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Trump beim Papst „Ich werde nicht vergessen, was Sie mir gesagt haben“

US-Präsident Donald Trump gibt sich bei der Begegnung mit Papst Franziskus im Vatikan versöhnlich. Der Frieden stand im Mittelpunkt ihres Austauschs. Das offizielle Kommuniqué des Vatikans fällt jedoch dünn aus.
24.05.2017 - 13:06 Uhr 16 Kommentare

Papst Franziskus empfängt Donald Trump

Rom Am Ende hatte es Papst Franziskus mit seiner ruhigen, höflichen, aber nie anbiedernden Art geschafft, einen Dialog mit dem US-Präsidenten herzustellen. Als Donald Trump sich nach exakt einer halben Stunden Vieraugengespräch von ihm verabschiedete, etwas länger als vom Protokoll vorgesehen, sagte er zum Papst: „Ich werde nicht vergessen, was Sie mir gesagt haben.“ Beide wünschten sich „viel Glück“, Trump auf Englisch, der Papst auf Spanisch.

Später hieß es dann im ziemlich dünnen offiziellen Kommuniqué des Vatikans über das Treffen: „Bei den Gesprächen hat es einen Gedankenaustausch gegeben über einige international wichtige Themen.” Außerdem sei es um die Verbreitung des Friedens mit Hilfe von politischen Verhandlungen und Dialog zwischen den Religionen gegangen. Ein besonderer Blick habe der Situation im Nahen Osten und dem Schutz der christlichen Gemeinschaften dort gegolten. Der Anschlag von Manchester wurde offiziell nicht erwähnt. Beide hatten ihn schon am Tag zuvor verurteilt. Der Vatikan war nach Saudi-Arabien und Israel die dritte und letzte Station auf Trumps Reise zu den Zentren der drei großen Weltreligionen.

Familie Trump begegnet dem Papst
Privat-Audienz
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US-Präsident Donald Trump hat seine erste Audienz mit Papst Franziskus begonnen. Er kam am Mittwochmorgen zusammen mit seiner Frau Melania und Tochter Ivanka am Vatikan an.

(Foto: dpa)
Willkommen
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Per Handschlag grüßten sich der 70-jährige Republikaner und das Katholiken-Oberhaupt und posierten für ein Foto.

(Foto: AP)
Auf dem Weg
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Am Morgen wurde der US-Präsident Donald Trump mit seiner Familie vorgefahren.

(Foto: AP)
Ankunft in San Damaso
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Es ist der erste Besuch Trumps auf europäischen Boden seit seinem Amtsantritt. Der Besuch wurde mit Spannung erwartet, weil sich die Haltung der Beiden vor allem bei Themen wie Migration und Umweltschutz wesentlich unterscheidet.

(Foto: AP)
Stillgestanden
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Vor dem Treffen hatte sich bereits die Schweizer Garde auf den Empfang des US-Präsidenten vorbereitet und Stellung bezogen.

(Foto: AP)
Begrüßung
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Nach der Ankunft begrüßte der Präfekt des Päpstlichen Haushalts, Georg Gänswein (r.), Donald Trump und dessen Frau Melania, die einen schwarzen Schleier trug.

(Foto: AP)
Donald Trump mit Frau Melania
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Nach der Audienz steht ein Rundgang durch die Sixtinische Kapelle und durch den Petersdom an.

(Foto: AP)

Der Frieden war also das Thema, das Franziskus, der politische Papst, in den Mittelpunkt des Dialogs mit dem amerikanischen Präsidenten stellte. Weltweit hatten Medien vor dem Treffen an die Differenzen zwischen beiden bei den Themen Nahostpolitik, Syrienkrieg, Migration und Klima erinnert.

Der Papst schenkte dem US-Präsidenten neben seinen Enzykliken eine gebundene Ausgabe seiner Ansprache zum 50. Welttag des Friedens am 1. Januar 2017, mit persönlicher Widmung. „Engagieren wir uns dafür, zu Menschen zu werden, die Gewalt aus ihren Herzen und Worten verbannt haben“, heißt es darin. Der Papst fordert die Machthaber der Welt auf, sich für Abrüstung einzusetzen und vor allem für das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen.

