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Türkei Erdogan bleibt AKP-Chef

Recep Tayyip Erdogan bleibt starker Mann seiner Partei AKP, die ihn erneut zum Vorsitzenden gewählt hat. Vor prominenten Gästen kündigte der türkische Ministerpräsident Fortschritte an, die Europa milde stimmen sollen.
30.09.2012 - 22:12 Uhr Kommentieren
Der türkische Ministerpräsident Erdogan empfängt mit seiner Frau Emine auf dem AKP-Parteitag die Grüße seiner Anhänger. Quelle: AFP

Der türkische Ministerpräsident Erdogan empfängt mit seiner Frau Emine auf dem AKP-Parteitag die Grüße seiner Anhänger.

(Foto: AFP)

Ankara/Istanbul
Die türkische Regierungspartei AKP hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als ihren Parteichef bestätigt. Ein Parteitag habe den 58-jährigen am Sonntag in Ankara mit großer Mehrheit erneut in das Amt gewählt, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Erdogan hatte seine Partei zuvor auf den Machterhalt durch wirtschaftlichen Erfolg eingeschworen. Die AKP habe dem Land wirtschaftliche Stabilität und Demokratie gebracht. Erdogan versicherte zudem, er sei entschlossen, den Konflikt mit der Kurdischen Volksgruppe in der Türkei zu lösen und dem Land eine neue Verfassung zu geben.

Der Regierungschef kündigte neue Bemühungen zur Beilegung des Kurdenkonflikts an. Vor Tausenden Anhängern und Delegierten forderte er die kurdische Volksgruppe aber auf, sich von der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Terroranschlägen zu distanzieren. „Lasst uns ein sauberes Blatt aufschlagen und es mit unseren kurdischen Brüdern ausfüllen“, sagte Erdogan. Statt Gewalt solle es Frieden und Brüderlichkeit geben.

Er kündigte zudem an, die Türkei werde im kommenden Jahr mit 1,3 Milliarden US-Dollar (rund eine Milliarde Euro) den letzten Teil ihrer Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) abtragen.

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    Da die Parteistatuten für politische Positionen maximal drei Amtszeiten vorsehen, musste die AKP in Ankara die Weichen für erhebliche Personalveränderungen stellen. Dabei waren interne Spannungen befürchtet worden. Mehr als 70 AKP-Abgeordnete würden künftig nicht mehr für das Parlament kandidieren können, berichteten türkische Medien. In der Türkei wird erwartet, dass Erdogan selbst 2014 Staatspräsident werden will.

    Die religiös geprägte AKP hat in der Türkei seit ihrer Gründung 2001 mehrere Parlamentswahlen mit großen Mehrheiten gewonnen. Im politischen Ringen mit dem weltlich-laizistischen Lager hat sie bisher die Oberhand behalten. Wegen ihrer Herkunft aus dem politischen Islam werden ihre Reformen von der kemalistischen Elite, die sich auf den Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk beruft, mit Argwohn verfolgt.

    Zu dem Parteitag in Ankara hat die AKP zahlreiche aktive und frühere Politikern eingeladen, darunter den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi, den Hamas-Führer Chaled Meschal, den irakischen Kurdenführer Massud Barsani und den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Nach Medienberichten wurden auch Verwandte des Tunesiers Mohammed Bouazizi eingeladen, dessen Selbstverbrennung aus Verzweiflung über Behördenwillkür Ende 2010 den „Arabischen Frühling“ eingeleitet hatte.

    • dpa
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