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Trump zu Harley-Davidson „Eine Harley sollte niemals in einem anderen Land gebaut werden“

Wegen des Zollstreits zwischen der EU und den USA will der Motorradbauer seine Produktion aus den USA verlagern. Der US-Präsident wettert dagegen.
Update: 26.06.2018 - 14:35 Uhr 1 Kommentar

New York, WashingtonDie Produktionsverlagerung des Motorradhersteller Harley Davidson lässt US-Präsident Donald Trump offenbar nicht los: „Eine Harley Davidson sollte niemals in einem anderen Land gebaut werden – niemals!“, empörte sich der US-Präsident am Dienstagnachmittag auf Twitter und legte nach: „Ihre Kunden und Mitarbeiter sind schon sehr verärgert. Wenn sie weggehen, wird es der Beginn vom Ende sein – sie geben auf! Sie werden dafür teuer bezahlen.“

Bereits am Vortag hatte der US-Präsident auf die Ankündigung des Motorradherstellers mit einem kritischen Tweet reagiert. „Überrascht, dass Harley-Davidson von allen Unternehmen das erste ist, das die Weiße Fahne schwenkt”, so Trump am Montag in dem Kurznachrichtendienst. „Ich habe hart für sie gekämpft und am Ende wollen sie keine Zölle auf Verkäufe in die EU zahlen, die uns so schlimm beim Handel geschädigt hat“. Steuern seien nur eine Entschuldigung von Harley-Davidson, so der US-Präsident.

Der Motoradbauer will laut einer Pflichtmitteilung an die Börse Teile seiner Produktion aus den USA verlagern, um die seit vergangenen Freitag von der EU erhobenen Strafzölle auf US-Waren von sechs auf 31 Prozent abzufedern und nicht an seine Kunden weitergeben zu müssen. Die EU reagiert mit der Einführung von Sonderabgaben auf US-Waren auf die seit dem 1. Juni gültigen US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus Europa.

„Not made in America“ – Harley Davidson verlagert Produktionsteile ins Ausland

Harley-Davidson besitzt außerhalb der USA Werke in Brasilien, Thailand und Indien. Man werde nun kräftig investieren, um die Produktion dort auszuweiten, teilte das Unternehmen mit. Dies könne in neun bis 18 Monaten abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen mit. Europa ist laut Harley-Davidson mit knapp 40.000 verkauften Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den USA.

Der Handelskonflikt trifft das Unternehmen in einem ungünstigen Moment: Das internationale Geschäft wird für Harley-Davidson immer wichtiger, während die jüngeren Amerikaner weniger Interesse an den Motorrädern zeigen. Im ersten Quartal wuchs der Auslandsumsatz um zwölf Prozent, während die US-Erlöse stagnierten.

Trump ist eigentlich ein Fan von Harley Davidson

Die Ankündigung der amerikanischen Motorrad-Ikone dürfte Trump schwer getroffen haben. Der US-Präsident hat Harley-Davidson wiederholt dafür gelobt, dass es seine Motorräder in den USA baut.

Am Montag warf Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders der EU vor, mit erhöhten Zöllen auf amerikanische Produkte zu versuchen, „US-Arbeiter zu bestrafen“. Dabei sei es die EU, die wiederholt „unfaire Handelspraktiken“ anwende. Trump sage lediglich, dass „genug genug ist.“ Der US-Präsident hatte am Freitag den Handelsstreit mit Europa verschärft und höhere Zölle auf Fahrzeuge angedroht, die in der EU hergestellt werden.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire kündigte am Montag Gegenreaktionen Europas an. „Wenn die USA uns erneut mit einer Zollerhöhung um 20 Prozent auf Autos treffen, werden wir wieder reagieren“, sagte er. „Wir wollen keine Eskalation, aber wir sind die, die angegriffen werden.“

In seinem Tweet gegen Harley-Davidson erwähnte Trump auch das angebliche Defizit der USA in Höhe von 151 Milliarden Dollar im Handel mit Europa. Ifo-Forscher kamen jüngst jedoch zu dem Ergebnis, dass die bilaterale Leistungsbilanz der USA mit der EU im Jahr 2017 einen leichten Überschuss von 14 Milliarden Dollar aufwies.

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1 Kommentar zu "Trump zu Harley-Davidson: „Eine Harley sollte niemals in einem anderen Land gebaut werden“"

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  • Tja, wenn Strafzoelle auf Mais und Soja kommen, muss Trump seinen Landwirten Rede
    stehen - und die koennen nicht die Produktion ins Ausland verlagern!