Trump über Europa im Iran-Konflikt „Wir brauchen euch hierbei nicht“

Außenminister Tillerson betonte noch, er erwarte im Konflikt mit dem Iran Unterstützung von Europa. Präsident Trump sendet aber eigene Signale: Ihm zufolge brauchen die USA die Verbündeten in Europa nicht.
Update: 23.10.2017 - 01:06 Uhr 12 Kommentare
US-Präsident Donald Trump mimt den starken Mann: Im Konflikt mit dem Iran brauchen die USA die Verbündeten in Europa nicht. Quelle: AP
Donald Trump

US-Präsident Donald Trump mimt den starken Mann: Im Konflikt mit dem Iran brauchen die USA die Verbündeten in Europa nicht.

(Foto: AP)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump will zwar seinen Kurs gegenüber Iran verschärfen, lässt aber seinen Verbündeten freie Hand. Europäische Partner wie Deutschland und Frankreich sollen nach seinen Worten weiter ruhig Geschäfte mit dem Land betreiben, während sich die USA der Probleme mit dem Iran-Atomabkommen annehmen würden. Die USA brauchten sie dabei nicht, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Fox News.

Der Republikaner bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron als Freunde. Zugleich wies er auf die Geschäfte hin, die Deutschland und Frankreich mit dem Iran betrieben, seit im Zuge des Atomabkommens internationale Sanktionen gegen das Land aufgehoben wurden.

„Sie sind Freunde von mir, sie sind es wirklich. Ich komme mit allen von ihnen gut aus, sei es Emmanuel, sei es Angela“, sagte Trump. „Ich sage ihnen, macht ruhig weiter Geld. Sorgt euch nicht. Wir brauchen euch hierbei nicht.“

Der Präsident sagte weiter, dass die „Milliarden Dollar“, die durch die Iran-Geschäfte verdient würden, „es ein bisschen schwerer für diese Länder machen, Dinge zu tun. Würden sie es tun, wenn ich wirklich darauf bestünde? Ich glaube, sie würden es, aber ich habe ihnen gesagt, ruhig weiter Geld zu machen, wir brauchen auch hierbei nicht.“

Trump hatte das Iran-Abkommen, das Teheran am Atomwaffenbesitz hindern soll, wiederholt als „schlechtesten Deal aller Zeiten“ angeprangert. Diesen Monat weigerte er sich, dem Iran zu attestieren, dass er sich an den Vertrag halte, stieg aber nicht aus dem Abkommen aus. Die Entscheidung, ob die USA neue Sanktionen erheben, liegt nun beim US-Kongress. Die europäischen Mitunterzeichner des Vertrages meinen, dass Teheran bisher vertragstreu ist.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Trump über Europa im Iran-Konflikt: „Wir brauchen euch hierbei nicht“"

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  • Herr Kertscher, allen gehts um Geldverdienen, nicht zuletzt den Amis. Damit kann
    die BRD dann die atomwaffenfaehigen U-Boote mit 540 Mio bezuschussen.

  • Herr Kertscher, so sind die Orientalen eben. Erinnern Sie sich noch an die Mutter
    aller Kriege? Der derzeitige Regierungschef sagt so etwas nicht.

  • Trump zufolge brauchen die USA die Verbündeten in Europa nicht.
    Wenn dies der US-Präsident so erklärte, frage ich mich warum sich die EU-Wichtigtuer immer wieder versuchen in die Weltpolitik einzugreifen? Sie wurden von keinem Europäischen Land dazu autorisiert.
    Europa und die BRD sind nicht die Stiefellecker der USA.
    Die deutsche Wirtschaft muß ihr Engagement in den USA nach unten Korrigieren jetzt, dann merkt dieser Präsident wie viele Arbeitsplätze durch deutsche Unternehmen in den USA geschaffen wurden.
    Die BRD-Wirtschaft sollte zu eigener Stärke zurückfinden, und Handel mit der ganzen Welt treiben und nicht nur auf den US Markt blicken.

  • Herr Henseler, wenn mir jemand sagt, er werde mich vernichten, ins Meer treiben und ich werde als Land in 25 Jahren nicht mehr existieren, dann fühle ich mich doch eventuell etwas BEDROHT!

  • Herr Narrog, Trump weiß, dass es einen Vertrag gibt, auch ein schlechter Vertrag ist eben ein Vertrag. Er sagt auch nicht, dass der Vertrag gebrochen wurde.
    ABER er sagt, dass das Ziel dieses Vertrages, die Befriedung des Nahem Ostens, die Abkehr von der Unterstützung für Terroristen, von wüsten Drohungen gegen Israel, die Vermeidung der Aufrüstung des Irans mit Mittelstreckenraketen, die nun mal per se nicht defensiv sind, die Verhinderung der Fähigkeit des Irans, innerhalb von 5 Tagen genug Material für eine Nuklearbombe herstellen zu können, nicht eingetreten ist.
    Mithin hat er die Erreichung der Ziele des Vertrages nicht bestätigt und den Senat aufgefordert, darüber zu diskutieren und eventuell neue Maßnahmen zu ergreifen, diese Ziele zu erreichen.
    Sie sehen also, er hat nichts gebrochen oder gekündigt.

  • Herr Kertscher, inwiefern bedroht der Iran die Sicherheit Israels? Aber Israel hat ja
    die Allianz der Westmaechte und kann sich jederzeit auch mit unseren besten
    Freunden, den Saudis, verbuenden.

  • Konflikt mit dem Iran? Welchen Konflikt haben die USA denn mit dem Iran? Dass
    dort vorlaeufig ein Regime-Change nicht in Sicht ist?

  • eigentlich hat Trump doch nur gesagt, dass er sich bei seiner Politik nicht auf Dummschwätzer verlassen will.

  • Hallo Herr Kertscher, zwischen dem Iran und USA/Europa gibt es einen Vertrag der lange und mühselig ausgehandelt wurde. Iran hat diesen bislang nicht gebrochen. Ein neues Gesicht in der US Regierung darf keinen Einfluss auf internationale Verträge haben, andernfalls kann man sich solche sparen.

  • "Außenminister Tillerson betonte noch, er erwarte im Konflikt mit dem Iran Unterstützung von Europa."

    Solange der Iran vertragstreu ist, muß Europa garnichts.

    Wir sind nicht die Vasallen der USA.

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