Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Türkei Erdogans AKP hadert mit dem Machtwechsel

Nach überraschenden Siegen der Opposition bei den Kommunalwahlen will die Regierung ungültige Stimmen überprüfen – und schickt Dankesgrüße an die Wähler.
Kommentieren
Auf Plakaten bedanken sich Erdogan und der Istanbuler Bürgermeisterkandidat der AKP bei den Bürgern der Stadt. Quelle: AP
AKP-Plakate

Auf Plakaten bedanken sich Erdogan und der Istanbuler Bürgermeisterkandidat der AKP bei den Bürgern der Stadt.

(Foto: AP)

Istanbul Es steht noch nicht fest, welche Partei bei den Kommunalwahlen die Großstadt Istanbul gewonnen hat. Doch die Regierungspartei AKP hat schon einmal vorgesorgt: Über die ganze Stadt verteilt hängen Plakate, die den türkischen Präsidenten Erdogan sowie den Istanbuler AKP-Kandidaten, Ex-Premier Binali Yildirim, zeigen. Darunter der Spruch: „Vielen Dank, Istanbul!“

Die Plakate dürften vorproduziert gewesen sein – für den Fall, dass die größte Metropole des Landes auch nach den Wahlen weiter von Erdogans Partei regiert wird. Doch danach sieht es derzeit nicht aus: Nach Angaben der Hohen Wahlkommission (YSK) liegt Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu von der CHP derzeit mit hauchdünnem Vorsprung vorn. „Ich will mit der Arbeit beginnen“, sagte er in einem Interview.

Doch die AKP lässt ihn nicht. Und hat jetzt offiziell Beschwerde bei der Wahlkommission eingelegt. Unter Umständen müssen die Stimmen neu ausgezählt werden. Um ihren Anspruch zu untermauern, zirkulieren derzeit in Regierungskreisen unbestätigte Wahllisten, auf denen angeblich Stimmen für mehrere Parteien vertauscht worden sein sollen, darunter für die AKP sowie die CHP.

Damit will die AKP offenbar den Druck auf Wahlkommission und den Kontrahenten Imamoglu erhöhen.

Bei den Kommunalwahlen in der Türkei konnte die Opposition wichtige Großstädte von der Regierungspartei AKP übernehmen. In der Hauptstadt Ankara steht ein Machtwechsel an, ebenso in der Ferienmetropole Antalya, der Studentenhochburg Eskisehir sowie der südöstlichen Großstadt Adana.

In Istanbul liegt nach Auszählung von 99,75 Prozent der gut 8,3 Millionen Wahlzettel ebenfalls der Kandidat der Opposition vorn. Laut YSK-Chef Sadi Güven sind dort 84 Wahlurnen wegen Beanstandungen noch nicht geöffnet worden. AKP-Kandidat Yildirim erklärte am Dienstag vor Reportern, sein Rivale sei 25.000 Stimmen vor ihm. „Aber die Anzahl der ungültigen Stimmen beträgt rund 300.000.“

Bereits am Wahlabend hatte Yildirim seinen Sieg erklärt, obwohl noch Stimmen gezählt worden waren.

Der Kandidat der CHP, Ekrem Imamoglu, verkündete inzwischen seinerseits seinen Sieg. Er sagte, die gezählten Stimmen ließen keinen Zweifel aufkommen, und drängte die AKP-Funktionäre, nicht unnötig Wege zu suchen, um das Ergebnis infrage zu stellen.

AKP-Sprecher Ömer Celik sagte, dass es ein natürlicher Prozess sei, Unregelmäßigkeiten in den Wahlergebnissen zu beseitigen. Er sei davon überzeugt, dass es Diskrepanzen zwischen den Berichten der Wahllokale und den Stimmenzahlen für die Hauptstadt Ankara und Istanbul gebe.

Die AKP werde außerdem jede erhaltene Stimme schützen, da sie diesem Prozess akribisch folgen werde. „Wir werden die Ergebnisse unabhängig vom Ergebnis respektieren, da dies die Entscheidung unserer Bevölkerung ist.“

Startseite

Mehr zu: Türkei - Erdogans AKP hadert mit dem Machtwechsel

0 Kommentare zu "Türkei: Erdogans AKP hadert mit dem Machtwechsel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote