der Trump-Vereidigung zurück – was dazu geführt habe, dass leere Abschnitte stärker hervorgetreten seien.

Miley Cyrus' bunter Protest und Madonnas schreckliche Gedanken
Mehr als bei der Vereidigung?
1 von 16

Im Hintergrund das Kapitol in Washington D.C., im Vordergrund die National Mall, auf der immer mehr Demonstranten eintreffen. Es sollen am Samstag (Ortszeit) mit mehr als 500.000 allein in Washington fast so viele Menschen gewesen sein, wie am Vortag die Vereidigung von Donald Trump besuchten.

Nichts geht mehr in Washington
2 von 16

Hunderttausende Demonstranten legten den Verkehr lahm. Die Bürger nahmen es gelassen. In dieser Stadt hatte kaum jemand für Donald Trump gestimmt.

Michael Moore
3 von 16

Oscarpreisträger und Regisseur Michael Moore spricht in Washington. Er will die Partei der Demokraten hinter sich im Kampf gegen Trump vereinen.

Madonna im Gespräch mit Michael Moore
4 von 16

Die Pop-Diva Madonna im Gespräch mit Michael Moore. Für Kritiker, die den Organisatoren vorwarfen, ihre Frauen-Demos würden überhaupt nichts bewirken, hatte sie am Samstag einen kurzen Hinweis parat: „Fuck you“. Später ging die Musikerin auf die Bühne...

Liebe gegen Trump
5 von 16

Madonna rief eine „Revolution der Liebe“ aus. „Ja, ich habe schrecklich viel darüber nachgedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen“, rief die Sängerin. „Aber ich weiß, dass dies nichts ändern würde. Wir dürfen nicht der Verzweiflung verfallen.“

Schauspieler in Washington
6 von 16

Auch Scarlett Johansson trat in Washington auf und hielt eine Rede.

Pop-Ikone setzt auf Mobilisierung
7 von 16

Cher demonstrierte ebenfalls in Washington mit. Sie setzt auf eine große Bewegung gegen Trump – und eine Mobilisierung der Menschen wie bei den Protesten gegen den Vietnamkrieg. Ob die Botschaft des Marschs bei Trump ankommt? „Es ist mir egal, was er hört. Es ist wichtig, was die Leute hören. Er wird es hören, es aber nicht beachten“, sagte Cher.

Die Bilder zeigten gezielt bestimmte Ausschnitte, um die am Freitag für Trump gezeigte „enorme“ Begeisterung zu „minimieren“, sagte Spicer. Das sei „schändlich“ und „falsch“. Trump habe das „größte Publikum angezogen, das jemals Zeuge einer Vereidigung war“ - was etwa nach Angaben der Sender CNN und NBC News, der „Washington Post“ und der „New York Times“ aber klar durch die Fotos und offizielle Statistiken der Washingtoner Verkehrsbehörde über die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel vor den jeweiligen Vereidigungen widerlegt wird.

Sprecher präsentiert „alternative Fakten“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Trump-Attacke - „Wir werden die Medien zur Rechenschaft ziehen“

0 Kommentare zu "Trump-Attacke: „Wir werden die Medien zur Rechenschaft ziehen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%