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Trump Corp Trotz Hypes um Medien-Pläne: Die Geschäfte von Donald Trump laufen alles andere als rund

Die Trump Corp hat unter der Pandemie gelitten. Das Hotel der Gruppe in Washington etwa steht zum Verkauf. Auch der Ex-Präsident selbst ist zuletzt vom Sockel der US-Superreichen gefallen.
26.10.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Als Trump noch Präsident war, war das Hotel deutlich stärker frequentiert. Quelle: AP
Trump Hotel in Washington

Als Trump noch Präsident war, war das Hotel deutlich stärker frequentiert.

(Foto: AP)

Washington, New York Diese Woche ist Donald Trump gelungen, was ihm lange verwehrt geblieben war: Mit seinen neuen Medien-Plänen und der möglichen Finanzierung durch ein börsennotiertes Investmentvehikel (Spac) hat der auf Twitter und Facebook gesperrte Ex-Präsident nicht nur die Aufmerksamkeit der sozialen Medien auf sich gezogen.

Trumps zukünftiges Unternehmen wird an der Börse dank Reddit-Spekulanten auch bereits mit Milliarden bewertet – und das, obwohl noch nicht einmal ein Geschäftsplan vorliegt. Diese Luftbewertungen stehen im krassen Gegensatz zu den realen Geschäften der Trump-Familie.

Die liefen zuletzt nämlich alles andere als rund: Die Trump Organization, in der Donald Trump und seine Kinder die verschiedenen Geschäftsbereiche von Hochhäusern über Hotels bis Golfclubs vereinen, hat unter der Pandemie gelitten. Auch im berühmten Trump-Tower im Herzen Manhattans stehen viele Büros leer. Das Luxushotel in Washington sucht nach einem Käufer.

Auf der Website der Trump Organization explodieren zwar noch immer die Feuerwerke im Hintergrund der Hotels in Chicago, New York, Las Vegas und auf Hawaii. Aber die Gruppe, die heute von Trumps Söhnen Eric und Donald junior geführt wird, sitzt laut Forbes auf Schulden von 1,3 Milliarden Dollar. Einige davon werden schon in den kommenden Jahren fällig.

Auch Donald Trump selbst ist zuletzt vom amerikanischen Sockel der Superreichen gefallen: Nach 25 Jahren steht der Ex-Präsident zum ersten Mal nicht mehr auf der Liste der 400 reichsten Amerikaner von „Forbes“. Mit 2,5 Milliarden Dollar besitzt er nach den Berechnungen des Wirtschaftsmagazins zwar immer noch so viel wie im Jahr zuvor, als er auf Platz 339 landete.

Der Name „Trump“ soll von der Fassade

Aber die anderen Milliardäre haben ihr Vermögen vermehren können und sind an ihm vorbeigezogen. Sein Vermögen liegt zudem 400 Millionen unter den 2,9 Milliarden Dollar, auf die er im Jahr 2011 kam. Würde man die Inflation berücksichtigen, fiele der Vergleich noch schlechter aus.

Der frühere US-Präsident Donald Trump will ein alternatives soziales Netzwerk gründen. Quelle: dpa
Netzwerk „Truth Social“

Der frühere US-Präsident Donald Trump will ein alternatives soziales Netzwerk gründen.

(Foto: dpa)

Zuletzt sollte der Verkauf des Trump-Hotels in Washington helfen, die finanzielle Lage der Trump Organization zu retten. Seit 2019 steht das ehemalige Postgebäude zum Verkauf. Laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ will die CGI Merchant Group aus Miami das Hotel für mehr als 370 Millionen übernehmen.

CGI will danach mit Hotelbetreibern wie Hiltons Waldorf Astoria zusammenarbeiten und den Trump-Namen löschen. Bisher hängt über allen drei Eingängen in goldenen Lettern der Schriftzug „Trump International Hotel“, darüber wehen US-Flaggen im Wind. Ohne die Schilder würde man kaum auf die Idee kommen, das Gebäude gehöre zum Trump-Imperium. Denn von außen ist es weit weniger protzig als andere Immobilien des Ex-Präsidenten.

Das Hotel liegt an der weltberühmten Pennsylvania-Avenue, zwischen Weißem Haus und Kongress, in Sichtweite sind die National Archives und zahlreiche Museen. Die Fassade ist in dezentem Beige gehalten, die vielen Erker und Spitzgiebel erinnern eher an eine romanische Kirche als an ein Fünfsternehotel. Das Bauwerk gehört zu den ältesten in Washington, ein Glockenturm mit Ziffernblatt sticht aus dem Stadtbild hervor. Es ist eines der wenigen Bauten, die per Gesetz höher sein dürfen als die Kuppel des Capitols.

Die Pandemie ist auch am Trump-Hotel nicht spurlos vorbeigegangen

Doch die Pandemie ist auch am Trump-Hotel nicht spurlos vorbeigegangen. Wie viele Innenstädte Amerikas ist auch Washingtons City leer gefegt‧, und natürlich trug der Regierungswechsel dazu bei, dass Trump-Mitarbeiter die Hauptstadt in Scharen verließen. Früher war das Hotel die Top Location für Republikaner, Diplomaten und Lobbyisten.

