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Türkei Erdogan reagiert auf US-Ausschuss und droht mit Schließung von US-Stützpunkten

Das US-amerikanisch-türkische Verhältnis ist angespannt. Bei möglichen Sanktionen gegen die Türkei, überlegt Ankara, Incirlik und Kürecik zu schließen.
15.12.2019 Update: 16.12.2019 - 06:24 Uhr 3 Kommentare

Erdogan droht den USA mit Schließung der Luftwaffenbasis Incirlik

Istanbul Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara auch eine Schließung von zwei Stützpunkten für die USA für möglich. „Wenn erforderlich“ könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schließen, sagte Erdogan am Sonntagabend in einem Interview mit dem Sender A Haber.

„Wir sind doch als NATO-Mitglieder strategische Partner“, warf Erdogan im Fernseh-Interview auf. Daher verstehe der türkische Präsident nicht, wie die USA sich „so verhalten könnten“. Gemeint waren „Maßnahmen wie Sanktionen“ gegen die Türkei. Sollten diese in Kraft treten, werde man die entsprechende Antwort geben, sagte Erdogan.

Vergangene Woche hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bereits angedeutet, dass die Türkei im Fall von US-Sanktionen den USA den Zugang zu Incirlik und Kürecik verwehren könnte.

US-Senatoren fordern Sanktionen gegen die Türkei, weil diese im Sommer das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die US-Regierung befürchtet unter anderem, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangen könnte. Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA die Türkei aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

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    Das Verhältnis zwischen den Nato-Partnern ist auch angespannt, weil nach dem Repräsentantenhaus auch der US-Senat die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord anerkannt hat. Eine entsprechende Resolution war am Donnerstag verabschiedet worden. Die Türkei protestierte scharf. Erdogan sagte am Sonntag, es handele sich um eine politische Entscheidung, die inakzeptabel sei.

    Während des Ersten Weltkriegs waren Armenier systematisch verfolgt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reichs gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkriegs ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

    Mehr: Der US-Präsident will seinen türkischen Amtskollegen mit einem Handelspakt locken, damit dieser seine Invasionspläne in Syrien aufgibt. Doch es geht auch um russische Raketen.

    • dpa
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    Mehr zu: Türkei - Erdogan reagiert auf US-Ausschuss und droht mit Schließung von US-Stützpunkten
    3 Kommentare zu "Türkei: Erdogan reagiert auf US-Ausschuss und droht mit Schließung von US-Stützpunkten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Man kann nur hoffen, dass die Atomwaffen vor Ort nach US zurückgebracht wurden. Ansonsten können die Amerikaner auf dem Golan eine neue Abhörstation einrichten. Müsste bis zum Kaukasus und dem Iran ausreichen.

    • Erdogan hat hier einen Punkt. Glaubt Trump wirklich, er könne durch Erpressung und Sanktionen, alle die "seinen" wirtschaftlichen Interessen vermeinlich schaden, auf Linie bringen?
      Dies führt nur dazu daß , man sich immer stärker gegen Trump solidarisiert und die USA, am Ende, schwächer als zuvor dastehen.
      Eine Klinge die man zu oft einsetzt wird stumpf, das ist unvermeidlich.

    • Tja dann sollte doch jemand den lieben US Senatoren doch mal erklären, dass Norwegen das S-300 System und die F-35 im Inventar hat. Wenn sensible Daten im Umlauf wären, dann mit Sicherheit schon bevor das S-400 System in der Türkei aktiviert wird.

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