Trump droht Mexiko Strafzölle – nur ein Modell von vielen

Das Weiße Haus verunsichert mit Plänen für Importsteuern. Den USA und Mexiko droht eine diplomatische Eiszeit. Allerdings erscheinen Trumps Manöver auf den ersten Blick dreister und protektionistischer, als sie sind.
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Warum Amerika die Mauer will

New York/WashingtonDer neue US-Präsident Donald Trump stiftet mit Plänen zur Besteuerung von Importen Verwirrung und schürt Angst vor einem Handelskrieg. Da Trump Mexiko für eine Mauer an der südlichen Grenze der USA zur Kasse bitten will, sich die mexikanische Regierung aber weigert die Kosten von mindestens 15 Milliarden Dollar zu übernehmen, erwägt das Weiße Haus am Donnerstag eine Importsteuer von 20 Prozent zu erheben. Später versuchte die US-Regierung diese Drohung zu relativieren. Importsteuern seien nur ein Modell von vielen, die derzeit noch diskutiert würden, sagte Trump Stabschef Reince Priebus.

Die Beziehungen zwischen Mexiko und den USA sind schon in der ersten Woche der Trump-Präsidentschaft auf einem Tiefpunkt angelangt. Allerdings erscheinen die Manöver des Weißen Hauses auf den ersten Blick dreister und protektionistischer, als sie sind.

Über Importsteuern wird in den USA schon seit langem diskutiert. Die Republikaner im Parlament haben schon im Sommer ein ähnliches Konzept vorgestellt. Exporte werden steuerbefreit, Importe können steuerlich nicht mehr als Ausgaben geltend gemacht werden. Importe werden so de facto mit einer Abgabe von 20 Prozent belegt, also entsprechend teurer.

Das System hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Mehrwertsteuer in Europa, die ja auch an der Grenze bei Ausfuhren erstattet und bei Einfuhren erhoben wird. Weil es zugleich einen Schutz Amerikas gegen Billigprodukte verspricht, passt es sehr gut in Trumps Weltbild. Nach Ansicht einiger prominenter Ökonomen würde es nicht unbedingt im Widerspruch zu den Regeln der Welthandelsorganisation WTO stehen.

Das Steuermodell würde auch deutsche Produkte treffen. Doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind unklar, was vor allem an Wechselkursbewegungen liegt. Ein allgemeiner Zoll gegenüber anderen Ländern würde dem Dollar Auftrieb verleihen. Die Logik dabei: Wegen der Zölle wird weniger importiert, deswegen gelangen weniger Dollar auf den Devisenmarkt, und weil der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, steigt mit der Knappheit des Dollars auch sein Preis. Es gibt Modellrechnungen, nach denen die Aufwertung des Dollars die Importzölle gerade wieder ausgleicht, so dass sich im Ende gar nicht viel ändert.

Was tatsächlich passiert, hängt aber von vielen Faktoren ab, etwa davon, wie stark die Käufer auf die Verteuerung ausländischer Waren reagieren. Gewinner der Zölle sind zunächst heimische Produzenten, die Konkurrenzdruck von draußen spüren. Verlierer sind dagegen Branchen und Konsumenten, die auf Importe angewiesen sind.

Der steigende Dollar wird beide Effekte abmildern, aber es ist keineswegs sicher, dass er sie voll ausgleicht. Experten von Morgan Stanley rechnen mit einem Wertzuwachs des Dollars in Höhe von zehn bis 15 Prozent. Wenn der Dollar steigt, sinken die Auslandsgewinne der US-Konzerne im Wert. Kein Wunder, dass die amerikanische Geschäftswelt keineswegs einhellig begeistert ist.

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  • Es ist interessant, daß das Völkerrecht hier nicht viel hergibt. Nach EU-Recht haftet der Bauer für sein Vieh, der Jäger für sein Wild, der Haustierhalter für seine Tiere. Der Hundehalter ist z.B. verpflichtet, sein Grundstück einzuzäunen, damit sein Hund nicht auf die Strasse oder zum Nachbarn kann. Aber eine Staatshaftung für Schäden, die seine Bürger im In- und Ausland anrichten? Gibt es sowas?

  • Herr Mark Hoffmann,

    ich habe den Eindruck, Sie haben das System der Einfuhrabgaben in den USA nach wie vor nicht verstanden.

