Trump-Beraterin sorgt für Eklat „Kauft Ivankas Sachen“

Erst „alternative Fakten“, nun „gratis Werbung“ für Produkte der Präsidenten-Tochter: Trump-Beraterin Kellyanne Conway löst mit einem Aufruf zum Kauf der Mode von Ivanka Trump eine neue Kontroverse aus.
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Verstoß gegen Ethikregeln? Darum steht Trumps Beraterin in der Kritik

WashingtonNachdem Donald Trump die Kaufhauskette Nordstrom wegen der Streichung der Modelinie seiner Tochter aus ihrem Sortiment attackiert hat, legt nun die umstrittene Präsidentenberaterin Kellyanne Conway nach. „Kauft Ivankas Sachen“, forderte sie die US-Bürger am Donnerstag im Sender Fox auf. Conway bezeichnete den Appell als „gratis Werbung“, die sie für die „wundervolle Kollektion“ von Trumps Tochter mache. „Geht und kauft es heute. Ihr könnt es im Internet finden.“ Sie selbst besitze einige Teile der Modelinie.

Mit dem Aufruf könnte Conway, die zuvor bereits mit der Verwendung des Begriffs „alternative Fakten“ zur Beschreibung offensichtlich falscher Tatsachen für einen Eklat gesorgt hatte, die Ethikregeln der US-Regierung verletzt haben. „Es handelt sich um einen klaren Verstoß gegen das Verbot, das öffentliche Amt zum privaten Vorteil zu missbrauchen“, sagte Don W. Fox, der ehemalige Direktor der Aufsichtsbehörde Office of Government Ethics, der „Washington Post“.

In sozialen Medien versuchten Trump-Unterstützer Conweys Appell mit Hashtags wie „buyivankatrump“ zusätzlichen Auftrieb zu geben. Der US-Präsident hatte Nordstrom am Vortag angegriffen, weil sich die Kette entschieden hatte, Ivankas Artikel auszulisten. „Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt“, klagte Trump bei Twitter. „Sie ist ein so wunderbarer Mensch – sie bringt mich immer dazu, die richtigen Dinge zu tun! Schrecklich!“

Das Imperium der Ivanka Trump bekommt Risse
Fleißige Geschäftsfrau
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Ivanka Trump hat sich mit ihrem gleichnamigen Unternehmen eine eigene Existenz aufgebaut. Nach ihrem Wirtschaftsstudium entwarf sie eine eigene Schmuckkollektion und verkauft seit 2011 auch Mode unter ihrem Namen. Der wird jetzt zum Problem: Die Unbeliebtheit ihres Vaters Donald Trump schlägt sich auch in den Verkaufszahlen der eigenen Mode nieder, zudem werden Boykottaufrufe gegen die Produkte von Ivanka Trump laut.

Mama und Model
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Auf diesem Bild posiert Ivanka Trump in einem ihrer eigenen Outfits. Auf ihrer Homepage werden auch Schuhe und Handtaschen unter dem Namen Ivanka Trump angeboten. Neben der Mode widmet sie ihre Zeit auch ihren drei Kindern Arabella, Joseph und Theodore. Verheiratet ist sie mit dem Unternehmer und Politikberater Jared Kushner. Vor ihrer Karriere als Geschäftsfrau modelte Trump für zahlreiche internationale Designer und war sogar Gastjurorin in Heidi Klums Show „Project Runway.“

Aus den Läden verbannt
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Die Politik ihres Vaters Donald Trump schadet offenbar der Marke Ivanka Trump. Die Kaufhauskette Nordstrom nahm die Produkte von Ivanka Trump aus dem Programm. Offizielle Begründung sind die mangelhaften Verkaufszahlen – inoffiziell wird vermutet, dass das Unternehmen damit auf landesweite Boykottaufrufe reagiert, um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.

Andere Kaufhäuser ziehen mit
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Auch andere Kaufhausketten reagierten auf den Trump-Boykott. So wie auf diesem Bild wird die Marke Ivanka Trump künftig bei einigen Händlern nicht mehr beworben. Die Einzelhandelskette TJ Maxx beispielsweise wies ihre Mitarbeiter an, sämtliche Werbeschilder für die Marke Ivanka Trump zu entfernen. Die Produkte bleiben allerdings vorerst im Verkauf. Auch der Händler Marshalls entschied sich zu diesem Schritt.

Kritik von ganz oben
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Via Twitter griff US-Präsident Donald Trump die Kaufhauskette Nordstrom, nachdem bekannt wurde, dass die Marke Ivanka Trump aus dem Sortiment entfernt wird, scharf an: „Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt. Sie ist ein so wunderbarer Mensch – sie bringt mich immer dazu, die richtigen Dinge zu tun! Schrecklich!“

Made in China vs. Make America Great Again
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Donald Trump verteidigt die Mode seiner Tochter – dabei entspricht die so gar nicht seinen Vorstellungen eines amerikanischen Unternehmens: Wie auf diesem Etikett zu sehen ist, lässt Ivanka Trump ihre Produkte auch in China herstellen. Noch im Wahlkampf wetterte der US-Präsident gegen Firmen, die ihre Produkte in China herstellen lassen, und kündigte Strafzölle für chinesische Produkte an.

Ivanka braucht Alternativen
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Neben ihrer Modekollektion betreibt Ivanka Trump noch zwei Juweliergeschäfte in exklusiver Lage in New York. Ob sich die Produkte hier besser verkaufen, ist fraglich. Allerdings kann ihre Ware hier sicher nicht aus dem Programm genommen werden. Sollte das negative Image ihres Vaters Donald weiterhin für Umsatzrückgänge und Boykottaufrufe sorgen, wird sich Ivanka Trump bald nach einem neuen Standbein umsehen müssen. Aber als erfahrene Geschäftsfrau und Mitglied des milliardenschweren Trump-Clans, wird ihr da sicher etwas einfallen.

Die Nachricht wurde von Trumps eigenem Twitterprofil abgesetzt, dann jedoch auch vom offiziellen Account des US-Präsidenten @POTUS (President of the United States) weiterverbreitet. Dieses Konto steht Trump erst seit Amtsantritt zur Verfügung, es war unter Vorgänger Barack Obama entstanden und ist nicht für private Zwecke gedacht.

„Dies ist ein Missbrauch des öffentlichen Amts zum privaten Vorteil“, sagte Richard Painter, früherer Ethikbeauftragter in der Regierung von Präsident George W. Bush, dem „Wall Street Journal“. Es sei zudem ein Machtmissbrauch, denn die Nachricht sei eindeutig – Nordstrom werde so zur „Persona non grata“ der Trump-Administration erklärt.

Trumps Sprecher Sean Spicer hatte den Präsidenten später vehement verteidigt: Trump habe jedes Recht, seiner Familie beizustehen. Bei der Entscheidung Nordstroms handle es sich ganz klar um eine direkte Attacke auf die Politik des Präsidenten, insbesondere sein Dekret eines Einreisestopps für Staatsangehörige aus sieben Ländern. Spicer ignorierte damit Statements des Konzerns, der seine Entscheidung mit niedrigen Verkaufszahlen der Kollektion begründet hatte.

  • dpa
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  • Die FAZ Redakteure sind in Sachen Mode gut informiert. Titel heute: Nur keine Panik. Ich zitiere: Die New Yorker Mode steckt in der Krise. „.Auch die Kaufhäuser leiden. Allein Macy’s wird 63 Geschäfte schließen“. Die Stimmung scheint allgemein schlecht zu sein. Ivana Trump ist also nicht die einzige die leidet.

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