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Türkische Medien Angeblich Mordkomplott gegen Erdogans Tochter

Im Machtkampf zwischen dem türkischen Präsident Erdogan und seinem Ex-Unterstützer Gülen gibt es einen neuen Höhepunkt. Gülen soll die Ermordung von Erdogans Tochter angeordnet haben. Der Staatsanwalt ermittelt.
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Angeblich soll es ein Mordkomplott gegen die Tochter des Türkischen Präsidenten Erdogan gegeben haben. Quelle: Reuters
Tayyip Erdogan

Angeblich soll es ein Mordkomplott gegen die Tochter des Türkischen Präsidenten Erdogan gegeben haben.

(Foto: Reuters)

Istanbul Nach Berichten regierungsnaher Medien über ein Mordkomplott gegen die Tochter von Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die türkische Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Drei regierungsfreundliche Zeitungen hatten am Freitag auf ihren Titelseiten berichtet, Erdogans Erzfeind Fethullah Gülen habe die Ermordung der 29-jährigen Erdogan-Tochter Sümeyye angeordnet, der politische Ambitionen nachgesagt werden. Sie beriefen sich dabei auf Twitter-Botschaften zwischen dem Oppositionsabgeordneten Umut Oran und einem mysteriösen Twitter-Nutzer mit dem Pseudonym "Fuat Avni".

Gülens Anwalt und Oran wiesen die Vorwürfe umgehend als Schmutzkampagne zurück. Der Abgeordnete der größten Oppositionspartei CHP wies darauf hin, dass die angeblichen Botschaften die bei Twitter üblichen Zeichenbegrenzungen überschritten. Er reichte nach eigenen Angaben eine Verleumdungsklage gegen die Herausgeber der drei Zeitungen ein.

Zwischen Erdogan und dem in den USA lebenden islamistischen Prediger Gülen herrscht seit rund einem Jahr ein erbitterter Machtkampf. Erdogan wirft seinem ehemaligen Unterstützer Gülen vor, die Regierung stürzen zu wollen, was dieser zurückweist. Wer hinter "Fuat Avni" steht, ist unbekannt: Er gehört nach eigenen Angaben zum engeren Kreis um Erdogan, lehnt demnach die Politik des Präsidenten aber ab und machte schon häufiger Regierungsinterna publik.

Ein Gericht in Ankara stellte unterdessen ein Verfahren gegen Dutzende Ärzte ein, die während der landesweiten Proteste gegen die Regierung im Sommer 2013 verletzte Demonstranten unentgeltlich behandelt hatten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Dogan hatten sich mehrere Zeugen zuvor für die Ärzte eingesetzt, darunter auch der Vorsitzende der türkischen Anwaltskammer, Metin Feyzioglu. Er sagte den Richtern, den Ärzten gebühre Dank und keine Strafe, weil sie "hunderte Menschenleben" gerettet hätten. Geklagt hatte das Gesundheitsministerium. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste waren damals laut Ärzteverband acht Menschen getötet und tausende weitere verletzt worden.

  • afp
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