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Türkei PKK-Kämpfer entführen Parlamentsabgeordneten

Der Kurdenkonflikt verschärft sich. PKK-Kämpfer haben nun auch einen Parlamentarier verschleppt, der sich für Menschenrechte in der Türkei einsetzt. Die Tat wurde in der Türkei scharf verurteilt.
13.08.2012 - 14:50 Uhr Kommentieren
Hüseyin Aygün: Der Entführte ist Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP). Quelle: AFP

Hüseyin Aygün: Der Entführte ist Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP).

(Foto: AFP)

Istanbul Eskalation im Kurdenkonflikt: Kämpfer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK haben erstmals einen Parlamentsabgeordneten entführt. Hüseyin Aygün (41) - Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) und selber Kurde - sei bei Ovacik in der östlichen Provinz Tunceli aus einem Auto verschleppt worden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf die Provinzbehörden. Die türkische Regierung und Aygüns Partei richteten Krisenstäbe ein, Sicherheitskräfte begannen einen Sucheinsatz nach dem Politiker.

Die Tat wurde in der Türkei scharf verurteilt. „Das zeigt, welche Dimension der Terror in der Türkei angenommen hat“, sagte ein CHP-Parteisprecher. Politiker der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP sagten, die Tat sei ein Angriff auf das gesamte Parlament.

Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat bestätigte die Tat und berichtete, PKK-Kämpfer hätten den Politiker „festgenommen“. Aygün war am Vorabend mit einem Mitarbeiter und einem Journalisten unterwegs, als ihr Auto gestoppt wurde. Die beiden anderen Männer wurden schnell freigelassen. Sie berichteten, Aygün sei mit dem Tode bedroht worden, falls er sich widersetze.

Der Politiker hat sich mit Menschenrechtsfragen und den Rechten von Minderheiten in der Türkei befasst. Türkische Kommentatoren bewerteten die Verschleppung als einen Versuch der PKK, Stärke zu demonstrieren und Parlamentsabgeordnete aus den Reihen der kurdischen Volksgruppe einzuschüchtern.

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    Der Kurdenkonflikt ist in den vergangenen Wochen eskaliert. Nachdem die PKK türkische Militärposten im Dreiländereck der Türkei zum Irak und zum Iran angegriffen hatte, kam es nahe der Grenze zu schweren Gefechten. Ankara beschuldigte das Regime in Damaskus sowie den Iran, die PKK zu unterstützen. Die türkische Regierung will verhindern, dass die PKK den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien nutzt, um dort dauerhaft von Kurden bewohnte Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen.

    Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat.

    • dpa
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