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Türkei Verlängerte Ferien sollen Wirtschaft ankurbeln

Wichtige Branchen schwächeln, die Landeswährung taumelt: Das Schwellenland Türkei kämpft mit einer kräftigen Konjunkturflaute. Die Regierung ergreift besondere Maßnahmen – Schüler haben Grund zur Freude.
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Die unübersichtliche Lage – mit der täglichen Gefahr von Attentaten auch in der Millionenmetropole Istanbul – bringt vor allem die Tourismusbranche in Bedrängnis. Quelle: ap
Touristen in Istanbul

Die unübersichtliche Lage – mit der täglichen Gefahr von Attentaten auch in der Millionenmetropole Istanbul – bringt vor allem die Tourismusbranche in Bedrängnis.

(Foto: ap)

Istanbul Neuwahlen, innenpolitisches Geschacher und der wieder aufgeflammte Kurden-Konflikt: Die Turbulenzen in der Türkei haben auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Das Land zwischen Europa und Asien hat wie so viele Schwellenländer derzeit mit der Konjunktur zu kämpfen - da birgt die unsichere politische Lage zusätzliche Risiken. Um gegenzusteuern, greift die Führung in Ankara zu besonderen Maßnahmen.

So verlängerte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kurzerhand die Schul- und Semesterferien um zwei Wochen. Das soll die Wirtschaft und vor allem die schwächelnde, aber wichtige Tourismusbranche ankurbeln. Ob jedoch das, was Studenten und Schüler freut, auch wirklich der Wirtschaft hilft – da sind Experten skeptisch.

Symbol für die schwierige Lage ist der Verfall der türkischen Lira: Die Landeswährung verliert seit Wochen an Wert und sank erst kürzlich auf ein Allzeittief. Für einen Euro mussten zwischenzeitlich 3,4 Lira gezahlt werden - rund 20 Prozent mehr als noch Mitte Juli. Auch an dieser Entwicklung sei die innenpolitische Krise Schuld, sagt Finanzexperte Deniz Cicek der Deutschen Presse-Agentur.

Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei den Parlamentswahlen im Juni ihre absolute Mehrheit verloren. Wochenlange Koalitionsgespräche scheiterten - nun hat Erdogan Neuwahlen für den 1. November ausgerufen und hofft auf einen breiten Erfolg. Doch Beobachter sind skeptisch, ob die Idee aufgeht.

Hinzu kommen Sicherheitsprobleme: Seit Juli ist der schon überwunden geglaubte Konflikt mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wieder aufgeflammt. Tödliche Anschläge der PKK auf Sicherheitskräfte und blutige Scharmützel sind an der Tagesordnung. Die Armee fliegt Luftschläge gegen PKK-Verstecke im Nordirak und in der Türkei.

Die unübersichtliche Lage - mit der täglichen Gefahr von Attentaten auch in der Millionenmetropole Istanbul - bringt vor allem die Tourismusbranche in Bedrängnis. Reiseunternehmer fürchten Stornierungen. Der äußerst wichtige Industriezweig, der 2014 Einnahmen von rund 34,3 Milliarden US-Dollar brachte, schwächelt ohnehin seit Jahresbeginn.

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