Trump nominiert TV-Kommentator Richard Grenell wird neuer US-Botschafter in Berlin

Er hat den Medien jahrelang die US-Weltpolitik erklärt und politische Kommentare geschrieben. Und er steht fest hinter Trump: Richard Grenell. Jetzt soll der Kommunikationsexperte als Botschafter nach Berlin.
Update: 02.09.2017 - 11:51 Uhr Kommentieren
Unter Ex-US-Präsident George W. Bush war Grenell als Sprecher für die Botschafter der Vereinigten Staaten bei der Uno tätig. Quelle: dpa
Richard Grenell

Unter Ex-US-Präsident George W. Bush war Grenell als Sprecher für die Botschafter der Vereinigten Staaten bei der Uno tätig.

(Foto: dpa)

WashingtonDer außenpolitische Kommentator Richard Grenell soll neuer US-Botschafter in Deutschland werden. Präsident Donald Trump wolle den früheren US-Sprecher bei den Vereinten Nationen (Uno) als Botschafter nach Berlin schicken, teilte das Weiße Haus am Freitagabend (Ortszeit) mit. Der US-Senat müsste eine offizielle Nominierung noch bestätigen.

Grenell hatte in der Amtszeit des US-Präsidenten George W. Bush zwischen 2001 bis 2008 als Sprecher für vier Uno-Botschafter der USA gedient – länger als jeder andere in dieser Position. 2010 gründete er die Beratungsfirma Capitol Media Partners, die Politiker, Behörden und Konzerne bei ihrer „internationalen strategischen Kommunikation“ berät.

Auf seiner eigenen Internetseite erwähnt Grenell auch, dass er der erste offen schwul lebende Sprecher eines republikanischen Präsidentschaftsbewerbers war. 2012 hatte er kurzzeitig für Mitt Romney gearbeitet. Er lebt derzeit in Los Angeles.

Grenell hatte vor wenigen Tagen nach einem Treffen mit Präsident Donald Trump ein Foto von dem Treffen ins Internet gestellt und dazu geschrieben: „Danke, Mr. President.“ Gerüchte hatten ihn bereits als möglichen Uno- oder Nato-Botschafter der USA genannt.

Der 50 Jahre alte Grenell gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer des außenpolitischen Kurses von Donald Trump. Der im Bundesstaat Michigan geborene Grenell tritt oft beim konservativen Sender Fox News auf; seine Beiträge erscheinen aber auch im „Wall Street Journal“, bei „Politico“, CBS News oder CNN.

Die Galerie der Geschassten
Anthony Scaramucci, Kommunikationsdirektor
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Seine Karriere unter Donald Trump dauerte nicht lange: Nach nur elf Tagen – und noch vor seiner offiziellen Ernennung – war er seinen Job als Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses im Juli 2017 wieder los. Mit unflätigen Bemerkungen zu Trumps Ex-Chefstrategen Steve Bannon und Ex-Stabschef Reince Priebus hatte Scaramucci für Wirbel gesorgt.

Reince Priebus, Stabschef
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Der Ex-Stabschef von US-Präsident Donald Trump sollte eigentlich für Einigung unter den zerstrittenen Flügeln der Regierungsmitarbeiter im Weißen Haus sorgen. Das gelang ihm nicht – im Juli 2017 reichte er seinen Rücktritt ein. Zuvor wurde er von Ex-Kommunikationsdirektor Scaramucci wüst beschimpft.

Sean Spicer, Pressesprecher
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Er machte sich einen Namen als Pressesprecher des Weißen Hauses – vor allem als Auslöser der Debatte um „alternative Fakten“. Spicer sorgte immer wieder mit nachweislichen Falschaussagen für Wirbel. Auch Nazi-Vergleiche und Umstrukturierungen bei den Pressekonferenzen im Weißen Haus brachten ihm keinen guten Ruf ein. Im Juli 2017 trat Spicer als Reaktion auf die Berufung von Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor zurück.

Katie Walsh, stellvertretende Stabschefin
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Die Republikanerin war stellvertretende Stabschefin des Weißen Hauses und trat bereits im März 2017 wieder von ihrem Posten zurück.

Mike Dubke, Kommunikationsdirektor
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Dubke war einer der wenigen Quereinsteiger unter Trump, zog angesichts der schlechten Außendarstellung der Regierung aber immer mehr Kritik von Trump auf sich. Er amtierte von März bis Juni 2017.

James Comey, FBI-Direktor
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Die Maßnahme schockierte die Nation: „Ich weiß es zwar sehr zu schätzen, dass Sie mich in drei verschiedenen Situationen darüber informiert haben, dass nicht gegen mich ermittelt werde; dennoch stimme ich mit dem Justizministerium darin überein, dass Sie nicht in der Lage sind, das FBI effektiv zu führen“, teilte US-Präsident Donald Trump dem damaligen FBI-Direktor James Comey in einem Kündigungsschreiben im Mai mit.

Michael Flynn, Sicherheitsberater
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Michael Flynns Zeit im Weißen Haus war nur von kurzer Dauer. Der ehemaliger Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump trat nach nur 25 Tagen zurück. Flynn war immer stärker unter Druck geraten, weil er noch zu Zeiten der Regierung von Präsident Barack Obama mit Russlands Botschafter in Washington über US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen hatte.

Die Stelle des US-Botschafters in Berlin ist bereits seit dem Ausscheiden von John Emerson mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar verwaist. Die Geschäfte werden derzeit vertretungsweise vom Gesandten Kent Logsdon wahrgenommen. Diplomaten in Deutschland und den USA hatten im Interesse der diplomatischen Zusammenarbeit auf eine rasche Besetzung der Stelle gehofft.

Der US-Präsident hat zudem einen Kandidaten für den Chefposten bei der Raumfahrtagentur Nasa gefunden. Er nominierte am Freitag den republikanischen Kongressabgeordneten Jim Bridenstine für das Amt. Der 42-jährige Navy-Pilot aus Oklahoma war Direktor des Luft- und Raumfahrtmuseums in Tulsa. Als Nasa-Direktor dürfte er eine wichtige Rolle bei den Plänen Trumps für eine bemannte Expedition zum Mars spielen, die für die 30er-Jahre geplant ist. Bridenstine muss noch vom Senat bestätigt werden.

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