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Türkei Ankara erlaubt zivile Eheschließungen durch islamische Rechtsgelehrte

Das Parlament in Ankara hat ein Gesetz verabschiedet, nachdem islamische Rechtsgelehrte künftig zivile Ehen schließen können. Die Opposition warf der Regierung vor, die Gesellschaft islamisieren zu wollen.
19.10.2017 - 12:27 Uhr 3 Kommentare
Der von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan eingebrachte Entwurf stieß auf scharfe Kritik der Opposition. Quelle: AP
Recep Tayyip Erdogan

Der von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan eingebrachte Entwurf stieß auf scharfe Kritik der Opposition.

(Foto: AP)

Istanbul Islamische Rechtsgelehrte dürfen in der Türkei künftig zivile Ehen schließen. Eine Mehrheit der Abgeordneten in der Hauptstadt Ankara stimmte am späten Mittwochabend für einen entsprechenden Gesetzentwurf, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Bisher hatten diese Befugnis nur bestimmte Staatsbeamte. Das Gesetz muss noch im Amtsblatt veröffentlicht werden, bevor es in Kraft tritt.

Der von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Recep Tayyip Erdogan eingebrachte Entwurf stieß auf scharfe Kritik der Opposition. Die stellvertretende Vorsitzende der Mitte-Links-Partei CHP, Lale Karabiyik, teilte mit, das Gesetz untergrabe den laizistischen Staat und sei verfassungswidrig. Es werde zudem Kinderheirat Tür und Tor öffnen.

Die Abgeordnete der pro-kurdischen Partei HDP, Filiz Kerestecioglu, warf der AKP vor, die Gesellschaft islamisieren zu wollen. Das Gesetz sei zudem gegen das Prinzip der Gleichheit von Mann und Frau. Justizminister Abdulhamit Gül verteidigte den Beschluss am Donnerstag. Gesetze müssten auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten eingehen, sagte er. In ländlichen Gebieten würden damit Registrierungen von Ehen erleichtert werden.

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    • dpa
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    3 Kommentare zu "Türkei: Ankara erlaubt zivile Eheschließungen durch islamische Rechtsgelehrte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • In der türkischen Kultur ist es gang und gäbe dass der islamische Rechtsgelehrte bei einer Eheschließung privat und außerhalb des Standesamts dazugerufen wird. Mit Scharia hat das nichts zu tun und dieses Gesetz wird die türkische Gesellschaft auch nicht ändern. Grundsätzlich wäre aber eine stärkere säkulare Gesellschaft wünschenswert. Religion ist Gift.

    • Die Scharia als alleiniges Gesetzeswerk in der Türkei kommt näher, Schritt für Schritt. Und damit auch in Deutschland, legitimiert durch türkische Imame, die der türkischen Religionsbehörde unterstehen.

    • "In ländlichen Gebieten würden damit Registrierungen von Ehen erleichtert werden."

      In Deutschland auch? Wenn zwei Türken hier heiraten wollen, könnten sie hier zu einem islamischen Rechtsgelehrten (wer immer das sein mag) gehen. Nach türkischem Recht eine Zivilehe schließen, die auch in Deutschland gilt?

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