Trump trifft Kim Noch ein Tag bis zum Singapur-Gipfel – USA führen Vorgespräche mit Nordkorea

Einen Tag vor dem Gipfel kommen Vertreter der USA und Nordkoreas zusammen. Nach Kim trifft sich nun auch Trump mit Singapurs Ministerpräsidenten Lee.
Update: 11.06.2018 - 13:42 Uhr Kommentieren
Mitglieder der nordkoreanischen Delegation versammeln sich vor der Ankunft des nordkoreanischen Machthabers Kim am St. Regis Hotel. Quelle: dpa
Gipfeltreffen in Singapur

Mitglieder der nordkoreanischen Delegation versammeln sich vor der Ankunft des nordkoreanischen Machthabers Kim am St. Regis Hotel.

(Foto: dpa)

SingapurVor dem Gipfel des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump werden die letzten Vorkehrungen in Singapur getroffen. Am Montag sollten sich nach Angaben des Weißen Hauses amerikanische und nordkoreanische Delegierte zu einer „Arbeitsgruppe“ treffen, Federführung auf US-Seite hat der Botschafter für die Philippinen, Sung Kim.

Die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA informierte am Montag, Kim sei für den Gipfel in Singapur. Zuvor war die Bevölkerung des Landes relativ im Dunkeln gelassen worden.

Trump beriet sich am Vormittag noch einmal telefonisch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Beide Präsidenten hätten sich zuversichtlich darüber geäußert, dass bei dem Gipfel etwas Großes erreicht werden könne, teilte Moons Büro nach dem Gespräch mit. Voraussetzung dafür sei, dass Trump und Kim durch „offene Diskussionen“ einen gemeinsamen Nenner fänden.

Trump habe außerdem angekündigt, er werde Außenminister Mike Pompeo kurz nach dem Treffen mit Kim nach Seoul schicken, um den Verbündeten über die Gipfelresultate zu informieren. Alle Südkoreaner würden für „den Erfolg des Gipfels beten“, wurde Moon zitiert. Ein Erfolg wäre auch ein Geschenk für die ganze Welt. Moon schrieb demnach noch einmal Trumps „starker Führung“ zu, dass der Gipfel mit Kim stattfinden könne.

Das für Dienstagmorgen angesetzte Treffen ist das erste überhaupt zwischen einem US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber. Das isolierte Land leidet unter wirtschaftlichen Sanktionen und diplomatischen Schwierigkeiten etwa mit China. Hintergrund ist der weite Fortschritt seines Atom- und Raketenprogramms. Laut Experten steht Pjöngjang kurz davor, mit den Geschossen US-Festland zu erreichen.

KCNA meldete, Kim und Trump wollten sich über eine neue diplomatische Beziehung, einen Friedensprozess sowie die nukleare Abrüstung auf der Koreanischen Halbinsel austauschen. Der Gipfel finde unter großer Aufmerksamkeit und Erwartung der ganzen Welt statt, hieß es zudem.

Bislang hatten die Nordkoreaner kaum offizielle Informationen über die Zusammenkunft bekommen, nur von Plänen war die Rede – Datum und Ort waren nicht bekannt gegeben worden. Eine der jüngsten Top-Nachrichten war zuletzt etwa, dass Kim ein Restaurant für Meeresfrüchte in Pjöngjang besuchte.

Einen Tag vor seiner Zusammenkunft mit Kim traf Trump den Gipfelgastgeber, Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong. Kurz vor Mittag am Montag kam Trump am Regierungssitz, dem Haus Istana, an. Lee und Trump wollten zuerst unter vier Augen reden, anschließend sollten Berater zu einem Arbeitsessen hinzukommen.

Einen Tag zuvor, am Sonntag, hatte Kim bereits Singapurs Ministerpräsident getroffen und erklärt: „Die ganze Welt beobachtet den historischen Gipfel zwischen der DVK (Demokratischen Volksrepublik Korea) und den Vereinigten Staaten von Amerika. Dank Ihrer herzlichen Bemühungen sind wir in der Lage, die Vorbereitung des historischen Gipfels abzuschließen.“

US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete die vorbereitenden Gespräche für den Gipfel zwischen Trump und Kim als „substanziell und ins Detail gehend“. „Wir bekennen uns weiterhin zur völligen, überprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“, schrieb Pompeo auf Twitter. Allerdings hatten beide Seiten diesen Begriff bisher unterschiedlich definiert. Nordkorea sieht in der atomaren Abrüstung eher einen schrittweisen Prozess.

Zudem lobte der Pompeo die diplomatische Leistung der europäischen Partner beim Zustandekommen des Gipfeltreffens. „Wir wären nicht wo wir sind, ohne die diplomatische Arbeit, die von unseren europäischen Partnern an unserer Seite geleistet wurde“, sagte Pompeo am Montag in Singapur.

Trump führe eine „enorme Koalition“, darunter auch die G7-Partner, sagte Pompeo nach dem Eklat auf dem Gipfel in Kanada. Die Verbündeten hätten geholfen und er habe die Erwartung, dass sich das fortsetzen werde. „Es gibt immer einmal Irritationen“, betonte der US-Außenminister. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Beziehungen der USA mit den G7-Ländern auf einer starker Grundlage weiter voranschreiten.

Für die historische Zusammenkunft sind 3000 Journalisten anwesend, was die internationale Aufmerksamkeit für Kims plötzliche Wende in den vergangenen Monaten hin zur Diplomatie widerspiegelt. 2017 hatte er noch eine Reihe von Raketentests vornehmen lassen und damit Angst vor Krieg geschürt. Das Interesse ist zudem groß, da Kim auf der Weltbühne bisher kaum präsent war. Lediglich dreimal hat er Nordkorea seit seiner Machtübernahme 2011 verlassen, zweimal begab er sich nach China, und einmal traf er sich mit Südkoreas Präsident Moon Jae In in der Grenzregion zum Süden.

  • ap
  • dpa
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