    Kleiner Tip: sprechen Sie nicht von Themen, die Ihr Wissen übersteigen. Das Wissen kann man sich natürlich aneignen. Da kann ich beispielsweise die Deutsche Außenhandels- und Verkehrakademie in Bremen (DAV) wärmstens empfehlen. Die sind super: http://www.bremen.de/dav---deutsche-aussenhandels--und-verkehrs-akademie-339278.

  • Herr Kertscher,
    ...dann möchte ich noch hinzufügen: Wenn das Herr Trump so hinbekommen wollte, wie das Sie und einige Foristen wohl wollen, hat er eigentlich nur eine Möglichkeit:
    Es so machen wie seinerzeit Frau Merkel:
    Umsatzsteuer als Bundessteuer umlenken und drastisch hochsetzen. Statt dessen andere Bundessteuern senken. (Gut, in D war die USt/EUSt bereits Bundessache, in den USA nicht)
    Dann sind auch die Einfuhren entsprechend teurer, aber bei uns damals die Arbeitskosten günstiger (weil die Arbeitslosenversicherungsbeiträge gekappt wurden). Also: je mehr eigene Wertschöpfung ein Produkt hatte, desto besser war das.
    Dies hat damals viele Unternehmen dazu gebracht, doch nicht aus Deutschland wegzuziehen, obwohl Pläne oft schon weit gediehen waren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sehr geehrter Herr Andreas Kertscher,
    Sie haben Recht: ob man es Strafzoll nennt, ist egal:
    Die EEG-Umlage, die Sie nennen, zahlt bei uns auch der Bürger.

    So läuft das auch in den USA, wenns kommt, wie Trump will: Es wird der US-Bürger zahlen.

    Investitionen in unkonstruktive Infrastruktur ist nie konstruktiv.
    Wie im Golf-Hotel: wenn Sie das Budget für einen Atombunker verbuddeln wird halt kein Luxushotel draus, auch wenn das Geld ausgegeben wurde.

  • @Eduardo Lopez
    Dann nennen Sie es halt Einfuhrsteuer oder Abgabe auf Einfuhr von bestimmten Produkten aus bestimmten Ländern.
    Auch die EU verhängt Abgaben und soagr Einfuhrsperren. Stichwort Solarworld (Solarproukte die aus China in die EU eingeführt werden, werden mit Abgaben/Steuern belegt) oder nehmen Sie die Russland Sanktionen her. Da darf überhaupt nicht mehr mit bestimmten Produkten mit Russland gehandelt werden.

    Ist schon klar....solange die anderen Sanktionen, Zoll, Steuern, Abgaben usw. einführen (in dem Fall Trump und die USA) ist das Böse und Schlecht aber sobald das die EU und Deutschland macht, ist das in Ordnung.
    Für wie Dumm halten Sie uns Bürger/Wähler überhaupt?!

  • @ Rainer von Horn

    >> Balkanroute dicht, dáccord. Europa nicht >>

    Da bin ich VOLL auf Ihrer Seite ! Deswegen hat EU ausgedient !

  • "Verlierer sind dagegen Branchen und Konsumenten, die auf Importe angewiesen sind."

    Dies dürfte allerdings weitaus mehr auf die Branchen als auf die Konsumenten zutreffen.

    Würde sich daher lohnen, hier mal etwas genauer herauszuarbeiten, wer warum wie stark betroffen ist.

    Grundsätzlich halte ich Zölle für ein Relikt aus der Vorzeit. Letztlich verlieren alle dadurch.

  • @Herr Mark Hoffmann
    "Es ist eine Zollabgabe oder man kann es auch mit einer Einfuhrumsatzsteuer machen."

    Einfuhrumsatzsteuer? Nur mal so zur Kenntnis:
    Neben einem möglichen Einfuhrzoll erheben die USA keine Einfuhrumsatzsteuer, da ihr System der Sales and Use Tax erst auf der Stufe des Verkaufs an Endkunden aufsetzt. Für bestimmte Produkte können jedoch besondere Verbrauchsteuern bei ihrer Einfuhr anfallen (z.B. für Tabak, Mineralöl, Alkohol).

  • @ Rainer von Horn

    >> Diese Situation hatten wir doch seit September 2015 und das ist bis heute auch noch nicht abgestellt >>

    Das halte ich für ein Gerücht. Die Balkanroute ist Dank Ungarn quasi DICHT !

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