Trumps Twitter-Tiraden Wenn Tweets für Firmen zum Risiko werden

Der künftige US-Präsident Donald Trump verkündet seine Meinung oft und gerne auf Twitter. Für US-Unternehmen können die Tweets eine Herausforderung darstellen. Das mussten Konzerne wie Boeing und Ford bereits erfahren.
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Ob Air Force One oder Verlagerung von Jobs ins Ausland: Donald Trump verkündet seine Meinung dazu auf Twitter. Quelle: dpa
Twitter-Account von Donald Trump

Ob Air Force One oder Verlagerung von Jobs ins Ausland: Donald Trump verkündet seine Meinung dazu auf Twitter.

(Foto: dpa)

New YorkMal launig, mal populistisch, mal angriffslustig: Der künftige US-Präsident Donald Trump nutzt auch nach seiner Wahl eifrig den Kurznachrichtendienst Twitter – und schreckt damit noch vor seinem Einzug ins Weiße Haus auch die Wirtschaft auf. Für die US-Unternehmen stellen die Tweets eine Herausforderung dar, das mussten Konzerne wie Boeing und Ford bereits erfahren.

Am Dienstagmorgen um 8.52 Uhr twittert Trump: „Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Abbestellen!“ Beim US-Luftfahrtkonzern ist man perplex, erst Stunden später kommt ein dürres Statement. Was Trumps Aktion soll, bleibt nebulös - keiner weiß, wie er auf den Preis kommt. Zudem ist der Milliarden-Auftrag für die beiden neuen Präsidentenmaschinen laut Boeings Stellungnahme noch gar nicht erteilt worden.

Trump-Tweets gegen US-Firmen im Faktencheck
Trumps Tweets zu angeblicher Softbank-Großinvestition (6. Dezember)
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„Masa (SoftBank) aus Japan hat zugestimmt, 50 Milliarden Dollar in Firmen und 50 000 neue Jobs in den USA zu investieren...“

„Masa sagte, er hätte dies nie getan, wenn wir (Trump) die Wahl nicht gewonnen hätten!“

Quelle: dpa

Wahrheitsgehalt
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Die zugesicherten Mittel stammen laut Softbank-Chef Masayoshi Son („Masa“) aus einem bereits im Oktober angekündigten Investmentfonds. Zudem ließ Trump unerwähnt, dass das Geld aus dem Fonds größtenteils nicht von Softbank, sondern von einem saudi-arabischen Staatsfonds aufgebracht werden soll.

Trumps Tweet zu Boeing Air Force One (6. Dezember)
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„Boeing baut eine brandneue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Abbestellen!“

Wahrheitsgehalt
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Laut Boeing gibt es bislang nur einen Anfangsvertrag im Volumen von 170 Millionen Dollar, der die Entwicklung und Planung des Baus der neuen Präsidentenmaschinen vorsieht. Aus welchen Quellen Trumps Preisangabe stammt, ist unklar. Die US-Regierung bezifferte die Gesamtkosten für das Programm im März auf 3,2 Milliarden Dollar. Ob seitdem die Kostenschätzung noch gestiegen ist, ist nicht bekannt.

Trumps Tweets zu Ford (17. November)
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„Gerade einen Anruf von meinem Freund Bill Ford erhalten, dem Chairman von Ford, er hat mich informiert, dass er das Lincoln-Werk in Kentucky lassen wird – kein Mexiko“

„Ich habe hart mit Bill Ford gearbeitet, um die Lincoln-Fabrik in Kentucky zu halten. Ich war es dem großartigen Bundesstaat Kentucky schuldig wegen dessen Vertrauens in mich!“

Wahrheitsgehalt
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Trumps Tweets zu Ford sorgten allgemein für Irritation, da der Autobauer nie Pläne angekündigt hatte, das erwähnte Werk nach Mexiko zu verlagern. Das Unternehmen stellte rasch klar, dass es lediglich um die Produktion einer Modellserie gehe. An den Plänen zur Verlagerung anderer Fertigungsreihen nach Mexiko will Ford festhalten.

Aber der Tweet zeigt Wirkung, die Boeing-Aktie gerät zwischenzeitlich spürbar unter Druck, und die Medien überbieten sich mit Schlagzeilen. Trump profiliert sich als Hüter von Steuergeldern, der verhindern will, dass der Konzern sich auf Staatskosten bereichert. Doch warum geht er damit noch vor Amtsantritt völlig unvermittelt an die Öffentlichkeit? „Ich glaube, es ist ein Schuss vor den Bug“, sagt Finanzanalyst D.R. Barton dem Sender CNBC. Es gehe Trump wohl einfach darum, sich vor den großen Rüstungslieferanten zu positionieren.

Nicht zuletzt Boeing ist auf Trumps Handelspolitik angewiesen. Sein Hang zum Protektionismus könnte dem Flugzeugbauer Probleme bringen. Denn das Unternehmen ist auf Exporte angewiesen und hat starke Geschäftsinteressen in China – und Trump droht dem Land wegen angeblichem Währungsdumping mit Strafzöllen.

Auch Ford bekam die Auswirkungen von Trump-Tweets zu spüren
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