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Türkei Behörden nehmen „Welt“-Korrespondenten fest

Kritiker werfen der Türkei vor, die Grenzen der Pressefreiheit immer enger zu ziehen. Nun haben die Behörden vier Journalisten vorübergehend festnehmen lassen. Grund sind offenbar unbequeme Fragen an einen Gouverneur.
16.06.2015 - 15:00 Uhr Kommentieren
Bei einem Besuch an der Grenze wurde Gouverneur Izzetin Kücük von Journalisten nach Berichten gefragt, wonach einige Flüchtlinge in Akcakale wegen ebenfalls in die Stadt gekommener IS-Kämpfer um ihre Sicherheit fürchten. Quelle: Reuters
Flüchtlinge in Akcakale

Bei einem Besuch an der Grenze wurde Gouverneur Izzetin Kücük von Journalisten nach Berichten gefragt, wonach einige Flüchtlinge in Akcakale wegen ebenfalls in die Stadt gekommener IS-Kämpfer um ihre Sicherheit fürchten.

(Foto: Reuters)

Istanbul Die türkischen Behörden haben am Dienstag in der Stadt Akcakale an der Grenze zu Syrien vier Journalisten vorübergehend festnehmen lassen, darunter den Korrespondenten der „Welt“. Grund seien unbequeme Fragen an den Gouverneur der Grenzprovinz Sanliurfa gewesen, zu der Akcakale gehört, erklärte „Welt“-Reporter Deniz Yücel nach seiner Freilassung auf Twitter.

In Akcakale waren in den vergangenen Tagen mehrere tausend Flüchtlinge angekommen, die vor Gefechten in der auf der syrischen Seite der Grenze liegenden Stadt Tal Abjad geflohen waren. In Tal Abjad hatten kurdische Milizen die Kämpfer vom Islamischen Staat (IS) vertrieben.

Bei einem Besuch an der Grenze wurde Gouverneur Izzetin Kücük am Dienstag laut dem Fernsehsender IMC-TV von Journalisten nach Berichten gefragt, wonach einige Flüchtlinge in Akcakale wegen ebenfalls in die Stadt gekommener IS-Kämpfer um ihre Sicherheit fürchteten. Darauf habe der Gouverneur die Begegnung mit der Presse für beendet erklärt und die Polizei angewiesen, vier Reporter festzunehmen. Dabei handelte es sich um Yücel und Vertreter mehrerer Oppositionszeitungen.

Kritiker im In- und Ausland werfen der türkischen Regierung vor, die Grenzen der Presse- und Meinungsfreiheit in dem EU-Bewerberland immer enger zu ziehen. Präsident Recep Tayyip Erdogan geht seit seiner Wahl im vergangenen Jahr gerichtlich gegen Journalisten, Aktivisten und Studenten vor, von denen er sich beleidigt fühlt.

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