Türkei Erdogan schickt das Militär gegen kritische Presse

Wegen „Schädigung der Truppenmoral“ ermittelt die türkische Armee gegen regierungskritische Printmedien. Die Regierung fürchtet offenbar einen Putsch. Um welche Medien es sich handelt, erklärten die Behörden nicht.
Nachdem Erdogan eine kritische Zeitung unter staatliche Aufsicht stellen ließ, eskaliert das Verhältnis zwischen Presse und Regierung in der Türkei. Quelle: AFP
Offensive gegen die Presse

Nachdem Erdogan eine kritische Zeitung unter staatliche Aufsicht stellen ließ, eskaliert das Verhältnis zwischen Presse und Regierung in der Türkei.

(Foto: AFP)

IstanbulNach Präsident Recep Tayyip Erdogan geht auch das türkische Militär gegen regierungskritische Presse vor. Gegen Printmedien seien rechtliche Schritte wegen der Schädigung der Moral der Truppe eingeleitet worden, teilte die Armee am Donnerstag mit. Welche Medien gemeint waren und welche Berichte mit welchen Inhalten die Moral der Soldaten negativ beeinflussen sollen, wurde nicht erklärt. Die Zeitung „Hurriyet“ berichtete, das Militär beziehe sich auf Anspielungen, dem im US-Exil lebenden Prediger und Erdogan-Gegner Fethullah Gülen ergebene Soldaten bereiteten einen Putsch vor.

Die Militärspitze bekannte sich in der Pressemitteilung dazu, treu zur demokratischen Ordnung zu stehen. Die Armee hatte 1960, 1971 und 1980 die jeweilige Regierung gestürzt. 1997 drängte sie die erste konservativ-islamische Regierung aus dem Amt.

Der Vorstoß des Militärs folgt ähnlichen Maßnahmen Erdogans, der ein Gülen nahestehendes Blatt unter staatliche Aufsicht stellen ließ. Zuletzt hatte sich Erdogan über den satirischen Beitrag eines deutschen TV-Senders beschwert sowie gegen die Präsenz ausländischer Diplomaten beim Prozess gegen zwei Redakteure der Zeitung „Cumhuriyet“, was zu diplomatischen Verwicklungen führte.

So lästert das Netz über die skurrile Kostümshow
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Das Bild ist keine Montage, sondern Realität: Vor der Haupttreppe im neuen türkischen Präsidentenpalast in Ankara stehen Recep Tayyip Erdogan und sein Gast, Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, schütteln sich die Hände und blicken ernst in die Kamera. Ein skurriles Bild, das auch Grünen-Chef Cem Özdemir amüsiert.

Quelle: @cem_oezdemir

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Mit Schild und Speer standen die Wächter Spalier auf der Haupttreppe des 500 Millionen Euro teuren neuen Amtssitzes in Ankara, den der türkische Staatspräsident erst im Oktober vergangenes Jahr bezogen hatte. In den sozialen Medien bleiben die Reaktionen nicht aus – wie in diesem Screenshot bei Twitter zu sehen ist.

Quelle: @CansuOezdemir

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Bei den Kostümen der Schauspieler handelt es sich um militärische Kostüme aus jenen 16 Reichen, die nach offizieller Darstellung als Vorfahren der heutigen Türken gesehen werden, darunter das Reich der Hunnen, der Seldschuken und natürlich das Osmanische Reich. Sie sind der Stolz der Türken. Montage entdeckt bei @EmmiBruddler

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Auf Twitter kursieren Bilder Erdogans mit Klonfiguren oder Foto-Montagen, die ihn mit Figuren wie dem Superhelden Hulk zeigen.

Quelle: @satrayni

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Die Reaktionen aus der Türkei kommen ziemlich humorvoll daher. Die türkische Internetseite „Zaytung“, die mit Berichten, die meist sehr übertrieben sind, amüsiert stellt den türkischen Staatschef gleich in mehreren Rollen dar: hier mal als Ritter...

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...hier mit den Fantasiewesen Pokémon und Pikachu...

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...hier schauen auch die Teletubbies im „Weißen Palast“ vorbei...

  • rtr
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