Sie feierten und knüpften Netzwerke in der Lobby, in der Trump-Kitsch auf industriellen Charme trifft: Kronleuchter, Marmorfliesen und glitzernde Säulen gehören zur Ausstattung, aber offene Stahlstrukturen und ein gläsernes Atrium verleihen der Halle einen angesagten Loft-Look. Zu Trump-Zeiten waren die beiden Restaurants, die Steak und Sushi servieren, regelmäßig ausgebucht.

Jetzt sind die Lokale nur noch abends geöffnet, auch das „Day Spa by Ivanka Trump„ läuft in reduziertem Betrieb. Neuerdings, informiert ein Mitarbeiter vor dem Haupteingang, dürfen nur noch Hotelgäste das Gebäude betreten. Ein Blick durch die Glastür zeigt: Es ist fast niemand da.

Der Fokus auf Hotels und Büros hat in der Pandemie geschadet

Streng genommen hat die Trump Organization die Immobilie nur für 100 Jahre geleast und nicht gekauft, weil das ehemalige Postgebäude noch immer im Staatsbesitz ist. Die Trump Organization kann diesen Leasing-Vertrag aber nun weiterverkaufen. Ursprünglich wollte die Familie des Präsidenten 400 bis 500 Millionen Dollar haben.

Aber auch der jetzt diskutierte Preis von 370 Millionen Dollar liegt immer noch doppelt so hoch wie das, was die Trumps für die Umwandlung in ein Luxushotel ausgegeben haben. Sie hatten damals im Gegenzug für einen Mietvertrag über drei Millionen Dollar pro Jahr die Komplett-Renovierung für 200 Millionen Dollar versprochen.

Legt nur den Umsatz, nicht aber Gewinne oder Verluste seiner Gruppe offen. Quelle: Reuters
Donald Trump

Legt nur den Umsatz, nicht aber Gewinne oder Verluste seiner Gruppe offen.

(Foto: Reuters)

Der Grund für Trumps schwächelnde Geschäfte ist nicht zuletzt der Fokus auf Hotels und Büros. Die haben in der Pandemie besonders schlecht abgeschnitten, wie auch die von ihm gegenüber dem Ethik-Komitee für US-Regierungsbehörden veröffentlichten Zahlen für 2020 zeigen. 

Insgesamt haben die verschiedenen Unternehmensbereiche von Trump 2020 nur noch 278 Millionen Dollar umgesetzt, im Vergleich zu 446 Millionen im Jahr 2019 vor der Pandemie. Im Old Post Office Hotel in Washington verbuchte Trump zwar noch 15 Millionen Dollar Umsatz. Das war allerdings deutlich weniger als die mehr als 40 Millionen Dollar im Vorjahr.

Trump hätte besser in ETFs investieren soll

Trump legt in den Dokumenten nur den Umsatz, nicht aber Gewinne oder Verluste offen. Anders sieht es bei dem Hotel in Washington aus: Da das Hotel in der alten Post offiziell dem Staat gehört, hatte der zuständige Ausschuss des Repräsentantenhauses Einblick in den Bericht an den Vermieter. Daraus ging hervor, dass das Hotel zwischen 2016 und 2020 insgesamt 70 Millionen Dollar Verlust gemacht hat.

„Weit entfernt von einem erfolgreichen Investment war das Trump Hotel ein marodes Geschäft mit Schulden, die von Präsident Trumps anderen Geschäftsbereichen gerettet werden mussten“, schreiben die Mitglieder des Ausschusses an Robin Carnahan, den Geschäftsführer der General Services Administration, der die Immobilie des Washingtoner Hotels verwaltet. 

Aber es sind nicht nur die Hotels, die gelitten haben. Auch die Umsätze unter „Trump Restaurants“ sind im Pandemie-Jahr 2020 von 3,4 Millionen auf knapp 550.000 Dollar eingebrochen. Das Geschäft der Golfclubs dagegen hatte auch dank schneller Wiedereröffnung nur geringe Einbußen zu verbuchen.

Die Schuld für sein schlechtes Abschneiden in dem Reichen-Ranking gibt das „Forbes“-Magazin dem Ex-US-Präsidenten selbst. „Vor fünf Jahren hatte er die goldene Möglichkeit, seinen Reichtum zu diversifizieren“, schreibt das Magazin. Gleich nach der Wahl 2016 hätten Ethik-Beauftragte des Bundes Trump gedrängt, seine Immobilien zu veräußern.

„Das hätte es ihm erlaubt, die Einnahmen in breit gestreute Indexfonds zu reinvestieren und sein Amt ohne Interessenkonflikte anzutreten“, schreibt „Forbes“ und rechnet vor, dass Trump mit dieser Strategie heute bei einem Vermögen von sieben Milliarden Dollar und damit auf Platz 133 des Rankings läge.

Stattdessen hat Trump lediglich die Geschäftsführung der Trump Organization in die Hände seiner ältesten Söhne Eric und Donald jr. gelegt. Die Familie ist deshalb heute in kriselnde Hotels und Büros investiert und in Golfanlagen – ein Sport, von dem die jüngere Generation nicht mehr viel wissen will.

Mehr: „Unser Kampf hat erst begonnen“ – Trump setzt bei seiner Comeback-Tour auf die Migrationspolitik

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