Als Geschenk für den US-Präsidenten gab es außerdem die Darstellung eines Olivenzweigs auf einer Medaille, das Friedenssymbol an sich. Trump überreichte dem Papst als Geschenk eine Ausgabe der Schriften von Martin Luther King und sagte: „Wir brauchen Frieden“.

Erst Ende April hatte das Weiße Haus um die Audienz gebeten, als die anderen Etappen der ersten Auslandsreise des US-Präsidenten schon feststanden. Der Termin wurde in letzter Minute eingebaut, ausgerechnet an einem Mittwochmorgen, an dem die öffentliche Generalaudienz auf dem Petersplatz stattfindet. Deshalb mussten Trump und seine Delegation einen Nebeneingang in den Vatikan nehmen.

Am Morgen fuhr die Wagenkolonne des Präsidenten durch die abgesperrten Straßen der italienischen Hauptstadt zum Vatikan auf die andere Seite des Tibers. Mehr als 40 Fahrzeuge, in der Mitte der gepanzerte SUV mit Trump und seiner Frau Melania, die nach vatikanischem Protokoll in schwarz gekleidet war mit Schleier auf dem Kopf. Auch Präsidententochter Ivanka trug einen Schleier. Zur US-Delegation gehörten Ivankas Mann Jared Kuchner und Außenminister Rex Tillerson.

Bei der Begrüßung in der Privatbibliothek des Papstes im Apostolischen Palast wirkten die Gäste aus den USA noch steif. Das Klima war wenig entspannt. Trump setzte ein breites Lachen für die Kameras auf, der Papst dagegen schaute neutral und teilweise auch zu Seite. Nach dem Gespräch der beiden, bei dem nur ein Dolmetscher dabei war, schien die Atmosphäre deutlich entspannter.

Franziskus segnete einen Rosenkranz, den die katholisch getaufte First Lady in der Hand hielt, und verabschiedete sich dann zur Generalaudienz. Die sollte nicht durch den Sicherheitsapparat des Präsidenten gestört werden, hatte sich das Oberhaupt der Katholischen Kirche zuvor ausbedungen. Trump sprach anschließend mit dem Außenstaatssekretär des Vatikans, Kardinal Pietro Parolin, und besichtigte dann zusammen mit Frau und Tochter den Petersdom und die Sixtinische Kapelle.

Danach war die Republik Italien dran. Trump sprach mit Präsident Sergio Mattarella im Quirinalspalst über Manchester und die internationalen Krisenherde und später über den G7-Gipfel am Freitag und Samstag in Taormina mit Premier Paolo Gentiloni in der Residenz des US-Botschafters, wo er übernachtet hatte. Die First Lady besuchte ein Kinderkrankenhaus, die First Daughter die katholische Hilfsorganisation Sant‘Egidio in Trastevere. Am frühen Nachmittag hebt die „Air Force One“ in Rom-Fiumicino ab. Die nächste Etappe der Europa-Tour: Brüssel, wo der Nato-Gipfel stattfindet.

Geschenke für die Patienten. Quelle: Reuters
Melania Trump in einem Kinderkrankenhaus

Geschenke für die Patienten.

(Foto: Reuters)

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16 Kommentare zu "Trump beim Papst: „Ich werde nicht vergessen, was Sie mir gesagt haben“ "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Tomas Maidan, 24.05.2017, 16:04 Uhr

    "Übermorgen wird er von den Europäern weitere Aufrüstung fordern, genau so, wie er bei den Saudis Milliarden-Deals für Waffen eingefädelt hat."

    Das ist leider zu befürchten. Aber was genau hat das jetzt mit dem Gespräch zwischen Papst Franziskus und Trump zu tun?

    "Wer bei diesem unwürdigen Schauspiel immer noch Applaus klatscht, hat wirklich rein gar nichts verstanden."

    Das stimmt. Aber w e r klatscht dazu Ihrer Ansicht nach Applaus?

  • Die ganze Trump-Reise ist verrückt. Nethanjahu hat er doch gerade erst vor wenigen Wochen zuhause getroffen. Muss man wirklich alle vier Wochen mit dem gleichen Staatsoberhaupt die gleichen Hände schütteln?
    Und was verbindet ihn mit dem Papst? Wenig. Katholischer Glaube ist in den USA vor allem bei Einwanderern beliebt, nicht gerade Trumps Geschmack. Man hat den Eindruck, diese Termine sollten nur vom eigentlichen Zweck ablenken: der Verkaufs-Veranstaltung bei seinen Freunden den saudischen Waffenschiebern.

