Türkei-Experte sicher Missglückter Putschversuch dürfte Erdogan stärken

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Auswirkungen auf die Gesellschaft
Die Suche nach den Verschwörern
Schwer bewaffneter Polizist in Istanbul
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Türkische Sicherheitskräfte suchen nach Angaben aus Regierungskreise weiter nach Soldaten, die am Putschversuch beteiligt waren. Einige hochrangige Armeeangehörige sollen inzwischen ins Ausland geflohen sein. Insgesamt seien seit der Niederschlagung des Umsturzversuchs am Samstagmorgen 103 Admiräle und Generäle in Gewahrsam genommen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Darunter ist auch der frühere Kommandeur der Luftwaffe, Akin Öztürk, der als einer der Putschistenführer gilt.

In großem Stil Suspendierungen bei Soldaten
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Fast 9000 türkische Polizisten werden nach Angaben eines ranghohen Informanten suspendiert. Betroffen davon seien auch Beamte aus Istanbul und Ankara, sagte der Insider aus den Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur Reuters. Teile des türkischen Militärs hatten in der Nacht zu Samstag versucht, den türkischen Präsidenten Erdogan zu stürzen.

Ankara kündigt Säuberungen in der Verwaltung an
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Der türkische Premierminister Binali Yildirim kündigte am Montag Entlassungen auch in der Verwaltung an. Man habe begonnen, jene Beamten von ihren Posten zu entfernen, die Verbindungen zu der für den Putschversuch verantwortlichen Organisation hätten, sagte er. Erdogan macht den in den USA lebenden Kleriker Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Medienberichten zufolge wurden 30 Gouverneure und mehr als 50 ranghohe Verwaltungsbeamte von ihren Ämtern entbunden. In der Türkei gibt es 81 von Gouverneuren geführte Provinzen.

Die türkische Polizei greift durch
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Premierminister Yildirim sagte, dass bis Montagmittag 7543 Personen inhaftiert worden seien, darunter 6038 Soldaten.

Kabinettssitzung in Ankara
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Premierminister Yildirim kündigte eine Urlaubssperre für alle Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in der Türkei an. Sie gilt bis auf weiteres. Wer bereits im Urlaub ist, muss ihn abbrechen. Betroffen davon sind mehr als drei Millionen Beamte und Angestellte.

Mehr als 200 Tote
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Beim gescheiterten Putsch sind nach Angaben von Ministerpräsident Yildirim 145 Zivilisten, 60 Polizisten und 3 Soldaten getötet worden. Verwirrung gab es um die Zahl der getöteten Putschisten, die Yildirim am Montag in Ankara mit 24 angab. Bislang hatte die Regierung von mehr als 100 getöteten Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte gesprochen.

Militärfahrzeug in Istanbul
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Saudi-Arabien hat den türkischen Militärattaché für Kuwait festgenommen. Der Fernsehsender Al-Arabija berichtete am Montag, Mikail Ihsanoglu sei auf dem Flughafen von Dammam in Gewahrsam genommen worden, als er auf dem Weg nach Düsseldorf war. Die saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA meldete, König Salman habe dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefonisch zur „Rückkehr der Türkei zur Normalität“ gratuliert.

Das zeige sich - eingeschränkt - auch jetzt: „Das trifft nämlich zumindest auf die Armeeführung zu, die ja zu großen Teilen diesen Putsch nicht unterstützt hat. Aber es trifft anscheinend nicht auf die unteren Befehlsebenen zu, die ja anscheinend maßgeblich verantwortlich gewesen sein sollen gestern Nacht“, sagte Brakel, der seit einem Jahr das Istanbuler Büro der Grünen-nahen Stiftung leitet.

Über den Auslöser der missglückten Machtdemonstration könne er nur spekulieren, sagte der Fachmann. Ein zuvor zwangspensionierter Oberst sei beispielsweise als möglicher Drahtzieher benannt worden.

Eine andere Möglichkeit, die auch die Regierung ins Spiel gebracht habe, sei die sogenannte Gülen-Bewegung. Die konservativ-islamische Bewegung hatte sich vor einigen Jahren mit der AKP überworfen. Laut Brakel hatte es die Ankündigung gegeben, dass der Militärrat Anfang August über Maßnahmen entscheiden wolle, um die Bewegung aus den Reihen des Militärs zu entfernen - es könnte also sei, dass man dieser Aktion zuvorkommen wollte. Die Gülen-Bewegung habe jedoch schon in der Nacht erklärt, dass sie den Putsch verurteile.

Folgen für Erdogan-Gegner oder Demokratie-Aktivisten seien noch nicht absehbar, sagte Brakel. Für diejenigen, die in Opposition zu Erdogan treten, könnte das Leben allerdings schwieriger werden, räumte er ein: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Repressionen oder die Säuberungsmaßnahmen, die im Militär vorgenommen werden, auch Auswirkungen auf andere Kreise der Gesellschaft haben.“

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  • dpa
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