Türkei Erdogan will Facebook und Youtube verbieten

Der türkische Ministerpräsident Erdogan ist wegen entlarvender Internetvideos in die Kritik geraten. Jetzt holt er zum Gegenschlag aus – und droht, Facebook und Youtube sperren. Zum Unmut von Staatspräsident Gül.
Update: 07.03.2014 - 13:39 Uhr 7 Kommentare
Ministerpräsident Tayyip Erdogan erwägt, das Internet in der Türkei zu zensieren. Quelle: Reuters

Ministerpräsident Tayyip Erdogan erwägt, das Internet in der Türkei zu zensieren.

(Foto: Reuters)

IstanbulDer gegen Korruptionsvorwürfe kämpfende türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan droht mit einer Sperrung von Facebook und Youtube in seinem Land. In einem Interview mit dem Fernsehsender ATV sagte Erdogan am späten Donnerstagabend, die Internetdienste würden durch seine politische Feinde missbraucht. „Wir sind entschlossen in dieser Frage“, sagte er.

„Wir werden dieses Land nicht auf Gedeih und Verderb Youtube und Facebook ausliefern.“ Entsprechende Konsequenzen soll es laut Erdogan nach den Kommunalwahlen Ende des Monats geben. „Wir werden die notwendigen Schritte mit aller Strenge unternehmen.“ Auf die Frage, ob dazu auch eine Schließung der genannten Internetseiten gehören könnte, antworte er: „Das ist inbegriffen.“

Auf der zum US-Internetkonzern Google gehörenden Videoplattform Youtube waren zuletzt angebliche Mitschnitte von Telefonaten Erdogans veröffentlicht worden, die eine Verwicklung in Bestechung dokumentieren sollen. Der Regierungschef sprach von Fälschungen, die Teil einer Kampagne seien, um ihn zu diskreditieren und seine Regierung zu stürzen.

Als Drahtzieher beschuldigt Erdogan seinen Rivalen, den in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen. Auf die Frage, ob die Türkei über Interpol eine Auslieferung Gülens beantragen könnte, entgegnete der Ministerpräsident in dem Interview: „Warum nicht?“

Mit seinen Drohungen stieß Erdogan auf Widerstand bei Staatspräsident Abdullah Gül. Es sei indiskutabel, den Betrieb der sozialen Netzwerke einzustellen, sagte Gül am Freitag.

Türkei: Ein Weg ohne Rückkehr?

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7 Kommentare zu "Türkei: Erdogan will Facebook und Youtube verbieten"

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  • Erdogan hat ein bemitleidenswertes Staatsverständnis.
    Diejenigen,die ihm zujubeln stehen auf Hirarchien,die nicht hinterfragt werden dürfen und Kadavergehorsam.Das hatten wir alles schon,und es wir haben es gründlich satt.

  • Der Sultan und sein Hof haben gar keinen Bock auf einen EU Beitritt. Ständige Aussagen wie "Ein EU Beitritt ist ausgeschlossen" nerven und sind überflüssig. Allein schon deshalb, weil diejenigen die sowas schreiben dies als "Strafe" sehen bzw. der Meinung sind, es wäre eine Art Belohnung der EU beitreten zu dürfen. Die gleichen Schreiberlinge befürwortet übrigens einen sofortigen Austritt Deutschlands. Was denn jetzt ? Ist es toll drin zu sein ? - Weshalb möchte man dann austreten ? Oder ist es doof in der EU zu sein ? - Weshalb möchte man die Türkei dann mit der Verweigerung eines Beitritts bestrafen ? Diese schizophrene Haltung nervt mich.
    Unabhängig davon, gehört Erdogan in die Wüse. Der Grund weswegen er FB und YT verbieten möchte ist doch ganz klar der, dass er überhaupt keinen Einfluss auf diese Portale nehmen kann. Jeder Reporter in der Türkei, jeder TV- oder Radiosender, jeder Buchautor, einfach alle lassen sich für ihn sehr leicht beinflussen. Die blöden Amis jedoch sitzen tatsächlich in den USA und lassen sich eben nicht beinflussen. Dann verbieten wir eben gleich mal die Portale.
    Erdogan hat vor über einem Jahrzehnt verdammt stark angefangen. Seine schleichende Islamisierung des Landes hat man aufgrund der neuen wirtschaftlichen Stärke oft ignoriert. Auch weil er die Korruption scheinbar eingedämmt hat. Tatsächlich jedoch wurde dies nur auf den für das Volk sichtbaren unteren Ebenen getan. Die oberen "Bosse" füllen sich die Taschen umso mehr. Wer ein großes Immobilienprojekt in Istanbul aufziehen möchte, muss nur Herrn Erdogans Bargeldkoffer mit 50 mio Euro füllen und schon wird jeder Protest und jedes Hindernis weggewalzt. Jetzt kann man auch besser verstehen, warum ihm die Niederschlagung der Gezi Proteste zugunsten des ImmoProjekts so wichtig war.
    Ob mit einem Abgang Erdogans und der "säkularen" Opposition bzw. Gülen höchstselbst alles besser wird ? Wohl kaum. Schließlich hatten die 50 Jahre Zeit das Land am Hungern zu halten.

  • Der Plan bestimmter Kreise ist ja er:

    -Erdogan zum Bösewicht aufbauen, gelungen
    -Ihn durch einen angepaßten, angeblich besseren Türken zu ersetzen (folgt in Kürze)
    -Dann die eu zwingen, diese, angeblich nun "europäisierte" Türkei aufzunehmen

    Und sich in der Folge über den Zusammenbruch und Untergang der europäischen Völker freuen zu können.

    Aber daraus wird nix. Diese üblen Machenschaften werden auf die Initiatoren zurückfallen.

  • Als ob sich die EU-Oberen von sowas abhalten ließen, die Türkei in die EU zu holen.....

  • biserl Gößenwahnsinnig der Typ

  • Da das Internet dezentral aufgebaut ist hat so etwas genau null
    Effekt. Von den wirtschaftlichen Nachteilen mal ganz abzusehen.

    Ich denke das sich diese Regierung in der Türkei nicht mehr lange
    halten kann. Ein EU-Beitritt ist ausgeschlossen.

    Schon weil die Nachbarländer der Türkei "anders" sind.

  • Soll der Sultan das nur machen. So wird das mit dem EU-Beitritt nix.

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