  • Na, dann viel Spaß bei den nächsten Tagen "differenzierter" Trump-Show. Übermorgen wird er von den Europäern weitere Aufrüstung fordern, genau so, wie er bei den Saudis Milliarden-Deals für Waffen eingefädelt hat. Waffen übrigens, die garantiert auch in Syrien landen werden, und uns neue Flüchtlingsströme bescheren werden. Und wenn ihr Trump dann nach Hause kommt, wird er von der US-Justiz an den Ohren gezogen werden, und er wird wieder alle Kontakte zu Russland dementieren. Wer bei diesem unwürdigen Schauspiel immer noch Applaus klatscht, hat wirklich rein gar nichts verstanden.

  • @Herr Tomas Maidan, 24.05.2017, 15:41 Uhr

    Einfach nur widerlich finde ich, wie platt und undifferenziert Sie hier alle über einen Kamm scheren.

  • Rührend, wie sich meine Vorredner für das Gutmenschen-Doppel Trump und den Papst einsetzen.

    Ein verlogener Oligarch, der eben noch Waffendeals mit den Saudis eingefädelt hat, und nun beim Papst den Gutmenschen spielt, ist einfach nur widerlich.

  • Korrektur zum Kommentar eben:

    Auch wenn es nichts "bringt": Schaden kann es gewiss nicht.

  • @Herr Tomas Maidan, 24.05.2017, 15:08 Uhr

    "Dass der Papst diesen Typ überhaupt empfangen hat, ist erstaunlich."

    Der Papst ist unparteiisch und spricht daher grundsätzlich mit allen Menschen.
    Auch wenn es nichts "bringt": Schaden kann es kann gewiss nicht.


    @Herr Robbie McGuire, 24.05.2017, 14:17 Uhr

    "Der Sozialist Franziskus übt dagegen keine Kritik an der aktuellen Massenverarmung im sozialistischen Venezuela, das ja auf seinem Heimatkontinent liegt."

    Das stimmt nicht. Näheres dazu u.a. hier:

    https://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2017-05-02/aus-lateinamerika-kommt-rueckendeckung-fuer-papst-initiative

    http://de.radiovaticana.va/news/2016/10/25/krise_in_venezuela_maduro_privat_beim_papst/1267544

  • @ Thomas Maidan

    Christliche Gebote:

    - Du sollst nicht stehlen / rauben: Genau das tut der Staat unter Androhung von Gewalt mit meinem Eigentum (z.B. dem Lohn für meine Arbeit)!!

    - Du sollst nicht töten / morden: der Staat ist die unnatürliche Todesursache Nummer 1 - und mit weitem Abstand sind es hier SOZIALISTISCHE / KOMMUNISTISCHE STAATEN: ca. 43 Millionen Tote unter Stalin, ca. 38 Millionen Tote unter Mao

    - Du sollst nicht lügen: noch irgenwelche Fragen dazu bezüglich "unseren" demokratischen Politikern?

    - Du sollst nicht begehren deines nächsten Hab und Gut: was tun alle sozialistischen Umverteilungspolitiker und die Neidhammel unter den Menschen, die glauben, zu kurz gekommen zu sein?

    Und: Barmherzigkeit beruht immer auf Freiwilligkeit!! Hätte Angela Merkel die Millionen Flüchtlinge bei sich privat aufgenommen und hätte sie privat beköstigt und versorgt, dann wäre es barmherzig gewesen!!!

  • Trump kennt nur einen Gott: Nicht Putin, nicht die waffengeilen Scheichs, nicht die Rechtsradikalen von Breitbart. Trumps Gott ist schlicht und einfach:

    Das Geld.

    (Und er selbst)

  • Dass der Papst diesen Typ überhaupt empfangen hat, ist erstaunlich. Nach allem was Trump über barmherzige Menschen wie Angela Merkel gesagt hat, ist er von christlichen Geboten doch ziemlich weit entfernt. Und sein neuestes Umverteilungsprogramm, mit dem er die Armen in den USA schröpfen wird, kann auch keinem Christen gefallen. Gut, dass er schnell weiterfliegt. Der nächste Programmpunkt wartet: Mehr Waffen, mehr Aufrüstung bei der NATO in Europa einfordern.

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